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Oktober 2014

Harlan Schweiz ist Geschichte

Eines der schlimmsten Tierversuchslabors schliesst seine Tore an den Basler Standorten Itingen und Füllinsdorf (BL). Im Mai 2014 war Harlan vom britischen Unternehmen Huntingdon Life Sciences (HLS) aufgekauft worden. Nun hat HLS entschieden, dass die Tierquälerei in der Schweiz nicht mehr genug einbringt. Sie ist anderswo billiger zu haben – und wir sind Harlan zum Glück los.

Die amerikanische Gruppe Harlan, die rund 3000 Mitarbeitende beschäftigt, hatte ihrerseits die zwei Basler Labors 2004 von RCC übernommen.
Die Firma Harlan betreibt Dutzende Labors in mehreren Ländern und ist Expertin in Sachen Tierleid. Sie ist eine der grössten Produzentinnen von Versuchstieren und beliefert Labors rund um den Globus. Die Gruppe züchtet viele Nagetiere, aber auch Primaten, die unter anderem in Schweizer Labors zum Einsatz kommen. Ausserdem führt Harlan selber Versuche für Kunden aus der pharmazeutischen, agrochemischen und chemischen Industrie durch. Bei diesen Studien werden hauptsächlich chemische Produkte auf ihre Toxizität für Tiere wie Mäuse, Ratten, Kaninchen und Hunde untersucht. Wann immer ein Herbizid an Tieren getestet werden soll – Harlan ist allzeit bereit.

Man könnte Mitgefühl mit den 200 Angestellten empfinden, die ihre Stelle verloren haben, – oder Freude darüber, dass eine Firma, deren Tätigkeit im Wesentlichen aus Tierquälerei besteht, aus der Schweiz verschwindet.
Man könnte auch befürchten, dass die Tiere, die nun bei Toxizitätstests im Ausland eingesetzt werden, noch mehr leiden als in Itingen oder Füllinsdorf, wo sie der «strengeren» Schweizer Gesetzgebung unterstehen. Doch zumindest das stimmt hier nicht. Die Grausamkeit kennt keine Landesgrenzen. Die Versuche folgen weltweit standardisierten Protokollen nach Kriterien der OECD und anderer Registrierungsbehörden.

Harlan – weg mit Schaden

Es müssen tierversuchsfreie Ersatzmethoden entwickelt werden, und zwar schnell! Ganz besonders in einem Bereich wie den Toxizitätstests, wo der Einsatz von Versuchstieren nicht nur grausam, sondern auch wenig aussagekräftig und gefährlich für unsere Gesundheit ist.

Leider blockieren Pharmaunternehmen, allen voran Roche und Novartis, aber auch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) durch seine Untätigkeit jeden Fortschritt in diese Richtung, indem sie kaum Geld in die Erforschung von Alternativmethoden stecken. Um einen Volksentscheid gegen Tierversuche abzuwenden, riefen die Pharmalobby und ihre politischen Vertreter in den 1990er-Jahren die unnütze Stiftung Forschung 3R ins Leben. Über sie soll die Erforschung von Alternativmethoden in der Schweiz zentral finanziert werden. Solange das so bleibt, wird sich gar nichts ändern. Dass der Bund und die Pharmariesen es mit der Förderung von Alternativmethoden ernst meinen, glaubt kaum jemand, wenden sie dafür doch gerade einmal 800ʼ000 Franken pro Jahr auf.

 


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