Diese Woche wurden im Waadtländer Kantonsparlament eine Interpellation und im Nationalrat eine Motion eingereicht, die den Einsatz des Zwangsschwimmtests (Forced Swim Test – FST) infrage stellen. Die LSCV begrüsst, dass sich gewählte Vertreterinnen und Vertreter für das Schicksal der Tiere interessieren, die für die Forschung verwendet und getötet werden – insbesondere jene, die diesem grausamen Test in den Laboren der UNIL und der EPFL, aber auch an der Universität Zürich ausgesetzt sind. Diese Versuche, deren wissenschaftliche Aussagekraft seit Jahrzehnten angezweifelt wird, werden mit Steuergeldern finanziert.

Die Waadtländer Abgeordnete Valérie Zonca nimmt sich des Themas an

Am 17. März 2026 reichte die grüne Abgeordnete Valérie Zonca im Grossen Rat des Kantons Waadt eine Interpellation ein mit dem Titel: „Wissenschaftliche Forschung & Zwangsschwimmtest: eine Wissenschaft, die untergeht“. Der Text wurde von rund zwanzig Abgeordneten der Grünen, der SP, der Grünliberalen sowie der Fraktion Ensemble à Gauche und der POP mitunterzeichnet.

Auf die Frage nach ihrer Motivation erklärte sie: „Tierversuche sind noch immer wenig bekannt. Es ist ein Thema, das selten angesprochen wird, weil es ethisch kaum zu rechtfertigen ist. Der Zwangsschwimmtest ist ein typisches Beispiel für ein Experiment, das vermieden werden könnte, ohne die Forschung zu gefährden.“

Zu ihren Erwartungen nach Einreichung der Interpellation sagte sie: „Ich hoffe, dass diese Interpellation dazu beiträgt, eine besorgniserregende Realität sichtbar zu machen: Viele Tiere werden noch immer in der Forschung genutzt, obwohl ihr Tod vermeidbar wäre. Ich hoffe, dass die Waadtländer Forschungseinrichtungen dem Beispiel jener Organisationen folgen, die den Zwangsschwimmtest bereits verboten haben.“

In ihrer Interpellation weist sie darauf hin, dass in der Schweiz „die schmerzhaftesten und belastendsten Versuche – klassifiziert als Belastungsgrad 3 – ihren höchsten Stand seit 25 Jahren erreicht haben. Dazu gehört auch der Zwangsschwimmtest.“ Sie zitiert unter anderem Emily Trunnell, Expertin auf diesem Gebiet und Wissenschaftlerin bei PETA, die festhält, dass kein Antidepressivum aufgrund von Ergebnissen des ZST auf den Markt gebracht wurde.

Zudem erinnert sie daran, dass „moderne Alternativen existieren: menschliche Hirnorganoide, fortgeschrittene Neurobildgebung, Modelle aus Patientenzellen, KI-gestützte Computersimulationen sowie die Echtzeiterfassung klinischer Daten. Diese Ansätze basieren auf menschlicher Biologie und bieten wesentlich relevantere Perspektiven, um Depressionen zu verstehen und neue Behandlungen zu entwickeln – ohne Tiere auszubeuten.“ Sie ergänzt, dass „der ZST in mehreren Ländern bereits stark eingeschränkt oder verboten ist […] und Dutzende Universitäten weltweit sowie mehrere grosse Pharmaunternehmen bereits darauf verzichtet haben.“

Auf Bundesebene erhebt Léonore Porchet erneut die Stimme für die Tiere

Auf Bundesebene befasst sich die grüne Nationalrätin Léonore Porchet aus dem Kanton Waadt mit dem Zwangsschwimmtest. Am 20. März 2026, reichte sie eine Motion mit dem Titel „Für ein Verbot des Zwangsschwimmtests“ ein.

Für sie gilt: „Tierleid ist jederzeit inakzeptabel. Wenn es zudem keinerlei Nutzen für den Menschen bringt, überschreiten wir die Grenzen des Erträglichen.“ Ihr Ziel ist klar: „Diese grausamen und unnötigen Experimente einfach zu stoppen.“

Léonore Porchet setzt sich seit ihrer Wahl im Jahr 2019 für Tierrechte ein, wie ihre Abstimmungen auf der Plattform Tier Politik Schweiz zeigen. Sie war die erste gewählte Vertreterin, die im Bundesparlament einen Vorstoss zum Thema Speziesismus einbrachte. Damals erklärte sie: „Speziesismus ist eine Diskriminierung von Tieren, die nicht unserer Spezies angehören, und als minderwertige Wesen betrachtet werden, die für unsere Bedürfnisse ausgebeutet, gehandelt und getötet werden können. Diese Sichtweise hat zur Entwicklung einer anthropozentrischen Gesellschaft beigetragen, in der weltweit jedes Jahr Milliarden von Tieren misshandelt und getötet werden.“

Der Bundesrat hatte damals überraschend geantwortet, dass „der Respekt vor der Würde der Tiere und ihrem Wohlergehen zentrale Elemente der Beziehung zwischen Mensch und Tier sind“ und dass die Tierschutzgesetzgebung auf einem „nicht-speziesistischen Ansatz“ beruhe. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass der Bundesrat in seinen Entscheidungen häufig menschliche Interessen über die Würde der Tiere stellt. Wollte er seinen eigenen Grundsätzen treu bleiben, müsste er sich konsequenterweise gegen den Einsatz des Zwangsschwimmtests aussprechen, der weder dem Tierwohl dient noch einen wirksamen Beitrag zur menschlichen Gesundheit leistet.

Der Zwangsschwimmtest ist ein Beispiel dafür, was Speziesismus ermöglicht: die Nutzung empfindungsfähiger Lebewesen, um menschliche Neugier zu befriedigen – ohne wesentliche Erkenntnisse für unsere medizinische Versorgung zu liefern. Es ist an der Zeit, dass unsere Institutionen sich weiterentwickeln und eine ethische, moderne und effektive Forschung fördern. Ein solcher Fortschritt erfordert auch politische Unterstützung und Engagement. Die LSCV dankt den gewählten Vertreterinnen und Vertretern, die sich für die Rechte der Tiere einsetzen.