|
Unterstützung von Alternativmethoden durch die SLGV |
Eine Alternativmethode ist
eine Forschungsmethode, die ohne den Einsatz von Tieren auskommt.
Bei Alternativmethoden werden unter anderem menschliche Zell-
oder Gewebekulturen und Computermodelle verwendet. Alternativmethoden
werden auch im Unterricht sowie bei der Ausbildung von Chirurgen
oder Biologie- und Medizinstudenten eingesetzt. |
Einige Tierschutzverbände behaupten, Tierversuche würden „durch
die Verwendung von Alternativmethoden aufrecht erhalten“. Recht
seltsam ist beispielsweise die Argumentation von Dr. Anderegg.
Dieser ehemalige Anhänger der Vivisektion, der sich
inzwischen zu einem Gegner gewandelt hat, argumentiert auf
eher überraschende Weise.
Derartige Behauptungen sind falsch und absurd. Verbände
wie die SLGV setzen sich nicht für eine Forschung ein, bei
der Tierzellen verwendet werden. Wir finanzieren ausschliesslich
Projekte, bei denen „menschliches“ Material zum Einsatz
gelangt. Dies gilt beispielsweise für Zellen oder Gewebe,
die aus Biopsien stammen, die in Spitälern an Patienten
vorgenommen werden. Da menschliche Krankheiten mit den neuen
Methoden auf zuverlässigere Weise untersucht werden können,
als dies bei Tiermodellen der Fall war, lässt sich die Vivisektion
teilweise aufheben. Bei der Untersuchung von Tierzellen ergeben
sich hingegen die gleichen Nachteile wie bei der Arbeit mit lebenden
Tieren.
Die SLGV unterstützt
nur Projekte, die ohne Tierversuche
auskommen.
Labors, in denen Tiere gehalten und eingesetzt werden
(auch wenn dies inzwischen der Vergangenheit angehören
sollte!), werden von der SLGV in keiner Weise unterstützt. Dies
gilt auch dann, wenn solche Labors ein Projekt vorlegen,
das unserem Pflichtenheft vollumfänglich entspricht.
..............................................................................................................................................................................
Die
SLGV setzt sich derzeit für die Finanzierung von
Methoden ein, dank denen im Unterricht und in der wissenschaftlichen
Forschung auf Tiere verzichtet werden kann.
Finanzierung von Material
Ausbildung von Chirurgen
Die
SLGV finanziert jedes Jahr Modelle, mit denen Ärzteteams
chirurgische Übungen vornehmen können, ohne auf
Tiere zurückgreifen zu müssen.
"POP
TRAINERS"
Mit den so genannten „POP TRAINERS“ finanzierte
die SLGV ab 1995 die ersten Modelle, die den Einsatz von
lebenden Tieren überflüssig machten. Bei diesen
Geräten werden aber leider (hauptsächlich von Schweinen
stammende) Tierorgane aus Schlachthöfen eingesetzt.
Wir erachten dies als Nachteil, obwohl die Organe sonst einfach
verbrannt worden wären. Es ist aber auf jeden Fall besser,
Organe von Tieren zu verwenden, die sowieso geschlachtet
worden wären, als auf lebende Schweine zurückzugreifen,
die in düsteren Versuchstierzüchtereien gehalten
und anschliessend stundenlang betäubt werden.
Trotzdem finanzieren wir seit einigen Jahren hauptsächlich
Modelle wie „BODY FORM“ oder „PVC-RATTEN“,
die ausschliesslich aus synthetischem Material bestehen. |
"BODY
FORM"
Die von der Firma Limbs and Thinks hergestellten
Apparate BODY FORM für die Laparoskopie bestehen ausschliesslich aus synthetischem
Material. Mit verschiedenen austauschbaren Organen aus synthetischen Fasern (Latex,
Plastik) werden im Innern einer Puppe Struktur und Farbe menschlicher Eingeweide
nachgebildet. Diese sind den jeweiligen Versuchen entsprechend angeordnet. Die
Apparate wurden hauptsächlich für eine Verwendung in der Verdauungs-
sowie der urologischen und gynäkologischen Chirurgie
entwickelt. Bei BODY FORM handelt es sich um qualitativ
hochwertige Modelle, mit denen die menschliche Anatomie
und ihre Variationen nachgebildet werden. Die Modelle
lassen sich mehrfach verwenden. |
|
|
|
Das Tierschutzgesetz und
die entsprechende Verordnung verbieten den Einsatz von
Tieren im Unterricht. Ärzten,
die ein entsprechendes Gesuch stellen, wird von den kantonalen
Behörden trotzdem eine Bewilligung erteilt.
Die SLGV gab 2002 eine Broschüre für die kantonalen
Veterinärämter heraus, die den Einsatz von lebenden
Tieren für die Ausbildung von Chirurgen bewilligen. Darin
wurde gezeigt, dass sich durch die Verwendung von „POP
TRAINERN“ und „BODY FORM“-Apparaten Tiere ersetzen
lassen und die Apparate zudem recht billig zu stehen kommen.
Anschliessend fragten wir beim Bundesamt für Veterinärwesen
(BVET) an, ob es die Verwendung solcher Modelle unterstütze.
Einmal mehr stiessen wir jedoch auf taube Ohren. In einer zweiseitigen
Stellungnahme schaffte es das Amt nicht, auch nur in annähernd
verständlicher Manier auf das Thema einzugehen. Bürokratensprache
ist eine besondere Spezialität des BVET, welches sich für
das „Wohl von Mensch und Tier“ einsetzt.
Broschüre im Pdf-Format (1,8 Mo) auf Französisch und Deutsch herunterladen. |
Das
Modell "PVC-RATTE"
Das ausschliesslich aus synthetischem Material bestehende
Modell ist der Anatomie von Ratten nachgebildet. Diese
wurden bis anhin bei mikrochirurgischen Übungen
eingesetzt. Es wird von der „Microsurgical Developments
Foundation“ betrieben, einem nicht gewinnorientierten
Unternehmen mit Sitz in Holland, das 1990 gegründet
wurde.
Mit dem Modell können rund 25 mikrochirurgische Techniken
trainiert werden. Dazu gehören beispielsweise Anastomosen,
das Setzen von Kanülen oder Transplantationen von
Blutgefässen und Organen.
Das Modell wird von zahlreichen
Veterinärfakultäten
und Spitälern in Europa verwendet, gelangte in der
Schweiz aber bisher nicht zum Einsatz (!). 2006 holten
wir deshalb ein Gutachten eines Chirurgie- und Transplantationsteams
des Berner Inselspitals ein. Dieses sollte zeigen, ob
sich das Modell für
• Übungen angehender Chirurgen in der Mikrochirurgie
oder
• die Perfektionierung von Chirurgen, die sich in der
mikrochirurgischen Technik der Gefäss- und Nervennähte
bereits auskennen, eignet.
Aus dem Gutachten ging hervor,
dass es sich um ein ausgezeichnetes Modell handelt.
Wir stellen dieses deshalb auch weiterhin unentgeltlich
allen Chirurgenteams zur Verfügung,
die auf Tierversuche verzichten möchten. |
 |
|
|
Die MD-PVC-Ratte wird in einem
handlichen Koffer, zusammen mit Ersatzmaterial, geliefert.
Eine
Gebrauchsanweisung auf Video, sowie ein Simulationsprogramm
für Komputer ergänzen
die Ausrüstung. |
..............................................................................................................................................................................
Unterricht an Hochschulen
Aktuelle Lage
Obwohl die SLGV den öffentlichen Betrieben unentgeltlich
Alternativmodelle (aus synthetischem Material oder Computersoftware)
für die Ausbildung der Studierenden zur Verfügung
stellt, werden an unseren Universitäten und Fachhochschulen
und manchmal sogar an Kantonsschulen im Rahmen des Biologieunterrichts
jedes Jahr Tausende von Tieren eingesetzt.
Diese Tiere – hauptsächlich Ratten und Frösche – werden
meist nur getötet, um sie zu sezieren oder ihnen Organe
zu entnehmen, die bei verschiedenen Versuchen im Rahmen praktischer
Arbeiten verwendet werden.
Wissenschaftlich lässt sich in keiner Weise begründen,
warum seit Jahrzehnten dieselben Versuche durchgeführt
werden. Im Rahmen der praktischen Arbeiten liessen sich die
Tiere einfach durch die zahlreichen
bereits bestehenden Alternativmodelle ersetzen. Diese sind äusserst leistungsfähig und
kosten wenig. An zahlreichen Universitäten im Ausland
werden sie im Rahmen der Ausbildung von Biologie- und Medizinstudenten
bereits eingesetzt.
Unserer
Ansicht nach werden die Tiere im Unterricht aus einem einzigen
Grund seziert: Die Studierenden sollen emotional auf das
vorbereitet werden, was später für verschiedene
das „Arbeitsmaterial“ darstellen wird.
Leider ist der Einsatz von Tieren für den Unterricht
an Schweizer Hochschulen in den meisten Fällen nicht
beschränkt. Nicht verhindern lassen sich beispielsweise
Tierversuche im Rahmen von Experimenten des Schweregrades
0.
Im Jahr 2005 sprach sich das kantonale Veterinärsamt
in Genf (OVC) gegen die Verwendung von Fröschen im Rahmen
praktischer Arbeiten an der pharmazeutischen Abteilung der
Universität Genf aus. Die Universität legte beim
Verwaltungsgericht Rekurs gegen den Beschluss ein. Dieser
wurde aufgehoben und das OVC verurteilt. Lesen
Aus dem Beschluss des Verwaltungsgerichts lässt sich eine klare
Schlussfolgerung ziehen: In rechtlicher Hinsicht spielt es überhaupt keine
Rolle, ob ein Versuch absolut widersinnig ist und schon tausendmal durchgeführt
wurde.
Wenn ein Professor möchte, dass seine Studierenden Dutzende
von Tieren umlegen, lässt sich dies auf rechtlichem
Weg nicht verhindern.
Ab
2008 sollte sich dies jedoch ändern. Mit
dem Inkrafttreten des neuen Tierschutzgesetzes muss für
diese Versuche eine Bewilligung eingeholt werden und die
Lehrkräfte werden die Verwendung von Tieren im Rahmen
ihrer Versuche zu rechtfertigen haben. Die SLGV hat
sich zum Ziel gesetzt, alle Gesuche um einen Einsatz von
Tieren im Unterricht anzufechten. Wenn die kantonalen
Behörden ihre Arbeit gut machen, sollten die entsprechenden
Szenarien bis in einigen Jahren der Vergangenheit angehören.
..............................................................................................................................................................................
InterNICHE
InterNICHE ist
ein internationales Netzwerk aus Studierenden und Professoren,
die sich gegen Tierversuche in Forschung und Unterricht einsetzen.
Das 1988 unter der Bezeichnung EuroNICHE gegründete
Netzwerk wurde im Jahr 2000 in InterNICHE umbenannt, nachdem
sich dieses an internationalen Projekten beteiligt und so
seine Tätigkeitsfeld infolgedessen erweitert hatte.
InterNICHE verfügt heute über Koordinatoren in
rund dreissig Ländern. |
Die SLGV unterstützt InterNICHE seit vielen Jahren
finanziell.
Sie vertreibt in der Schweiz insbesondere das
Buch „From Guinea Pig to Computer Mouse“. Dieses
Werk umfasst über 500 Methoden, mit denen
sich Tierversuche im Unterricht ersetzen lassen. Es
stellt derzeit die umfassendste Publikation zu bestehenden
Alternativmethoden dar. „From Guinea Pig to Computer
Mouse“ wird den Professoren und Studierenden
der Hochschulen sowie den Ethikkomitees abgegeben.
Die SLGV beteiligte sich 2002 an der Abgabe
dieser Publikation an alle kantonalen Behörden
und Mitglieder von kantonalen Tierversuchskommissionen. Letztere
haben insbesondere die Aufgabe, Bewilligungen für
den Einsatz von Tieren im Rahmen der Ausbildung von
Studierenden und Chirurgen zu erteilen. |
 |
|
ALTEX
Seit mehreren Jahren unterstützt
die SLGV die Zeitschrift ALTEX.
Diese Zeitschrift wird seit 1984 viermal jährlich
auf Englisch und Deutsch herausgegeben. Sie beinhaltet
Zusammenfassungen, Originalartikel und Depeschen über
wissenschaftliche Abhandlungen zu Tierversuchen. Seit
2006 gehört ein Vertreter der SLGV dem Vorstand
der Zeitschrift an. |
 |
|
| ..............................................................................................................................................................................
Finanzierung von Forschungsprojekten
Insbesondere in der Schweiz wurden in den letzten Jahren
verschiedene Projekte mitfinanziert oder finanziert. Diese
dienten dazu, menschliche Krankheiten oder die Toxizität
chemischer Substanzen auf menschliche Zellkulturen zu untersuchen.
Um Projekte in den uns wichtig erscheinenden Bereichen
(beispielsweise Toxizitätstests) anzuregen, vergibt die SLGV ein Stipendium,
mit dem solche Projekte während einer Dauer von drei
Jahren vollumfänglich finanziert werden.
Bis heute schrecken Universitäten und Fachhochschulen
nicht davor zurück, die Karriere von Wissenschaftlern
zu torpedieren, die sich öffentlich gegen Tierversuche
einsetzen oder „verdächtigt“ werden, mit
Verbänden gegen die Vivisektion „zusammenzuarbeiten“. Dabei
werden zahlreiche einfache Druckmittel eingesetzt. So werden
die meisten Schlüsselstellen an medizinischen oder
biologischen Fakultäten von Professoren besetzt, die
Tierversuche vornehmen und durch die Unterstützung
mittels privater oder öffentlicher Stiftungen wie
beispielsweise dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF)
auch davon leben. Die SLGV verzichtet deshalb darauf, die
Namen der mit ihr zusammenarbeitenden Wissenschaftler zu
nennen und öffentlich Auskunft über Forschungsprojekte
zu erteilen, die von ihr finanziell unterstützt werden.
|
|
|