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Mai 2014 – Nestlé und die ETH Lausanne

Wer zahlt, befiehlt

Es sorgte für grosses Aufsehen in den Medien, als nach dem Eingreifen des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten Einzelheiten des Sponsoring-Vertrags zwischen Nestlé und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) offengelegt wurden.

Seit 2006 unterstützt der internationale Konzern aus dem Waadtland zwei Lehrstühle der EPFL mit jährlich fünf Millionen Franken. Das Ziel ist, «den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gehirn» zu erforschen.
«Die Professoren haben volle akademische Freiheit hinsichtlich Forschung und Veröffentlichung», versicherte die EPFL bei Unterzeichnung des Vertrags. Der nun im Internet zugängliche Vertrag offenbart jedoch, dass Nestlé bei der Berufung der Professoren ein Vetorecht hat.
Die EPFL spielte die Sache herunter und fragte erstaunt: Wo liegt das Problem? «Nestlé war im Rekrutierungsprozess sehr zurückhaltend und angenehm», versicherte der Pressesprecher der EPFL. Es handle sich um eine «übliche Praxis», welche «die akademische Freiheit nicht beschneide, was in Wissenschaftskreisen bestätigt werde».Klar. Wer beisst schon die Hand, die ihn füttert.

Die an der EPFL für Nestlé durchgeführten hochrangigen Studien sollen vor allem aufzeigen, dass wir eine ganze Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln – möglichst aus dem Hause Nestlé – zu uns nehmen müssen, um unsere Gesundheit zu erhalten. «Es gilt, Gesundheitsproblemen besser vorzubeugen und Produkte zu finden, die zum Beispiel gegen Alzheimer oder Alterserscheinungen wirken. Und wenn die Kosten dafür vergütet werden, lohnt sich das auch, wenn Sie gesund sind», gab Nestlé-Chef Peter Brabeck im September 2010 bekannt.
Seit Jahren werden Tausende von Versuchstieren mittels Injektion, Operation oder Gabe von chemischen Stoffen krank gemacht und anschliessend mit Nahrungsergänzungsmitteln vollgestopft, in der Hoffnung, die klingende Kasse möge verhindern, dass in alle möglichen Richtungen geforscht wird.

Die Hochschulen leben von ihrem Ruf. Dieser hängt in hohem Mass von der Anzahl wissenschaftlicher Publikationen ihrer Forschenden und den privaten Geldern ab, die sie generieren können. Grösseres Renommee zieht auch mehr öffentliche Mittel nach sich. Solange also Gelder herein- und Publikationen herauskommen, schert es die EPFL wenig, dass sie zu solch armseligen Studien beiträgt.


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