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November 2013

Tierversuch oder Forschungsmethode ohne Tiere?

Um Tierversuche zu rechtfertigen stellen Forscher oft die Unmöglichkeit der Studien an Ersatzmethoden in den Vordergrund. Wie aber könnte es möglich sein, in-vitro oder in-silico Modelle in der Forschung anzuwenden wenn für deren Entwicklung praktisch keine finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden?

Das Fehlen tierversuchsfreier Forschungsmethoden ist nicht auf den Schwierigkeitsgrad oder die Unmöglichkeit deren Entwicklung zurück zu führen. Mit den nötigen Mitteln und den Karrieremöglichkeiten von Forschern die auf Tiere verzichten, würde die medizinische Forschung rasche und spektakuläre Forschschritte machen. Leider blockiert das heutige Finanzsystem in der Forschung jegliche Innovation auf diesem Gebiet. Nur Forscher die Tierversuche durchführen können auf Staatsgelder hoffen.

Obwohl der Bund verpflichtet ist, in "Zusammenarbeit mit Hochschulen und Industrie die Entwicklung, Anerkennung und Anwendung von Methoden, die Tierversuche ersetzen" (Art. 22, Abs. 2 TSchG) zu fördern, teilen sich die Staatsgelder die für die medizinische Forschung heute verwendet werden wie folgt auf:

Quellen:

Tierversuche

Antwort des Bundesrates vom 9. Dezember 2011 auf die Anfrage 11.1085 der Nationalrätin Maya Graf "Öffentliche Gelder für Tierversuche. Mehr Transparenz"
Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) hat 2009 521 Tierversuche unterstützt, und das mit 76,2 Millionen Schweizer Franken (durchschnittlich CHF 146'000.- pro Projekt). Davon flossen 52,8 Millionen in Gehälter.
90% der Experimente betrafen die Grundlagenforschung.
Die bewilligten Gelder beinhalten weder die Beiträge von den Kantonen und Universitäten, noch die Kosten für die Tierhaltungen die sich jährlich auf 80 Millionen Schweizer Franken belaufen (46 Millionen zu Lasten des Bundes, 25 Millionen zu Lasten der Kantone) 1). Die geplanten Investitionen in Tierhaltungen der Universitäten von 2009 bis 2013 belaufen sich auf 65,5 Millionen.

Der SNF ist die wichtigste Finanzquelle öffentlicher Gelder in der akademischen Forschung in der Schweiz. Die Division III "Biologie und Medizin" des SNF ist damit beauftragt, die zu unterstützenden Projekte auszuwählen. Dieser Division gehören 30 Wissenschaftler an, die vorwiegend Karriere mittels Tierversuchen machen. Es ist daher nicht erstaunlich, dass der SNF keine Projekte unterstützt, welche die Entwicklung von tierversuchsfreien Forschungsmethoden fördern könnten.

Ersatzmethoden

Die einzige finanzielle Unterstützung für die Entwicklung tierversuchsfreier Forschungsmethoden kommt von der Stiftung Forschung 3R die über ein mikroskopisch kleines Budget von einer Million Schweizer Franken verfügt, das sich der Bund und Interpharma teilen (im Jahr 2012 waren das 510'000.- Franken für jeden).
Gemäss dem letzten Jahresbericht der Stiftung 5) "richtete die Stiftung Forschungsbeiträge von insgesamt Fr. 618 767.15 an 14 Projekte aus. (...) Angesichts der limitierten finanziellen Mittel wurde die Projektausschreibung auf den Termin Februar 2012 beschränkt. Dazu wurde neu ein 2-stufiges Gesuchsverfahren angewandt. (...) Davon wurden 2 Beitragsgesuche mit geringerer 3R-Relevanz nicht berücksichtigt, weil der finanzielle Rahmen ausgeschöpft war".

Obwohl verschwindend kleine Mittel in Ersatzmethoden investiert werden, sind die Bundesbehörden mit ihrem Engagement zufrieden und bestätigen: "Unsere Unterstützung der Stiftung Forschung 3R ist die wichtigste Stütze in der Förderung von Forschungsmethoden die zum Ziel haben, Tierversuche zu reduzieren. Damit trägt der Bund entscheidend dazu bei, die Anzahl Tiere in Tierversuchen zu verringern" 2).

In den 26 Jahren seines Bestehens hat die Stiftung nur 134 Projekte unterstützt, was einem Durchschnitt von 5 Projekten jährlich entspricht. Zum Vergleich dazu hat der SNF jedes Jahr 500 neue Studien mittels Tierversuchen unterstützt.

Für eine Forschung die zuverlässig, ethisch und im Sinne der Volksgesundheit ist

Die Wissenschaftler die an Universitäten Tierversuche durchführen sind gleichzeitig jene, die über die finanziellen Mittel in der medizinischen Forschung entscheiden. Mit solchen Interessekonflikten ist die Entwicklung tierversuchsfreier Methoden aussichtslos.
Die öffentlichen Gelder finanzieren die akademischen Karrieren, aber nicht eine effiziente Forschung im Sinne der Volksgesundheit.
Für das Gemeinwohl muss die Entwicklung neuer Forschungsmethoden auch aus wissenschaftlichen Gründen angestrebt werden. Das Tiermodell ist für die Erforschung menschlicher Krankheiten in den meisten Fällen ungeeignet und stellt nur eine Verschwendung von Ressourcen dar.

Für unsere Gesundheit müssen wir die Entwicklung neuer Forschungsmethoden unterstützen, da diese durchschlagende Erkenntnisse hervorbringen wird die direkt auf den Menschen übertragbar sind.

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Note :

1) Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle "Tierversuche. Prüfung des Bewilligungsprozesses, der Kosten und der Finanzierung", Februar 2009

2) http://lscv.ch/images/experimentation/alternatives/download/2010_03_06_LSCV_a_OVF_Alternatives.pdf
http://lscv.ch/images/experimentation/alternatives/download/2010_06_21_OVF_a_LSCV_Alternatives.pdf

 


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