LSCV

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Seit 1883 gegen Tierversuche und für die Rechte des Tieres !

Protokoll der Generalversammlung der Schweizer Liga gegen Vivisektion und für die Rechte des Tieres vom 15. April 2017 in Freiburg

Anwesende Vorstandsmitglieder:
Luc Fournier (Präsident), Benjamin Frei (Co-Vizepräsident), Maja Schmid (Kassierin), Laurianne Parent (Vorstandssekretärin), Suzann Karagöz.

Entschuldigte Vorstandsmitglieder:
Paul Ecoffey (Co-Vizepräsident).

Traktandenliste:

1. Vorlesung des Protokolls der letzten Generalversammlung
2. Bericht 2016
3. Bericht der Kassiererin und der Rechnungsprüferinnen
4. Diskussion und Abstimmung betreffend der beiden Berichte
5. Wahl des Vorstandes gemäss den Statuten
6. Wahl eines Rechnungsprüfer
7. Aufnahmen/Austritte
8. Änderung des Namens der Liga
9. Verschiedenes

Beginn der Generalversammlung um 14 Uhr

Der Präsident eröffnet die Sitzung und dankt den Mitgliedern für ihr Erscheinen. Da beim Vorstand kein schriftlicher Antrag eingereicht wurde, kann die Generalversammlung gemäss Traktandenliste abgehalten werden.

1. Verlesung des Protokolls der letzten Generalversammlung vom 16. April 2016

Da die anwesenden Mitglieder das Protokoll in der Juni-Ausgabe 2016 der LSCV-Zeitung zur Kenntnis genommen haben, wird auf die Verlesung verzichtet und das Protokoll genehmigt.

2. Jahresbericht 2016

Der Präsident informiert über die Entwicklung verschiedener Geschäfte und Aktionen aus dem Jahresbericht, der in der LSCV-Zeitung veröffentlicht wurde.

Endlich hat das Café der LSCV-Buchhandlung Happy Books die Bewilligung für den Verkauf von Getränken und Lebensmitteln erhalten. Der frei wählbare Preis wurde jedoch beibehalten. Nach sechs Monaten Betrieb ist die Bilanz positiv, weil die Konten für Buchhandlung und Café mit den Spenden ausgeglichen werden können. Damit die gesamte Miete aus Verkäufen generiert werden kann, muss jedoch die Besucherzahl ausserhalb der Stosszeiten erhöht werden. Das Ziel, einen Ort für Begegnungen und Diskussionen rund um die Rechte des Tieres zu schaffen und die Öffentlichkeit für diese Thematik zu sensibilisieren, ist erreicht. Es kommen sogar viele Besucher von ausserhalb, etwa aus den Kantonen Waadt, Neuenburg und Bern, in die Buchhandlung und geniessen die Küche des Cafés.

Der Versuch, die Jagd im Kanton Genf wieder einzuführen, wird konkreter. Demnächst wird im Grossen Rat über einen Gesetzesentwurf abgestimmt, der die Kommission abschaffen soll, die sich gegen das Vorhaben, Jäger mit dem Abschuss von Tieren zu beauftragen, stellen könnte. Das ist eine der Folgen der neu in Kraft getretenen Genfer Verfassung, die Regulierungsmassnahmen vom Jagdverbot ausnimmt. Das Genfer Tiergesetz erlaubt es dem Kanton bereits jetzt, Jäger unter dem Vorwand der Regulierung mit dem Abschuss von Tieren zu beauftragen, und das möchte Staatsrat Luc Barthassat nun in die Tat umsetzen. Wenn die zuständige Kommission aufgelöst wird, kann er machen, was er will. Da die LSCV selber keine rechtlichen Schritte ergreifen kann, hat sie andere Organisationen angeschrieben, zum Beispiel den WWF, der eine Stellungnahme ablehnte, und die Fondation Franz Weber, die gar nicht geantwortet hat. Es müssen nun schnell andere Lösungen gefunden werden, denn wenn die Kommission erst einmal abgeschafft wurde, ist es zu spät.

Die Website tier-parlament.ch, die Positionen von Bundesparlamentariern festhält, muss reaktiviert werden. Die Person, die sich um die Aktualisierung der Website gekümmert hat, musste diese Tätigkeit aufgeben. Wenn die Tierschutzorganisationen anhaltendes aktives Lobbying betreiben würden, hätten politische Vorstösse wie die geplante Wiedereinführung einer gewissen Form von Jagd im Kanton Genf gar keine Chance. Politiker fürchten in der Regel schlechte Publicity, wenn sie unpopuläre Entscheide stützen.

In der Deutschschweiz wird die Kampagne gegen die Versuchstiertransporte durch Air France fortgesetzt. Die Durchführung der Aktionen wird jedoch immer schwieriger. Trotz der zahlreichen Demos gegen Löwen im Zirkus, die 2016 vor den Vorstellungen des Zirkus Royal organisiert wurden, geht der Zirkus 2017 nun mit Tigern auf Tournee. Die Demonstrationen werden ebenfalls so oft wie möglich weitergeführt. Benjamin Frei koordiniert die Demos für die LSCV. Demnächst wird der Zirkus in Basel sein. Die LSCV auch.

3. Bericht der Kassierin und der Rechnungsprüfer

Maja Schmid dankt Marie Jonquille für die Buchführung sowie Michèle Perroud und Oscar Appiani für die Rechnungsprüfung. Sie verliest ihren Bericht und erinnert an die verschiedenen Aktionen, die mit den getätigten Ausgaben 2016 durchgeführt wurden Obwohl ein Verlust verzeichnet wurde, bleibt die Finanzlage gut.
Da die Rechnungsprüfer an der Generalversammlung nicht anwesend sind (Oscar Appiani, der im Verkehr feststeckt, wird zum Punkt 9 der Traktandenliste eintreffen), verliest Maja Schmid auch ihren Bericht.

4. Diskussion und Abstimmung über die beiden Berichte

Da zu den beiden Berichten keine Fragen eingehen, schlägt der Präsident vor, zur Abstimmung überzugehen. Die Berichte werden einstimmig genehmigt.

5. Wahl des Vorstandes gemäss den Statuten

Der Vorstand wird in geheimer Wahl bestimmt. Die per Post eingegangenen Stimmen werden zu den schriftlichen Stimmen der Generalversammlung addiert.
Die folgenden Vorstandsmitglieder sind einstimmig gewählt: Luc Fournier, Benjamin Frei.
Die folgenden Vorstandsmitglieder sind mit einer Enthaltung gewählt: Paul Ecoffey, Maja Schmid, Laurianne Parent, Suzann Karagöz.

Die Vorstandsmitglieder werden in den folgenden Funktionen bestätigt:
Luc Fournier (Präsident) und Benjamin Frei (Co-Vizepräsident) einstimmig gewählt.
Paul Ecoffey (Co-Vizepräsident), Maja Schmid (Kassieren) und Laurianne Parent (Vorstandssekretärin) mit einer Enthaltung gewählt.

6. Wahl eines Rechnungsprüfer

Da Sylvie Benoit von ihrem Amt zurücktritt, muss ein neuer Rechnungsprüfer oder eine neue Rechnungsprüferin ernannt werden. Der Präsident erklärt der Generalversammlung die Tätigkeit, die im Wesentlichen in der Kontrolle der Bücher und Belege der LSCV am Ende jedes Geschäftsjahres besteht. Es wäre von Vorteil, wenn eine Person, die nicht im Vorstand ist, dieses Amt übernimmt.
Sarah-Julia Rakotonarivo stellt sich zur Verfügung und wird einstimmig gewählt.

7. Aufnahmen/Austritte

2016 sind drei Vorstandsmitglieder zurückgetreten. Renato Werndli, langjähriges LSCV-Mitglied aus dem Kanton St. Gallen, kandidiert für den Vorstand. Er wird 2017 mit beratender Stimme im Vorstand vertreten sein und sich möglicherweise an der nächsten Generalversammlung zur Wahl stellen.

8. Änderung des Namens der Liga

Die Mehrheit der schriftlich eingegangenen Stimmen haben sich für die vorgeschlagene Änderung des Namens der LSCV in «Schweizer Liga gegen Tierversuche und für die Rechte des Tieres» (franz. «Ligue suisse contre l’expérimentation animale et pour les droits de l’animal») ausgesprochen. Dieser Vorschlag wird auch von den anwesenden Mitgliedern einstimmig angenommen. Der Präsident schlägt eine kleine Anpassung der französischen Version vor, um die Wiederholung des Wortes «animal» zu vermeiden. Schliesslich wird der neue Name mit geringfügiger Änderung in der französischen Version («Ligue Suisse contre l’expérimentation animale et pour les droits des animaux ») einstimmig angenommen. Die Drucksachen und die Website der LSCV werden nun nach und nach angepasst.

9. Verschiedenes

Renato Werndli fragt, ob es kein ethisches Problem darstellt, dass die LSCV über ihren Petfood-Service fleischhaltige Haustiernahrung anbietet. Der Präsident antwortet, dass er persönlich es auch vorziehen würde, wenn die angebotenen Marken keine tierischen Produkte enthielten. Doch die allermeisten der interessierten Personen seien gegenteiliger Meinung. Es sei deshalb besser, schrittweise vorzugehen, indem man zunächst tierversuchsfreies Futter anbiete und dann die Leute dazu anrege, in ihrem ethischen Verhalten noch weiter zu gehen. Das macht die LSCV, indem sie konventionelle, vegetarische und vegane Futtermarken anbietet.
Mehrere Mitglieder geben an, dass sie den Petfood-Service nicht nutzen, weil die Lieferungen mit der Post erfolgen, die Pakete immer seltener nach Hause liefert, sondern nur noch eine Abholeinladung in den Briefkasten legt. Einen 15-Kilo-Sack Trockenfutter am Postschalter abholen zu müssen, ist nicht gerade verlockend. Der Präsident ist sich bewusst, dass die gewählte Lieferart für einige Mitglieder problematisch ist. In einigen Fällen liefert die LSCV selber ins Haus. Doch damit dies wirtschaftlich machbar ist, braucht es eine gewisse Menge an Bestellungen. Das ist zurzeit leider nicht der Fall, obwohl der Service bereits seit über einem Jahr besteht. Aus diesem Grund wird der Petfood-Service vermutlich eingestellt.

Da sich kein weiteres Mitglied mehr zu Wort meldet, schliesst der Präsident die Generalversammlung um 14.50 Uhr und lädt die Anwesenden zu einem vom Vorstand vorbereiteten Apéro-Buffet ein.

Luc Fournier