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25. April 2012 – Medienmitteilung

Schliessung des Standortes von Merck Serono in Genf: Das Ende des Tiermodells in der medizinischen Forschung?

Die am 24. April 2012 erfolgte plötzliche Mitteilung, der Standort von Merck Serono in Genf werde geschlossen, löste heftige Emotionen aus. Die Massenentlassung dürfte die 1'250 Angestellten des Standortes betreffen. 750 Stellen sollen an andere Standorte des Pharmaunternehmens in Deutschland, den Vereinigten Staaten und China verlegt werden.

Diese Umstrukturierung, die das drittgrösste Schweizer Pharmaunternehmen betrifft, ist nicht nur ein menschliches Drama. Es stellt sich auch die Frage, wie aussagekräftig denn die von Merck Serono betriebene Forschung ist. In Tat und Wahrheit macht das Labor nämlich seit Jahren durch keinerlei Innovationen von sich reden.  

Jedes Jahr werden jedoch Hunderttausende von Molekülen gescreent. Dutzende davon werden an Tieren in den Bereichen wie z.B. neurodegenerativer Erkrankungen oder Entzündungskrankheiten getestet.
Jedes Jahr werden Dutzende neuer Versuche durchgeführt, bei denen Zehntausende von Tieren eingesetzt werden. Die meisten Versuche sind für die Tiere mit starken Leiden verbunden, ohne dass die Verabreichung von Schmerzmitteln sie lindern könnte.

Schliesslich hat sich gezeigt, dass all diese Versuche sinnlos waren. Im Jahr 2006 verkaufte Ernesto Bertarelli der deutschen Pharmagruppe Merck für über zehn Milliarden Euro eine – fast – leere Hülle. Somit stellt sich die Frage, warum sie sich von einer derart geringen Innovationsfähigkeit ködern liess.

Der Genfer Regierungsrat hat, nachdem er für seine Laschheit bei der Bekanntgabe der bevorstehenden Massenentlassungen angegriffen wurde, beteuert, dass er von der Schliessung von Merck genauso überrascht war. In Wirklichkeit wusste er über die Restrukturierungsprojekte der Firma seit mehreren Monaten Bescheid.
Wie kann man der Öffentlichkeit erklären, dass Merck Serono seinen Genfer Sitz schliesst, weil die Firma trotz der investierten Milliarden keine Innovationen auf den Markt bringt? Eine Antwort hat der Regierungsrat noch nicht gefunden.

Mit dem Verkauf seiner Firma vor dem Untergang ist Bertarelli ein gutes Geschäft gelungen.
Tierversuche wurden in den unteren Gefilden des Genfer Unternehmens weitergeführt. An tausenden von Tieren wurden künstlich Krankheiten hervorgerufen die mit schrecklichen Schmerzen verbunden waren. Und das für eine veraltete und unbrauchbare Forschung.

Interpharma – eine Windfahne

Interpharma, der Dachverband der Schweizer Pharmaunternehmen, nutzt den Umstrukturierungsplan, um in einer Medienmitteilung auf die für klinische Versuche erforderlichen Verfahren oder die Verspätungen bezüglich der Bewilligung hinzuweisen, neue Medikamente auf dem Markt zuzulassen. Dabei erhält die medizinische Forschung keinerlei Auftrieb, nur weil neue überflüssige Therapien oder solche mit schädlichen Nebenwirkungen auf dem Markt zugelassen werden. Wie Interpharma stecken die meisten Pharmaunternehmen in einer Sackgasse, bei der kein Ende in Sicht ist. Dass es der Forschung an Innovationsfähigkeit mangelt, zeigt sich daran, dass bereits bestehende therapeutische Moleküle in einer neuen Formel recycelt und mit einer neuen Aufmachung vertrieben werden.

Das Scheitern von Merck Serono – eine Chance für eine effizientere medizinische Forschung

Nach jahrelanger vergeblichen Versuchen mit Hunderttausenden von Ratten, Mäusen und anderen Tieren wäre es nun für die Forschung im Genferseegebiet an der Zeit, sich endlich auf die Verwendung von menschlichem Material auszurichten, um menschliche Krankheiten zu untersuchen. Angesichts der Nähe grosser Spitalkomplexe, die jedes Jahr aus „ethischen“ Gründen Tonnen von menschlichem Gewebe verbrennen, das von Biopsien oder Operationen stammt, stellt die Nichtverwendung solcher Ressourcen eine echte Verschwendung dar.

Die Schliessung von Merck Serono in Genf bietet die Gelegenheit, ein Kompetenzzentrum zur Entwicklung neuer, innovativer Methoden in der medizinischen Forschung aufzubauen, die zuverlässiger sind als die Verwendung von Tiermodellen.


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