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Aktueller Stand unserer Petition «CAMPUS BIOTECH – Für ein Kompetenzzentrum zur Entwicklung neuer, tierversuchsfreier Forschungsmethoden»

Anhörung der LSCV

Im Juli reichte die LSCV die Petition mit 5105 gesammelten Unterschriften ein. Am 29. September 2014 wurde der Vizepräsident der LSCV, Luc Fournier, von der Petitionskommission des Genfer Grossen Rates zu einer Anhörung geladen.

Mehrere Grossräte zeigten Interesse am Projekt und am Potenzial von Ersatzmethoden. Die Zukunft wird zeigen, ob dieses Interesse ausreicht, um einen Paradigmenwechsel herbeizuführen. Wir erwarten keine Revolution, aber jeder Schritt in die richtige Richtung bringt uns näher ans Ziel.

Der Genfer Staatsrat nimmt Stellung – oder auch nicht

Die Antwort des Staatsrats auf unsere Petition ging am 1. Oktober 2014 bei uns ein. Sie ergeht sich in den üblichen Gemeinplätzen und folgt artig den Argumenten der Universität Genf (UNIGE). Man könnte meinen, die Universität habe die Antwort gleich selbst verfasst.

Der Staatsrat versichert, dass die Universität «ihre Anstrengungen zur Verbesserung der Versuchsmethoden» weiterführe, mit dem Ziel, «die Durchführung von nicht invasiven Versuchen und eine Reduktion der Anzahl eingesetzter Versuchstiere zu ermöglichen». Als Beispiel führt er die sechs Millionen Franken an, die in «die Plattform zur Phänotypisierung von Kleintieren an der medizinischen Fakultät» investiert wurden.
Inwiefern diese Plattform ein Beweis für das Engagement der UNIGE im Bereich der Alternativmethoden sein soll, bleibt ein Rätsel. Die Plattform ermöglicht den Forschern nämlich lediglich, gentechnisch veränderte Tiere zu produzieren. Mit einer Methode, die mit geringerem Tierverbrauch transgene Linien produziert, wird die Versuchstierzahl zwar tatsächlich reduziert. Doch handelt die UNIGE hierbei aus rein wirtschaftlichen Gründen, um die Produktion von genveränderten Versuchstieren zu verbilligen. Mit Ethik hat das rein gar nichts zu tun.

Tierschutz, 3R – der Staatsrat gerät durcheinander

«In der Schweiz haben nur die Universitäten Bern und Genf einen Lehrstuhl für Tierschutz und 3R-Forschung (Alternativmethoden) eingerichtet», so der Staatsrat weiter.
Doch hier bringt der Staatsrat etwas durcheinander. Die Universität Bern hat einen Lehrstuhl für Tierschutz eingerichtet, die UNIGE einen Lehrstuhl für 3R-Forschung. Das sind zwei verschiedene Dinge.
Die UNIGE hat also einen 3R-Lehrstuhl? Ja, und der kostet die Universität keinen Rappen. Der im März 2009 eingerichtete Lehrstuhl wird zu 100 Prozent von Stiftungen und Tierschutzorganisationen finanziert. Und was dem Ganzen die Krone aufsetzt: Die LSCV hat diesen Lehrstuhl von 2009 bis 2013 mitfinanziert. Dass der Staatsrat einen Lehrstuhl, den wir zum Teil selber finanziert haben, als Beispiel für das Engagement der UNIGE in diesem Bereich vorbringt, ist dann doch ein starkes Stück.

Ein innovatives Projekt der Universität Genf – oder auch nicht

Der Staatsrat schreibt ausserdem, dass ein «zukünftiges Projekt auf dem Campus Biotech auch die Entwicklung von Miniatursystemen zur In-vitro-Rekonstruktion von Organen» vorsehe.
Dieses Projekt besteht bereits und wird an der hepia Genf (Hochschule für Landschaftsgestaltung, Ingenieurwesen und Architektur) umgesetzt, die nicht zur UNIGE gehört. Sollte dieses Labor auf den Campus Biotech umziehen, wäre das eine Weiterführung eines bestehenden Projekts und keine Innovation. Und selbst wenn die UNIGE bereit wäre, ein paar Franken dafür abzuzweigen, würde es noch lange nicht zu einem Projekt der UNIGE.



Öffentliche Mittel werden in Tierversuche gepumpt

Im April dieses Jahres gab die UNIGE an, dass sie aus ihren Eigenmitteln sieben Millionen Franken in Tierversuche und 300’000 Franken in Ersatzmethoden fliessen lässt.
Der Staatsrat informiert uns in seinem Schreiben, dass die Tierhaltungen die UNIGE weitere 5,5 Millionen Franken kosten.

Insgesamt fliessen also 12,5 Millionen Franken in Tierversuche, wobei die bekanntgegebenen Ausgaben noch deutlich zu tief geschätzt sein dürften. Für Alternativmethoden hingegen werden gerade einmal 300ʼ000 Franken aufgewendet.
Die Antwort des Staatsrats bestätigt uns in unserer Annahme, dass die Honoratioren der naturwissenschaftlichen und medizinischen Fakultäten der UNIGE ohne kräftigen Tritt in den Hintern weiterhin alle zum Narren halten werden.

 


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