LSCV

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Seit 1883 gegen Tierversuche und für die Rechte des Tieres !

Tierversuchsstatistik

Im Artikel 36 des Tierschutzgesetzes (TSchG) heisst es: Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) veröffentlicht jährlich eine Statistik über sämtliche in der Schweiz durchgeführten Tierversuche. Die Statistik muss „die notwendigen Angaben enthalten, mit denen die Anwendung der Tierschutzgesetzgebung in den Bereichen Tierversuche (…) beurteilt werden kann“ (Art. 147 Tierschutzverordnung TSchV).

In der vorliegenden Statistik sind alle Wirbeltiere (Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische) sowie Cephalopoden (Kopffüsser) und Reptantia (Panzerkrebse) aufgeführt, welche sich zu irgendeinem Zeitpunkt zwischen 1. Januar und 31. Dezember in einem Tierversuch befanden.
Im Gegensatz zur Statistik für den Europarat wurden die Tiere, die schon im Vorjahr im Versuch waren, erneut erfasst.

In Versuchstierhaltungen geborene und importierte Tiere
In der Statistik über die in Versuchstierhaltung geborenen oder importierten Versuchstiere, die im Jahr 2013 erstmals erstellt wurde, werden die Tiere ausgewiesen, die im Kontrolljahr neu in einer bewilligten Versuchstierhaltung registriert wurden. Sie werden nur im ersten Jahr gezählt, auch wenn sie länger als ein Jahr in der Versuchstierhaltung bleiben.

Hunde, Katzen oder Primaten werden meist über mehrere Jahre in einer Versuchstierhaltung gepflegt und oft in langdauernden Versuchsreihen eingesetzt. Deshalb machen die in der Tierversuchsstatistik ausgewiesenen Tiere ein Mehrfaches der Tierzahl in der Versuchstierhaltungs-Statistik aus. Im Gegensatz dazu werden in der Versuchstierhaltungs-Statistik rund fünfmal mehr gentechnisch veränderte Mäuse gezählt als in der Tierversuchsstatistik. Dies ist darauf zurückzuführen, dass nicht alle gezüchteten Tiere die gewünschten Merkmale aufweisen um im Versuch eingesetzt zu werden, z.B. das richtige Geschlecht oder in gentechnisch veränderten Zuchtlinien den gewünschten Genotyp.

Die vollständigen Statistiken können auf der Website des BLV unter der Adresse
http://tv-statistik.ch/de/statistik/index.php konsultiert werden.

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2014

Neue Tierversuchsstatistik 2014 vom BLV: Welche Informationen entsprechen der Realität?

Welche Schlüsse kann man aus der Zahl der verwendeten Tiere ziehen? Ist es wichtig zu wissen, dass 2014 606’505 Tiere benutzt wurden und dass die Zahl höher oder niedriger ist als 2013? Ja, wenn man wüsste ob diese Tiere tatsächlich für medizinische Forschung oder Grundlagenforschung verwendet wurden.
Man nehme den Kanton Bern als Beispiel wo 90’442 Tiere aufgelistet sind. Wurden wirklich so viele Tiere in Tierversuchen verwendet? In Wirklichkeit hat man an tausenden von Tieren, vor Allem an Geflügel und anderen Nutztieren, verschiedene Fütterungsmethoden bei der Aufzucht getestet. Solche Studien verursachen weder Manipulation der Tiere noch Schmerzen. Weshalb sind sie in der Statistik enthalten? Gemäss Art. 3 des TSchG handelt es sich um Tierversuche, aber entspricht es auch der Vorstellung welche die Öffentlichkeit von einem Tierversuch hat?
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2013

Abnahme oder Zunahme?

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) veröffentlichte am 26. Juni 2014 die aktuelle Tierversuchsstatistik für das Jahr 2013 und verkündete das zweite Jahr in Folge eine Abnahme der in Tierversuchen verwendeten Tiere.
Im Jahr 2013 wurden Versuche an 590ʼ245 Tieren durchgeführt, das sind 2,7 Prozent weniger als 2012. Das wäre an sich eine positive Nachricht, sprächen die Zahlen nicht eine andere Sprache.
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2011

Deutlicher Rückgang der verwendeten Tiere im Jahr 2011?

In seiner Medienmitteilung, die anlässlich der Veröffentlichung der Statistiken erschien, schreckte das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) in keiner Weise davor zurück, die Praxis der Tierversuche herunterzuspielen. Schamlos kündigte es einen „deutlichen Rückgang der Anzahl der verwendeten Tiere“ an.

Den Zahlen gemäss wurden 662’128 Tiere verwendet, was gegenüber 2010 tatsächlich einem Rückgang von 99’547 Tieren (- 13,1 %) entspricht. Allerdings waren im Jahr 2010 55’571 Tiere mehr (+ 7,9 %) als 2009 verwendet worden. Wie sind also diese Zahlen zu interpretieren, die Jahr für Jahr veröffentlicht werden?
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2010

Zunahme der Tierversuche und Tests für Kosmetika

Gemäss den Statistiken, die das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) am 5. Juli 2011 veröffentlichte, wurden bei Tierversuchen in der Schweiz im Jahr 2010 761’675 Tiere verwendet.
Nach einem leichten Rückgang im Vorjahr werden wieder mehr Tiere verwendet. Zurückzuführen ist dies auf Versuche für die Geflügelproduktion, bei denen insgesamt 57‘000 Tiere eingesetzt wurden.
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2009

Endlich ein Rückgang

Gemäss den am 29. Juni 2010 vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) veröffentlichten Statistiken wurden im Jahr 2009 in der Schweiz bei Tierversuchen 706’104 Tiere verwendet. Nach über zehn Jahren, in denen die Zahlen ständig stiegen, ist die Anzahl Tiere endlich etwas rückläufig.

Bei 80% der verwendeten Tiere handelt es sich um Nager. Nagetiere und Fische (diese werden in der Öko-Toxikologie verwendet) werden den schmerzhaftesten Versuchen unterzogen (Stufe 3). Verwendet wurden 384 Primaten (7 bei Stufe 3) sowie 716 Katzen und 5’399 Hunde. Auch am Vieh wurden zahlreiche Versuche durchgeführt. Diese betrafen 5’475 Rinder, 5’320 Schweine, 2’389 Pferde und Esel sowie 1’789 Schafe und Ziegen.

Im Jahr 2009 standen 3’329 Versuche vor der Validierung. Darüber hinaus erteilten die Kantone 1’051 neue Bewilligungen für Tierversuche. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies eine Zunahme von 19% dar. Zehn Anträge für Tierversuche wurden abgelehnt, davon deren sechs im Kanton Aargau (Dieser hat die Untersuchung und Kontrolle seiner Versuche dem Kanton Basel übertragen.).

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2008

Jedes Jahr mehr Tiere !

Mit 731’883 Tieren im Jahre 2008 haben die Universitäten ihren „Konsum“ erneut erhöht. Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) kommentiert dies gelassen, die Tierversuche an den Universitäten hätten „mit 8% deutlich zugenommen“. In der Pharmaindustrie seien sie aber „um 11% zurückgegangen“.
Bereits 2007 hatte das BVET erklärt, die Verwendung von Tieren an den Universitäten „habe mit 10% deutlich zugenommen“. In der Pharmaindustrie „sei sie aber um 8% zurückgegangen“.

Können die Universitäten diese Explosion der in ihren Labors verwendeten Tiere rechtfertigen, die mit Steuergeldern finanziert werden? Was leisten die so genannten „Ethikkomitees“ an den Universitäten, die gewährleisten müssen, dass im Rahmen jeder Studie „die kleinste notwendige Anzahl Tiere eingesetzt wird“ (TSchG Art. 137)? Sie legen die Hände in den Schoss. Dies aus gutem Grund, führen doch die Mitglieder dieser Alibikomitees selber Tierversuche durch. In Bezug auf die Behörden und alle übrigen kantonalen Kommissionen beweist unser Solothurner Dossier, dass jeder mit den ihm zugestandenen Mitteln nach eigenem Gutdünken vorgeht. Das Schweizer Gesetz wird in Bezug auf die Tierversuche oft als das „weltweit restriktivste“ bezeichnet. Was nützt aber ein Gesetz, das niemand anwendet?

Seit acht Jahren werden in unserem Land jährlich mehr Tiere verwendet. Diesmal bekundet sogar das Bundesamt für Veterinärwesen Mühe, die Situation zu erklären. Möglicherweise mit dem Ziel, die Gemüter zu beruhigen und den Vorwurf zu vermeiden, jedes nur erdenkliche Szenario zu tolerieren, versichert es in seiner Pressemitteilung vom 16. Juli, „der Anstieg an den Universitäten und Spitälern sei auf die zunehmenden Forschungsaktivitäten in der Schweiz zurückzuführen“.

Liegen wirklich genügend Informationen vor, um eine solche Behauptung zu stützen? Am 2. August dieses Jahres kontaktierten wir das BVET, um Informationen zur verwendeten Methode und ihren Quellen zu verlangen. Die Antwort des Bundesamtes fiel recht erstaunlich aus:
„Bis anhin gibt es keine Statistik zu den Geldern, die in diesem Bereich in die Schweizer Forschung investiert werden. Trotzdem lässt sich dem Wert nach bestätigen, dass mehr solche Gelder gewährt werden. Dies ist auf die Entschlüsse des Parlaments zurückzuführen, die Ausbildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008-2011 zu fördern. Diese Aussage scheint uns nicht unbedeutend zu sein, denn auf den ersten Blick könnte angesichts der zunehmenden Anzahl Labortiere der Eindruck entstehen, dass in der Schweiz keine Alternativmethoden verwendet werden. Das trifft jedoch nicht zu, obwohl ihre Anwendung noch intensiviert werden muss und kann“.
So etwas! Dabei vermittelten diese Statistiken unserer Ansicht nach den Eindruck, dass unsere kantonalen Behörden (inklusive BVET) nichts dagegen unternahmen, um der Verschwendung von Tieren an unseren Universitäten ein Ende zu bereiten. Jedenfalls ist es völlig unzulässig, dass das BVET aufgrund einer Hypothese eine Behauptung aufstellt. Dies umso mehr, da die Information von den Medien in grossem Stile verbreitet und auch vom Bundesrat aufgegriffen wurde.
Zudem ist es recht absurd, die zunehmende finanzielle Unterstützung mit einem „logischen“ Anstieg der Anzahl Labortiere zu verbinden. Schliesslich weisen die gleichen Statistiken auf einen Rückgang der 2008 bewilligten Versuche um 16,9% im Vergleich zum Vorjahr hin!