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Oktober 2011

Bericht über das ECEAE Treffen in Warschau
vom 27. bis am 29. Oktober 2011

Das zweite, halbjährliche Treffen der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (ECEAE) hat in Warschau, der Polnischen Hauptstadt, stattgefunden. Daran nahmen Tierschutzdelegierte aus elf europäischen Ländern teil. Maja Schmid vertrat die LSCV. Das Meeting wurde von der lokalen Tierschutzorganisation Polish Viva! organisiert und fand in der Town Hall statt. Der Saal wurde von den Behörden Warschaus gratis zur Verfügung gestellt.

Ein Grossteil des Meetings war dem REACH Programme und der neuen europäischen Richtlinie für Tierversuche 2010/63 gewidmet.

Das REACH Programme (Registration, Evaluation, Autorisation and Restriction of Chemicals) betrifft das Reglement welches vom Europäischen Parlament am 18. Dezember 2006 angenommen wurde und am 1. Juni 2007 in Kraft trat. Dabei geht es vor Allem um die Bewertung der Giftigkeit chemischer Substanzen die in Europa erhältlich sind und von welchen die jährliche Produktion eine Tonne übersteigt. Das Reglement schreibt vor, dass, sollte keine gültige und bewilligte Alternativmethode bestehen, diese Tests an Tieren durchgeführt werden müssen. Diese Art von Tests gehört zu den Schlimmsten die man an Tieren ausführen kann. Um die Gemüter zu  beruhigen war vorerst von 30'000 Tieren die Rede. In Wirklichkeit spricht man heute jedoch von mehreren Millionen Versuchstieren an denen die bis jetzt registrierten Substanzen getestet werden sollen. Dies umso mehr als REACH auch noch als Vorwand für total absurde Tests vorgeschoben wird. Wir haben erfahren, dass Versuche an Tieren durchgeführt werden, ohne dass vorher eine bestimmte Substanz ausgewiesen wurde. Zum Beispiel kann es sich dabei um Staubpartikel während dem Produktionsvorgang in einer Fabrik handeln.
Aufgrund der Herstellung und des Exports chemischer Produkte in den europäischen Raum durch Schweizer Firmen ist unser Land ebenfalls von der Umsetzung von REACH betroffen. Eine Gesetzesänderung hinsichtlich der Anpassung des schweizerischen Rechts an das europäische Reglement ist bei der Bundesbehörde noch in Diskussion.

Die neue europäische Richtlinie für Tierversuche wurde vom europäischen Parlament am 8. September 2010 angenommen und soll 2012 in Kraft treten.
Grundsätzlich ist der neue Text zweifelsohne besser als die noch gültige Konvention welche seit Ende der achtziger Jahre Tierversuche reglementiert.
Vom heutigen Standpunkt des Wissens jedoch ist die neue Richtlinie eine riesige Enttäuschung, da sie vor Allem die Belange der Forscher unterstützt. Daher ist es nicht erstaunlich, dass die European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA) den Text "willkommen" hiess. Gemäss EFPIA stellt er "einen Schritt in die richtige Richtung" dar. Tatsächlich sieht die neue Richtlinie, neben den Verboten, eine solche Fülle von Ausnahmen vor, dass es kein Problem sein dürfte, alles und jedes in europäischen Labors zu testen. Darin enthalten sind so skandalöse Bestimmungen wie die Verwendung von streunenden Hunden und Katzen, von Tieren auf der roten Liste oder solchen die in freier Wildbahn gefangen werden, z.B. Primaten und Menschenaffen.
Während ihrem Referat erwähnte Dr. Katy Taylor, Biologin bei der ECEAE, die negative Wirkung die die Umsetzung der Richtlinie auf Länder mit strengeren Normen haben dürfte. Die Gefahr besteht, dass der Tierschutz in vielen Ländern, wie Grossbritanien, stark verschlechtert würde. Jede Delegation der ECEAE wurde daher angehalten, die von Dr. Katy Taylor vorgeschlagenen Verbesserungen während der Vernehmlassungszeit den Landesregierungen zu unterbreiten.
In der Schweiz werden Tierversuche durch das neue Tierschutzgesetz (TSchG) und die Tierschutzverordnung (TSchV), welche im September 2008 in Kraft traten, sowie von zwei seit 2010 gültigen Verordnungen geregelt: die Tierversuchsverordnung und die Verordnung über das elektronische Informationssystem zur Verwaltung der Tierversuche.

Happening vor der Town Hall. Sechs ECEAE Mitglieder posieren zum Anlass der bisher 125'000 gesammelten Unterschriften der Petition "Nein zu Tierqualkosmetik". Mit dieser Petition will verhindert werden, dass das Stichdatum von 2013 für ein Importverbot in Europa von an Tieren getesteter Kosmetika um weitere 10 Jahre hinausgeschoben wird. Wir bedanken uns bei unseren Mitgliedern und Sympathisanten die mit mehreren tausend Unterschriften zu diesem Erfolg beigetragen haben.


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