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Rückblick auf den Vortragsabend vom 30. April 2014 an der Universität Genf

Versuche in der Forschung: Tiermodell oder Alternativmethoden?

Am Vortragsabend, der von Studenten aus verschiedenen Fakultäten der Universität Genf organisiert wurde, nahmen mehr als 200 Personen teil. Vier Referenten sprachen vor vollen Rängen: Die Forscher Denis Duboule und Pierre Cosson als Vertreter des Rektorats, Samuel Constant vom Unternehmen Epithelix, das auf die Entwicklung von Alternativmethoden spezialisiert ist, und Dr. med. vet. André Menache als Vertreter der LSCV.

Die Veranstaltung beschäftigte sich mit folgenden Fragen: Taugt das Tier als Studienmodell für den Menschen? Können Tierversuche in der Forschung ersetzt werden und wenn ja, wie? Wie engagiert sich die Universität Genf (UNIGE) in diesem Bereich?

Im Dezember 2013 gab die UNIGE an, dass aus ihren Eigenmitteln sieben Millionen Franken in Tierversuche und nur gerade 300’000 Franken in Ersatz- oder Alternativmethoden fliessen.
Auch der Bund gibt jedes Jahr rund 100 Millionen Franken für Tierversuche und lediglich 400’000 Franken für Alternativmethoden aus.
Liegt der Grund für die geringe finanzielle Unterstützung von Ersatzmethoden in ihrem mangelnden Potenzial? Oder fördert das Forschungssystem grundsätzlich nur Tierversuche und wenn ja, warum?

Das Zusammentreffen versprach interessante Diskussionen, ist es doch eher selten, dass sich Befürworter und Gegner der Vivisektion in einem solchen Rahmen begegnen. Leider verlief die Diskussion nach den Vorträgen der vier Referenten sehr schnell im Sand.
Die zwei vom Rektorat der UNIGE abgeordneten Forscher gaben sich als eifrige Verteidiger der Tierversuche und rechtfertigten die gegenwärtige Situation mit allerlei absurden Voten: Nein, es ist nicht möglich, etwas zu verbessern. Wir sind schon die besten. Ändern Sie bloss nichts. Dankeschön.
Wenn man bedenkt, dass einer der beiden Forscher gleichzeitig der Inhaber des nicht gerade produktiven Lehrstuhls für Alternativmethoden ist, überrascht es nicht weiter, dass die Institution sich nicht bewegt. Die Schaffung dieses Lehrstuhls im März 2009 schien vielversprechend und die LSCV verpflichtete sich, während fünf Jahren zu dessen Finanzierung beizutragen. Bei der Eröffnungsfeier sagte Professor Carpentier, Dekan der medizinischen Fakultät – damals ebenfalls vor vollen Rängen –, es sei Zeit für eine neue «Geisteshaltung»:
«Der einzig mögliche Weg, um Tierversuche zu reduzieren oder gar zu ersetzen, ist die Entwicklung von effizienteren und oft auch kostengünstigeren Alternativmethoden, die gleichzeitig leistungsfähig und ethisch vertretbar sind (...) Dieser Lehrstuhl hat nicht nur zum Ziel, neue technologische Ansätze zu entwickeln, er hat vor allem auch die Aufgabe, durch entsprechende Lehre, Arbeit und breite Information eine neue Geisteshaltung zu schaffen.» Fünf Jahre später zeigt sich, dass seine Worte nichts als Schall und Rauch waren.
Das Rektorat, das eigentlich als Partner der Konferenz hätte fungieren sollen, war vor allem damit beschäftigt, den organisierenden Studenten Steine in den Weg zu legen. Von dieser Seite dürfte also keine Unterstützung zu erwarten sein.
Der Eindruck nach der Veranstaltung war klar: Ohne Zwang wird die Universität Genf ihre Praxis niemals ändern. Diese Botschaft ist angekommen.

Medias
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03.05.2014 : « Peut-on se passer de l'expérimentation animale lors de recherches scientifiques? » Journal Le Courrier (GE)

Die Vorträge konnten dank dem motivierten Einsatz einer Studentengruppe der UNIGE organisiert werden. Im Herbst 2014 sollen weitere Aktionen folgen.

 


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