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September 2009 - Schweiz – Entwicklung von Alternativmethoden

Epithelix - oder der bemerkenswerte Werdegang von vier innovativen Wissenschaftlern

Der Werdegang der Firma Epithelix ist etwas ganz Besonderes. Dem Unternehmen gehören Wissenschaftler an, die sich ausschliesslich der Entwicklung von Alternativmethoden verschrieben haben. Dies trotz den finanziellen Schwierigkeiten, die mit der Lancierung von Aktivitäten in diesem Bereich verbunden sind. Epithelix verfolgt aber auch ein ethisches Ziel: Die Firma möchte dazu beitragen, dass Tierversuche dank der Verwendung von In-vitro-Modellen eingestellt werden können.

Die Liga entdeckte die Arbeit von Ludovic Wiszniewski im November 2005, einige Monate bevor dieser mit drei anderen Forschern das Unternehmen Epithelix gründete. Die Stiftung Forschung 3R hatte sich geweigert, seine Arbeit zu unterstützen. Anders verhielt sich die Stiftung Naef. Diese verlieh dem Wissenschaftler für sein Zellmodell zur Untersuchung menschlicher Atemwegserkrankungen wie Asthma und Mukoviszidose einen Preis. Das Interesse, in diesem Bereich über eine Alternative zu Tierversuchen verfügen zu können, darf nicht unterschätzt werden. Da bei Mäusen auf „natürlichem Weg“ solche Krankheiten nicht auftreten, werden genetische Mäuse hergestellt, um die zu untersuchenden Atemwegserkrankungen möglichst echt nachzubilden. Trotz dieser absurden Studien setzen die Forscherteams ihre Arbeiten in aller Ruhe fort. Dies gilt aber glücklicherweise nicht für alle. So äusserte sich der Leiter des Instituts für Physiologie und Zellbiologie des CNRS wie folgt:
„Die Arbeit, die Ludovic Wiszniewski geleistet hat, stellt einen bedeutenden Fortschritt für unsere Kenntnisse von der Physiologie und Physiopathologie des Atemepithels dar (...). Die Verwendung von Mäusen war nicht zufrieden stellend für eine sorgfältige Untersuchung der Atemfunktion (...). Somit erwies es sich als dringend notwendig, zu einem langfristig verfügbaren Modell von Primärkulturen Zugang zu haben, welches das Atemepithel möglichst genau nachahmen konnte (...)".


Natürlich waren wir an der Arbeit von Ludovic Wiszniewski interessiert. Unser Interesse wurde aber auch durch seinen Einsatz und seine Persönlichkeit geweckt. Als Epithelix im März 2006 gegründet wurde, erklärten wir uns deshalb sofort einverstanden, die Arbeiten des Unternehmens finanziell zu unterstützen. Diese Hilfe setzten wir 2007 und 2008 fort.

Nach dreijähriger Aktivität deckt der Verkauf des In-vitro-Modells nun sämtliche Betriebskosten von Epithelix. Ein Validierungsprozess für die Verwendung dieser Modelle anstelle von Tierversuchen im Rahmen von Toxizitätstests ist beim Europäischen Zentrum zur Validierung von Alternativmethoden (European Centre for the Validation of Alternative Methods ECVAM) im Gang. Gleichzeitig setzt die Firma Epithelix die Entwicklung eines breit angelegten Vertriebs ihrer Produkte fort. Derzeit werden pro Jahr rund 5'000 In-vitro-Modelle verkauft, was zahlreiche Tierversuche einspart. Anfang Jahr erhielt Epithelix zudem den „Red Herring Europe“ Preis als einer der „100 viel versprechendsten Betriebe Europas“. Diese Auszeichnung verhilft der Firma zu mehr Bekanntheit.
Diese guten Neuigkeiten stellen für uns eine Gelegenheit dar, all unseren Mitgliedern sowie unseren grosszügigen Spenderinnen und Spendern zu danken. Dank Ihrer Hilfe konnte die Liga die ausgezeichnete Arbeit von Epithelix unterstützen. Herzlichen Dank!


A propos Epithelix

Das Unternehmen liefert In-vitro-Lösungen im Bereich der Atemwegserkrankungen und Toxizitätstests. Es entwickelte eine auf menschlichen Primärkulturen mit einer Lebensdauer von einem Jahr basierende Technologie zur In-vitro-Nachbildung von Atemwegen. Dies stellt einen der grossen Vorteile der von Epithelix hergestellten In-vitro-Modelle dar, beträgt die Lebensdauer der Zellkulturen doch derzeit ca. zwei Wochen.

Auszeichnungen für die Arbeit von Epithelix

Seit ihrer Gründung wurde die Firma Epithelix mit folgenden Preisen ausgezeichnet: „World Technology Award“, „BioInnovation Prize“ und „Venture Idea 2006 McKinsey&Company“ im Jahr 2006, „Liechti“ und „CTI START-UP LABEL“ 2007 sowie den Preis der „Stiftung W.A. von Vigier“ und „Venture Leader“ 2008. Im April 2009 folgte der RED HERRING EUROPE 2009, mit dem die 100 viel versprechendsten Unternehmen Europas ausgezeichnet werden.

Als die Liga 2006 ihre kantonale Initiative „Zur Entwicklung von Alternativmethoden und gegen Missbräuche im Rahmen von Tierversuchen an der Universität Genf“ lancierte, liess einer der Universitätsbarone bezüglich der Alternativmethoden in den Zeitungen verlauten: „An Plüschtieren lässt sich keine Forschung betreiben.“ Als man ihn fragte, warum die Universität Genf die Arbeit von Epithelix nicht unterstützt hatte, antwortete er: „Wenn man ihnen nicht hilft, so ist dies, weil es nicht funktioniert.“
Über diese Anekdote könnte man schmunzeln, wäre dieser Professor nicht einer der 30 Experten der Abteilung 3 des SNF welcher über die finanzielle Unterstützung wissenschaftlicher Forschungsarbeiten zu beurteilen hat...


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