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Lehrstuhl Doerenkamp-Naef-Zbinden
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Geschäftsbericht 2010

Im zweiten Jahr seiner Tätigkeit beschreibt Lehrstuhlinhaber Prof. Pierre Cosson die verschiedenen Lehrmethoden und Ausbildungen, die den Studierenden oder Forschern angeboten werden.

Alternativmethoden unterrichten

Wie werden Alternativmethoden zu Tierversuchen unterrichtet? Das Ziel ändert sich je nach Stand des Studiums: So ist es nützlich, junge Studierende für das Vorhandensein zahlreicher Alternativmodelle anstelle der Verwendung von Labortieren zu sensibilisieren. Studierende, die solche Modelle entwickeln möchten, müssen ihr Doktorat anschliessend in den Labors absolvieren, die derartige Methoden unterrichten. Auf einem fortgeschritteneren Niveau richten wir uns an ein spezialisiertes Zielpublikum und müssen versuchen, spezifische Alternativen zu praktischen Fragen zu finden, die sich im Alltag stellen.

Um auf solch unterschiedliche Situationen reagieren zu können, haben wir mit Hilfe der Assistenten in meiner Gruppe Ausbildungen entwickelt, die den verschiedenen Niveaus der universitären Ausbildung entsprechen. Die wichtigsten Lehrgänge sind nachfolgend beschrieben. Ebenfalls erwähnt werden verschiedene Projekte, die demnächst umgesetzt werden müssen.

Im zweiten und dritten Jahr der Medizin entwickelten wir einen Optionskurs (nicht obligatorisch) zur Einführung in Alternativmethoden. In einer Seminarreihe werden die wichtigsten Modellsysteme beschrieben. Gleichzeitig führen die Studierenden in einem nicht tierischen System (im vorliegenden Fall Hefe) ein Forschungsprojekt durch. Insgesamt umfasst der Kurs während eines Semesters 32 Unterrichtslektionen. Den ersten Kurs belegten sechs Studierende, die das Angebot äusserst positiv beurteilten. Wir werden die Ausbildung nächstes Jahr mit höheren Beständen erneut ausschreiben.
Mit dem gleichen Sensibilisierungsziel führten wir vier Kursstunden zur Verwendung von Modellsystemen für Studierende durch, die einen Master in Biologie absolvieren (4. Jahr).
Eine Präsentation am Genfer Collège de Saussure stellte einen durchschlagenden Erfolg dar. In der Folge werden wir uns bemühen, regelmässig solche Veranstaltungen durchzuführen.

Im Doktoratsbereich beschäftigt unser Labor drei Studierende. Sie untersuchen verschiedene Aspekte von Alternativmodellen, die wir entwickeln (Verwendung von Modellen, die keine Säugetiere darstellen, für die Untersuchung von Infektionskrankheiten). Die Arbeiten führten zu zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen in den internationalen Zeitungen sowie zu Präsentationen an internationalen Kongressen. Diese tragen dazu bei, die erhaltenen Resultate zu verbreiten.

Für etablierte Forscher nahmen wir an den (vom Tierschutzgesetz vorgesehenen) Kursen teil, die Wissenschaftler belegen müssen, welche Tierversuche durchführen. Wir trugen dazu bei, für diese Forscher den Unterricht von Alternativmethoden zu entwickeln. Vor rund fünfzig Wissenschaftlern werden diese zweistündigen Kurse drei bis vier Mal pro Jahr erteilt. Darüber hinaus schufen und betreiben wir ein Netzwerk von Labors, das jährlich eine Tagung zur Entwicklung von Alternativmethoden durchführt, um Infektionskrankheiten zu untersuchen. Daran beteiligen sich rund vierzig spezialisierte Forscherinnen und Forscher, die ihre entsprechenden Resultate austauschen. Das nächste Treffen findet im Frühling 2011 in Genf statt.

In-vitro-Herstellung von Antikörpern

Zu den spezifischen Zielen unseres Labors gehört es, eine neue In-vitro-Methode (Phagenbank) zu entwickeln und zu verbreiten, welche es ermöglicht bei der Herstellung von Antikörpern Tiere zu ersetzen. Nach zweijähriger Vorbereitungszeit nehmen wir dieses Jahr unsere erste Zusammenarbeit auf. Damit möchten wir Forschern die Anwendung solcher Alternativtechniken beibringen. Interessanterweise handelt es sich bei den interessierten Forschern um diejenigen, die sich erfolglos bemüht haben, bei den Tieren Antikörper zu erzeugen. Sie möchten somit gerne Zugang zu Alternativmethoden haben. Solche Techniken könnten es ermöglichen, die Verwendung von Tieren in zahlreichen Biologie- und Medizinlabors auf vorteilhafte Weise zu ersetzen. Ein spezieller Kurs soll dazu dienen, die theoretischen und praktischen Aspekte derartiger Methoden zu unterrichten.

Im Rahmen der Struktur CAAT-Europe bereiten wir einen Kurs für Unternehmen vor, die mit Tierversuchen zu tun haben. Während mehreren Tagen soll dieser die ethischen und praktischen Vorteile der verschiedenen Ersatzmethoden von Tierversuchen aufzeigen.

Fazit: Zwei Jahre nach der Bildung des Lehrstuhls Doerenkamp-Naef-Zbinden haben wir verschiedene Ausbildungen zu Alternativmethoden ins Leben gerufen. Wir sind uns jedoch bewusst, dass dies erst den Beginn unserer Arbeit darstellt. Die Einführung jeder neuen Ausbildung erfordert eine umfassende Vorbereitung. Es gilt, die Kurse zu organisieren, aber auch die verschiedenen Lehrgänge validieren zu lassen und ein sehr unterschiedliches Zielpublikum anzusprechen. Wir möchten diesem Katalog jedes Jahr ein oder zwei neue Elemente hinzufügen. Dies würde es uns erlauben, die verschiedenen Techniken zur Ersetzung von Tierversuchen bestmöglich abzudecken und alle Gruppen unseres Zielpublikums anzusprechen.

Prof. Pierre Cosson
Centre Medical Universitaire
Dpt of Cell Physiology and Metabolism


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