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März 2014 - UE

REACH – 18ʼ000 Tiere vor Toxizitätstests gerettet

Gemäss der europäischen REACH-Verordnung müssen Unternehmen, die für die Registrierung von chemischen Stoffen bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) Tierversuche durchführen müssten, der Agentur Versuchsvorschläge unterbreiten. Die Informationen zu den Produkten und den vorgesehenen Tierversuchen werden von der ECHA veröffentlicht. Während einer 45-tägigen Frist haben Dritte dann die Möglichkeit, Informationen vorzulegen, mit denen unnötige Tierversuche vermieden werden können.

Anschliessend entscheidet die ECHA, ob die Informationen fundiert und die vorgeschlagenen Versuche nötig sind. Als Mitglied der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (ECEAE) beteiligt sich auch die LSCV an der Finanzierung von Toxikologen und externen Beratern für TSGE Consulting. Diese Organisation reagiert seit Einführung des REACH-Programms im Jahr 2009 systematisch auf die vorgeschlagenen Tierversuche.

Nun wurden in der Fachzeitschrift für Alternativmethoden ALTEX die ersten Auswertungen für die Jahre 2009 und 2010 veröffentlicht. Gemäss dieser Bilanz konnten in dieser Zeit dank von der ECEAE vorgebrachten Einwänden gegen die vorgeschlagenen In-vivo-Tests 18ʼ000 Tiere gerettet werden.

Grausame und tödliche Experimente

Diese 18ʼ000 Tiere wären bei 17 Tierversuchen eingesetzt worden, die letztlich nicht durchgeführt wurden.
Dabei handelte es sich zum Beispiel um Versuche, bei denen Ratten während 90 Tagen immer wieder zur Einnahme von chemischen Stoffen gezwungen werden, um die Untersuchung der pränatalen Entwicklungstoxizität an trächtigen Rattenweibchen, die nach Verabreichung eines chemischen Stoffs samt ihren Föten getötet werden, oder um die Bestimmung der Reproduktionstoxizität an mehreren Rattengenerationen, die ebenfalls eine chemische Substanz schlucken müssen.
In zwölf der 17 Fälle fand der Tierversuch nicht statt, weil das antragstellende Unternehmen seinen Vorschlag wieder zurückzog, bevor die ECHA ihren Entscheid fällte. In drei anderen Fällen befand die ECHA die Versuche für unnötig und lehnte deren Durchführung aufgrund der von der ECEAE vorgebrachten Informationen ab. In den zwei restlichen Fällen bewilligte die ECHA die Versuche, schlug aber gleichzeitig eine Alternative vor, die von den Unternehmen akzeptiert wurde.


Grosse Mängel bei der ECHA

Der zunehmende Druck auf die Unternehmen, von Tierversuchen Abstand zu nehmen, führte erfreulicherweise dazu, dass weit weniger Versuche vorgeschlagen wurden, als erwartet. Zudem zogen die Firmen viele Versuchsvorschläge freiwillig zurück. Nach Angaben der ECEAE wurden lediglich bei 21 Prozent der Produkte, bei denen Tierversuche zu erwarten gewesen wären, tatsächlich Versuchsvorschläge gemacht. Die ECHA gibt an, dass 42 Prozent dieser Vorschläge wieder zurückgezogen wurden.

Trotz dieser erfreulichen Ergebnisse ist die mangelnde Effizienz der ECHA skandalös. Ein grosser Teil der Tierversuche wurde verhindert, weil die Unternehmen ihre Vorschläge zurückzogen, und nicht etwa, weil die ECHA eine Bewilligung verweigerte. Damit vernachlässigt die ECHA ihre Pflicht, Vorschläge auf rechtlicher Grundlage zurückzuweisen, weil sie, wie sie verlauten lässt, nicht «die Arbeit der Registranten übernehmen» könne. Diese Haltung zeigt, dass die ECHA das Registrierungssystem mit den Versuchsvorschlägen nicht ernst nimmt. Sie verhindert zudem ein gutes Funktionieren des Systems, indem sie eine grosse Zahl von Vorschlägen gleichzeitig publiziert, so dass Organisationen wie die ECEAE nicht alle kommentieren können. Zudem teilt die ECHA unsere Kommentare den Unternehmen erst ganz zuletzt mit.

Die ECEAE will die Europäische Kommission und die ECHA zu einer Prüfung dieser Problematik auffordern. Sie hat wegen der Versäumnisse der ECHA zudem eine Beschwerde beim Europäischen Ombudsmann eingereicht, in der sie auf die Pflicht der Agentur hinweist, die Notwendigkeit von Tierversuchen zu bewerten.

 


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