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September 2009

Universitäten und Tierversuche

Die meisten der befragten Personen nehmen oft mit Überraschung zur Kenntnis, dass an der Universität der Stadt, in der sie wohnen, zahlreiche Tierversuche durchgeführt werden.
Es gibt jedoch Zehntausende von Forschungsgruppen, die an Universitäten und anderen öffentlichen Einrichtungen weltweit Tierversuche betreiben. Allein in der Schweiz beschäftigen die Kantone Basel, Zürich, Waadt, Genf, Freiburg und Neuenburg an ihren Hochschulen Hunderte von Forscherteams, die an verschiedenen Fakultäten tätig sind.
Diese Gruppen befassen sich hauptsächlich mit Projekten der Grundlagenforschung. Im Unterschied zur Pharmaindustrie, die Forschung betreibt, um ein neues Medikament zu entwickeln, versucht die Grundlagenforschung insbesondere, eine wissenschaftliche Frage zu beantworten: Spielt das Protein A bei der Krankheit B eine Rolle? Wird es die Entwicklung des Krankheitsbildes Y beeinflussen, wenn ich Gen X deaktiviere?
In Anbetracht solch höchst interessanter Fragen scheren sich die Wissenschaftler einen Deut darum, ob diese Fragen eines Tages wirklich der Medizin zugute kommen. Die Hauptsache ist ihrer Meinung nach, möglichst viele Fragen zu beantworten. Anschliessend wird dann schon etwas daraus werden.

Einverstanden. Stellt es für das umfassende Verstehen einer menschlichen Krankheit aber nicht ein ernsthaftes Problem dar, wenn sich die Antwort, die von einer Ratte ausgehend vorliegt, nicht auf den Menschen übertragen lässt? Wenn eine Antwort nicht reproduzierbar ist, kann dies nicht andere Antworten in Frage stellen, die vorgängig erhalten wurden? Und wenn ja, wie können diese unter Tausenden von neuen gesammelten und jedes Jahr publizierten Antworten erkannt werden?
Auf solche Fragen zu antworten, ist nicht die Aufgabe des Wissenschaftlers. Erstens ist es nie angenehm, zugeben zu müssen, dass die eigene Arbeit so viele Schwachstellen enthält, dass man jegliches Interesse daran verliert. Zudem hat ein Wissenschaftler wie die meisten von uns Rechnungen zu bezahlen und dies ist im Allgemeinen nur möglich, wenn seine Arbeit weitergeführt wird.

Haufenweise Publikationen

„Eine Forschergruppe isoliert das Gen der Angst. Ihre Arbeiten eröffnen die Wege zu einem neuen Medikament, um Phobien zu heilen“
, berichtet eine Journalistin begeistert über einen neuen wissenschaftlichen Artikel.
Jeden Tag veröffentlichen Forscherteams so genannt wichtige Ergebnisse. Kaum sind die Resultate ihrer Forschung in einer wissenschaftlichen Zeitung erschienen, werden sämtlichen Medien Pressemitteilungen zugesandt. Oft werden sie als Artikel verfasst, die unverändert publiziert werden können. Dies ganz zur Freude gewisser Journalisten, die nur noch ein Copy & Paste vornehmen müssen, bevor sie ihre Begeisterung öffentlich kundtun.
Wie die internationalen Statistiken zeigen, tragen nur 5% der in der Grundlagenforschung betriebenen Experimente auch tatsächlich zur Entwicklung neuer Medikamente bei. Mit anderen Worten, 95% der öffentlichen Gelder, die für diese Wissenschaftler eingesetzt werden, dienen nur dazu, diesen ein Einkommen (1), Sozialleistungen und eine gewisse Anerkennung bei ihren wissenschaftlichen Kollegen zu verschaffen.

Verschwendetes Geld und unnötiges Leiden

Natürlich könnte man einwenden, bei der bestehenden Situation handle es sich nur um eine Verschwendung unter zahlreichen anderen, die auf eine schlechte Verwendung der Gelder durch die Verwaltung zurückzuführen ist. Im vorliegenden Fall ist die Verschwendung aber auch mit unnötigem Leiden von Hunderttausenden von Tieren jedes Jahr verbunden.

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Anmerkungen :

(1) Gemäss den vom SNF veröffentlichten Zahlen 2008 machen Löhne und Sozialausgaben 67% (137 Millionen Schweizer Franken) der gesamten Beiträge aus, die an Wissenschaftler für Projekte der Abteilung 3 Biologie und Medizin entrichtet werden.


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