Office
vétérinaire fédéral
Schwarzenburgstrasse 161
3003 Berne
Thônex, 20. Juni 2007
Von Dr. Bize in Solothurn und der übrigen Schweiz an Vögeln
durchgeführte Versuche
Sehr geehrte Frau
Am 25. Mai 2007 baten wir das kantonale Veterinärsamt des Kantons
Solothurn um Informationen zu den oben erwähnten Tierversuchen.
In seiner Antwort liess der Kantonsveterinär verlauten,
er könne uns nicht antworten, da das Dossier aufgrund einer eingereichten
Klage geprüft werde. Der entsprechende Briefwechsel liegt im Anhang
bei.
Zu Beginn dieser Woche gingen bei unserer
Liga erneute Einsprachen zum Verlauf der von Dr. Bize durchgeführten Tierversuche ein. Die Kläger
liessen verlauten, der Forscher habe „freien Zugang zu allen Alpenseglerkolonien
in der Schweiz“. Im Mai habe er „Nest bauenden Vögeln
einer Alpenseglerkolonie in Baden (Aargau) Federn ausgerissen, um das
Geschlecht der Tiere festzustellen (sic!)“.
Wir bitten Ihr Amt deshalb um folgende Informationen
im Zusammenhang mit den Versuchen, die Dr. Bize in unserem Land durchführt:
1. Für welche Kantone besitzt Dr. Bize eine Bewilligung, um solche
Versuche durchzuführen?
2. Entspricht seine Ausbildung im Bereich
der Tierversuche dem TSchG? Verfügt Dr. Bize beispielsweise über die notwendige Ausbildung,
um chirurgische Eingriffe (Schnitte und Anbringen eines Kortikosteronimplantats)
an Jungvögeln vorzunehmen?
3. Ist für die erwähnten chirurgischen
Eingriffe eine kantonale Bewilligung erforderlich?
4. Der Kanton Aargau hat den Kanton Basel
mit der Betreuung von Dossiers zu Tierversuchen beauftragt. Werden
die von Dr. Bize vorgenommenen Tierversuche somit überhaupt von einer zuständigen Behörde betreut?
Falls dies zutrifft, kann Ihr Amt gewährleisten, dass die Versuche
von Dr. Bize kontrolliert wurden?
5. Unter welchem Schweregrad werden die Versuche
von Dr. Bize eingestuft? Entsprechen die bei Ihrem Amt eingereichten
Vor- oder Schlussberichte den anfänglich von ihm beschriebenen
Versuchen?
6. Führt Dr. Bize seine Forschungen in der Schweiz als „unabhängiger“ Wissenschaftler
durch oder gehört er einem Forschungsteam an (Ein Kläger behauptet,
er arbeite mit der Universität Lausanne oder der EPFL zusammen)?
Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und grüssen
Sie herzlich
Max Moret
Präsident
Luc Fournier
Vizepräsident
Beilagen: wie erwähnt |