FR | IT

search


Kontakt
maps

Links


De


Fr

Novembre 2015

Bern – Referendum gegen den Laborneubau und den Ausbau der Versuchstierhaltung der Universität Bern

Volksabstimmung vom 28. Februar 2016

Wir wurden im September 2015 von der Berner Staatskanzlei informiert, dass die Volksabstimmung zum Bau eines neuen Laborgebäudes und zum Ausbau der Versuchstierhaltung der Universität Bern am 28. Februar 2016 stattfinden wird. Im Hinblick auf diese Abstimmung wurde das Referendumskomitee am 12. Oktober 2015 von der Kommission für Staatspolitik und Aussenbeziehungen angehört und musste sein Argumentarium vor Veröffentlichung der offiziellen Abstimmungsbroschüre zur Prüfung vorlegen.

Behördliche Schikane und Behinderung des Rechts auf Information

Zuerst wollte die Kommission verhindern, dass die Höhe der für Tierversuche eingesetzten öffentlichen Mittel in unserem Argumentarium aufgeführt wird. Liegt es vielleicht am eklatanten Missverhältnis zwischen dieser Summe und den kümmerlichen Mitteln, die für Ersatzmethoden aufgewendet werden? Nach langem Schriftwechsel musste die Kommission schliesslich klein beigeben und akzeptieren, dass sie unsere aus überprüfbaren Quellen stammenden Zahlen nicht widerlegen konnte.

Eine weitere lächerliche Schikane: Am 24. Juni 2015 legte der Berner Regierungsrat dem Grossen Rat seine Antwort zum Postulat der Grossräte Vanoni (Grüne), Rudin (glp) und Hügli (SP) vom 22. Januar 2015 zu den Tierversuchen im Kanton Bern vor. Diese Antwort war gespickt mit einseitigen und falschen Informationen: zu der Anzahl der für belastende Versuche verwendeten Tiere, zum Engagement für Alternativmethoden und zu weiteren Punkten.
Im Hinblick auf die am 12. Oktober stattfindende Anhörung des Referendumskomitees vor der Kommission für Staatspolitik und Aussenbeziehungen hat die LSCV eine auf klaren Quellen beruhende fünfseitige Stellungnahme verfasst, in der sie die Erklärungen des Regierungsrates widerlegt.
Die LSCV hat am 8. Oktober mit dem Sekretariat des Grossen Rates vereinbart, dass ihre Stellungnahme vor dem 12. Oktober per E-Mail an alle Grossräte versandt wird.
Am 15. Oktober informierte das Sekretariat die LSCV schriftlich, dass die Stellungnahme nicht an die Grossräte, sondern an die Justizkommission (!) weitergeleitet wurde. Das Sekretariat weigerte sich, unsere Stellungnahme doch noch weiterzuleiten, und begnügte sich damit, uns die Postadressen der 160 Grossräte zuzustellen. Die LSCV musste also auf eigene Kosten 160 Exemplare der Stellungnahme drucken, verpacken und an die Grossräte versenden. Die Universität Bern kann sich beim Sekretariat des Grossen Rates für die unverhoffte Unterstützung durch Behinderung des Rechts auf Information nur bedanken.

Unnötiger Luxusbau und Missachtung des Tierlebens

Ein Teil der Bevölkerung mag ob der hohen Summe von 154 Millionen Franken für den Laborneubau schockiert sein, wir wehren uns aber vor allem gegen den Ausbau der Versuchstierhaltungen für die Universität. Man könnte meinen, dass die Zusammenlegung verschiedener über die Stadt verteilter Labors an einem einzigen Standort zu einer geringeren Zahl von Versuchstieren führen würde. Doch das Gegenteil ist der Fall, soll doch die für Versuche zur Verfügung stehende Laborfläche um 3000 Quadratmeter vergrössert werden.

Um der Kritik entgegenzuhalten, liess die Universität über ihren Kommunikationsdienst den Grossräten rund ein Dutzend Dokumente zukommen, welche die Notwendigkeit des Bauvorhabens belegen sollten. Eine grünliberale Grossrätin unterstützte das Vorgehen der Universität, da dieses zu «mehr Transparenz» beitrage und «unbegründete Ängste» gegenüber dem Projekt abbaue.


Christian Leumann, Vizerektor der Uni Bern

Der Inhalt der vielversprechenden Dokumente stellte sich als noch schlimmer heraus, als befürchtet. Von den in fünf Dokumenten beschriebenen Studien, mit denen die Universität den Nutzen von Tierversuchen für die menschliche Gesundheit belegen wollte, hat keine einzige zu einer klinischen Anwendung geführt. Klar, in den Versuchen gelang es, Krebs bei Mäusen, Taubheit bei Schafen oder Leberschäden bei Schweinen zu behandeln. Das heisst aber gar nichts. Wo bleiben die konkreten Beispiele für an der Universität durchgeführte Tierversuchsstudien, die tatsächlich zu einer besseren Behandlung menschlicher Krankheiten geführt haben? Die Universität erklärt, dass Tierversuche für den medizinischen Fortschritt unabdingbar seien. Warum kann sie dann nicht wenigstens eine in ihren Labors durchgeführte Studie nennen, die zur öffentlichen Gesundheit beigetragen hat?

Es folgt eine nicht minder schlimme Aufzählung aller 3R-Projekte, die zum Ziel haben, Tierversuche in der Forschung zu reduzieren oder zu ersetzen, wobei «alle» 3R-Projekte leicht übertrieben ist. Denn von den 14 erwähnten Projekten betrafen drei die Veterinärmedizin (!) und vier weitere zielten lediglich darauf ab, die Anzahl der Versuchstiere oder den Schweregrad der Versuche zu reduzieren.

Es bleiben also nur sieben auf die Humanmedizin ausgerichtete Forschungsprojekte, von denen einige schon vor mehreren Jahren lanciert wurden. Bedenkt man, dass die Universität im gleichen Zeitraum 1000 neue Tierversuche durchgeführt hat, ist ihr Engagement für Ersatzmethoden äusserst bescheiden. Das hält sie jedoch nicht davon ab, mit diesen Projekten für ihren Einsatz in diesem Bereich zu werben.

Den Bau von Tierhaltungen verhindern – und wie weiter?

Unser Referendum hat nicht zum Ziel, ein Projekt zu verhindern, nur damit es an einem anderen Standort verwirklicht wird. Der Kanton Bern und seine öffentlichen Institutionen stellen Mittel für die medizinische Forschung zur Verfügung. Diese Gelder bleiben im Kanton Bern, egal wie die Abstimmung ausgeht. Mit Versuchstieren zu forschen, heisst, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Warum innovativ sein und neue Methoden erforschen, wenn man es auch genau gleich wie alle anderen machen kann? Und wenn doch der Bund Forschungsgruppen, die Tierversuche durchführen, geradezu mit Mitteln überschüttet? Den Bau der Tierhaltung zu verhindern, ist eine Chance, die Forscher zum Beschreiten neuer Wege zu zwingen. Sollen doch diejenigen, die unbedingt weiter mit Versuchstieren forschen wollen, weggehen. Das Geld würde dann anderen, neugierigen und innovativen Forschern zur Verfügung stehen, denn solche Leute braucht die Forschung. Sie braucht keine Wissenschaftler, die immer wieder dieselben Experimente durchführen, zuerst an Ratten, dann an Mäusen, denen das Gen X fehlt, dann an Mäusen, denen das Gen Z fehlt, und dann, weil die Ergebnisse widersprüchlich sind, noch einmal an Ratten.

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Vorbereitung der Abstimmungskampagne

Seit mehreren Wochen arbeiten die Mitgliedsorganisationen des Referendumskomitees an der Kampagne für die kommende Abstimmung. Die Kommunikation wird geplant, das visuelle Konzept erarbeitet, und die verschiedenen Aufgaben werden organisiert und verteilt. Jede Organisation bringt ihre Kompetenzen und Ressourcen ein. Die Kampagne ist also auch eine Chance für ein geeintes Vorgehen der sechs beteiligten Organisationen. Doch letztlich können wir eine erfolgreiche Kampagne nicht alleine bestreiten.

Wir sind auf Ihre Unterstützung angewiesen!

Wir müssen diese Abstimmung gewinnen. Damit uns das gelingt, brauchen wir Ihre Hilfe. Wir bitten alle LSCV-Mitglieder aus dem Kanton Bern, Flyer und Informationsblätter in den Briefkästen ihres Wohnquartiers zu verteilen oder uns bei der Verteilung von Infomaterial in Städten, auf Märkten und an anderen Orten zu unterstützen. Sie können beispielsweise verschiedene Läden bitten, Plakate aufzuhängen, Leserbriefe schreiben, mit Menschen in Ihrem Umfeld über die bevorstehende Abstimmung sprechen und sie mit guten Argumenten von der Ablehnung des Neubaus überzeugen.
Alle Mitglieder und Freunde der LSCV, die gelegentlich in Bern sind und/oder bei unseren Verteil- und Infoaktionen mithelfen möchten, bitten wir, sich bei uns zu melden. Gemeinsam können wir diese Abstimmung gewinnen!
Kampagnen-Verantwortlicher für die LSCV: Benjamin Frei, Tel. 079 604 02 90

Für die Referendumskampagne, die von Januar bis Mai 2015 stattfand, hat die LSCV rund 100'000 Franken aufgewendet. Diese Summe wurde für den Druck der Unterschriftenbögen, Plakate und Flyer sowie für den Versand einer Informationsbroschüre an 300'000 Adressen eingesetzt. Für die Abstimmungskampagne brauchen wir nun neue Mittel, damit wir gesehen und gehört werden. Geplant sind eine Plakataktion sowie zahlreiche Verteilaktionen in den Wochen vor der Abstimmung.
All dies ist nur dank Ihrer finanziellen Hilfe möglich. Wir danken Ihnen allen ganz herzlich für Ihre anhaltende Unterstützung! Ohne Sie wäre unsere Arbeit gar nicht möglich.

www.stopptierversuchebern.ch

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Gebundene Artikel :
»» Referendum gegen den Laborneubau der Universität Bern
»» Referendumskampagne war erfolgreich
»» Ihre Gesundheit hat Besseres verdient als Tierversuche
»» Volksabstimmung vom 28. Februar 2016 über die neuen Versuchstierhaltungen


Abonnieren Sie unseren

..................................

Was geben Sie Ihrem Hund oder Ihrer Katze zu fressen?

Es gibt tierversuchsfreie Tiernahrung »» Mehr

..................................

Wie lassen sich Tierversuche rechtfertigen?
»» Mehr

..................................

Tierversuch oder Forschungsmethode ohne Tiere?
Mit den nötigen Mitteln und den Karrieremöglichkeiten von Forschern die auf Tiere verzichten, würde die medizinische Forschung rasche und spektakuläre Forschschritte machen.
»»
Mehr

..................................

Tiere sind kein biologisches Modell des Menschen
Sechs Männer nach Medikamententests im Spital. »» Mehr

..................................

Publizieren oder untergehen
Ein System, das Innovationen in keiner Weise fördert.
»» Mehr

..................................

Betrügerische Publikationen
Um Geld zu erhalten, müssen die an den öffentlichen Einrichtungen tätigen Forscher ihre Arbeiten regelmässig in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichen.
»» Mehr

..................................

Universitäten und Tierversuche
»» Mehr

..................................