Warum
werden heutzutage noch Tierversuche durchgeführt?
Tierversuche erfolgen hauptsächlich aus finanziellen
Gründen.
Sie werden nicht durchgeführt, um die Entwicklung
neuer Medikamente zur „Behandlung von Krankheiten“ in
den reichen Industrieländern oder gar in den Ländern
der Ärmsten dieser Welt zu ermöglichen. Wäre
dies das Hauptziel der Wissenschaftler, würden sie
sich bemühen, Forschungsmodelle zu untersuchen und
entwickeln, bei denen keine Tiere eingesetzt werden (Alternativmodelle).
Heutzutage bestreitet niemand mehr, dass Tiere ein
schlechtes Modell zur Erforschung des Menschen darstellen.
Da zwischen den Arten zahlreiche Unterschiede bestehen,
können menschliche Krankheiten nicht auf zufrieden
stellende Weise untersucht werden.
Warum
wird die Vivisektion überhaupt noch betrieben
und von einem Teil der Wissenschaftler unterstützt,
wenn sie so fragwürdig ist?
Mit der medizinischen Forschung in privaten Labors oder
multinationalen pharmazeutischen Unternehmen werden jedes
Jahr Gewinne in Milliardenhöhe erzielt. Hunderttausende
leben von dieser Tätigkeit. Darunter auch Zehntausende
von Wissenschaftlern, die an öffentlichen Instituten
wie beispielsweise den Universitäten Tierversuche
durchführen.
Wer möchte schon sein
Einkommen verlieren?
Welcher Wissenschaftler möchte schon seine Karriere
der Untersuchung und Entwicklung von Forschungsmodellen
opfern, bei denen keine Tiere eingesetzt werden? Schliesslich
besteht die grosse Wahrscheinlichkeit, dass nicht er,
sondern erst die Wissenschaftler späterer Generationen
die Gewinne aus dieser Forschung einsacken.
Die Summen, die derzeit für Alternativmethoden aufgewendet
werden, sind lächerlich gering. Um zufrieden stellende
Resultate zu erhalten, muss noch viel geleistet werden.
Nebst der Frage, warum die Tierversuche in der medizinischen
Forschung überhaupt zu ersetzen sind, muss man sich
auch überlegen, wie viele Mittel den Wissenschaftlern
zur Verfügung stehen, um ohne Unterstützung
arbeiten zu können.
Gibt
es abgesehen von ethischen Erwägungen wissenschaftliche
Gründe, welche die Verwendung von lebenden Tieren
in der medizinischen Forschung rechtfertigen?
Nein, solche Gründe gibt es nicht. Mit unserem nachfolgenden
Dossier möchten wir zeigen, dass die Vivisektion
nicht nur unnütz, sondern für den Menschen
in gesundheitlicher Hinsicht sogar gefährlich ist.
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Ursprünge der
Tierversuche
Zu allen Zeiten
versuchten die Menschen, Krankheiten oder Verletzungen
zu heilen und den Tod zu besiegen. Die ersten Zeugnisse
der an Tieren vorgenommenen Vivisektion sind über
2500 Jahre alt. lesen
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Heutige Situation
In
Europa
Die neuesten europäischen
Statistiken aus dem Jahr 2005 zeigen, dass im Jahr
2002 in den Labors über zehn Millionen Tiere eingesetzt
wurden. Im Vergleich zu den 1999 veröffentlichten
Statistiken bedeutet dies einen Anstieg von fast 10%.
Über die Hälfte
aller Labortiere der Europäischen Union werden in
Frankreich, Deutschland und Grossbritannien eingesetzt.
Mit 2,2 Millionen Tieren entfallen über 20% auf
Frankreich.
• Im Vergleich zu
1999 verdreifachte sich die Zahl der im Unterricht eingesetzten
Tiere.
• In der Landwirtschaft
wurden doppelt so viele Tiere eingesetzt.
• Die Verwendung
von Primaten nahm um 14% zu. Über 10'000 Primaten
wurden hauptsächlich in der Toxikologie und der neurologischen
Forschung verwendet.
• Die Verwendung
von Hunden nahm um 30% zu. Insgesamt wurden über 21'000
Hunde eingesetzt.
• In der Toxikologie
wurden 40% mehr Tiere eingesetzt. An 4'000 Tieren wurden
Haushaltprodukte und an weiteren 16'500 Tieren Nahrungsmittelzusätze
getestet.
In
der Schweiz
Im Jahr 2009 wurden in den Schweizer Forschungslabors über
706'000 Tiere geopfert. Die SLGV ist daran, ein Dossier
zu erarbeiten, das Auskunft über die Tierversuche
in der Schweiz geben soll. Dieses enthält Informationen über
• die in der Schweiz
geltenden Gesetzesverfahren
• die von den jeweiligen
Kantonen angewandten Forschungstypen und dabei eingesetzten
Tierarten
• die von privaten
Labors, Universitäten und Technischen Hochschulen
durchgeführten Tierversuche mit der Angabe der genauen
Standorte
• die Mittel, über
die Tierschutzverbände verfügen, um solche Versuche
zu bekämpfen
• die in den letzten
Jahren von den kantonalen Behörden bewilligten skandalösen
Tierversuche bis zum heutigen Stand.
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Gefährliche,
grausame und unnötige Tierversuche
Wie
kann ein nur annähernd sensibler Mensch Hunderten
von Tieren zwangsweise Unkrautvertilgungsmittel verabreichen,
diesen dann ruhig bei ihrem Todeskampf zusehen und
alle festgestellten Auswirkungen des Gifts methodisch
festhalten? Im Gegensatz zu den Beteuerungen
der Wissenschaftler bestehen Tierversuche nämlich
nicht bloss darin, die Entwicklung neuer Medikamente
zu ermöglichen, um uns vor Krankheiten zu „retten“.
Vielmehr werden die Tiere missbraucht, um die Toxizität
aller chemischen Schweinereien zu evaluieren, die wir
herstellen. In vielen Ländern werden sogar Waffen
getestet, die wir produzieren. Darüber hinaus
finanzieren einige asiatische Regierungen wie Japan
und Südkorea völlig hirnverbrannte Versuche,
die nur dazu dienen, verrückte Ideen in die Tat
umzusetzen.
Im Wettkampf um absurde Versuche stehen die abendländischen
Regierungen diesen Ländern aber in keiner Weise
nach. Man denke da beispielsweise nur an die französischen
Wissenschaftler, die im Rahmen von Versuchen dafür
sorgten, dass Hühnern Zähne wuchsen. Zuvor
hatte ein amerikanisches Forschungsteam bereits in den
Eingeweiden von Ratten Schweinezähne wachsen lassen.
Diese Versuche wurden zu Beginn des dritten Jahrtausends
durchgeführt und man muss sich fragen, welchen Nutzen
die Menschheit daraus ziehen soll.
Vivisektion muss nicht
sein
Die
SLGV akzeptiert keine Tierversuche und bekämpft
sämtliche In-vivo-Versuche an Tieren.
Sie setzt sich dafür ein, dass die in der Schweiz
für Tierversuche verwendeten öffentlichen Gelder
für die Erforschung und Entwicklung neuer Modelle
eingesetzt werden, die ohne Tiere auskommen (Alternativmodelle).
Nur mit Hilfe von Untersuchungen an menschlichem Material
(Zellkulturen, Gewebe, Organe usw.) und Computermodellen
lassen sich auf zuverlässige Weise neue Medikamente
zur Behandlung zahlreicher Krankheiten entwickeln, unter
denen Menschen leiden. Die SLGV ist nicht gegen die medizinische
Forschung an sich eingestellt. Sie bekämpft aber
eine von Profitgier geprägte Forschung, welche für
die Tiere mit unermesslichen Leiden verbunden ist und
sich einer völlig überholten Methodik bedient:
der Vivisektion.
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