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1. März 2014 – Schweiz

Deklarationspflicht für Pelze und Pelzprodukte

Die neue Verordnung über die Deklaration von Pelzen und Pelzprodukten trat am 1. März 2013 in Kraft. Produkte, die den Bestimmungen dieser Verordnung nicht entsprechen, durften noch bis zum 28. Februar 2014 verkauft werden.

Nach Ablauf dieser Übergangsfrist, also ab dem 1. März 2014, müssen alle zum Verkauf bestimmten Produkte, die Wildtier- oder Kaninchenfell enthalten, mit einer korrekt beschrifteten Etikette gekennzeichnet werden. Diese muss Angaben über die Tierart, die geografische Herkunft des Fells und die Art der Jagd (mit oder ohne Falle) oder der Haltung (Käfighaltung mit Gitterböden, Rudelhaltung usw.) enthalten.

Was bringt das aus tierschützerischer Sicht?

Die Verordnung regelt oder verbietet nicht den Import von Pelzen, die unter tierquälerischen Methoden gewonnen wurden. Sie bringt auch keine Verbesserung der schrecklichen Haltungsbedingungen, Fang- oder Gewinnungsmethoden. Sie betrifft ausschliesslich den Handel in der Schweiz.

Die Verordnung appelliert an das Gewissen der Konsumentinnen und Konsumenten. Konsumenten, die über die Situation Bescheid wissen, denen das Leid der Tiere aber egal ist, dürften sich von einer Etikette kaum beeinflussen lassen. Konsumenten, die ein Produkt kaufen, ohne sich Gedanken über die Herkunft des Pelzes zu machen, der zum Beispiel einen Jackenkragen ziert, könnte eine detaillierte Deklaration jedoch schon zum Umdenken bewegen. Es ist nicht angenehm, ein Kleidungsstück zu tragen, dessen Etikett daran erinnert, dass es Fell von Tieren enthält, die unter schrecklichen Bedingungen in Käfigen mit Gitterboden gehalten oder auf einem asiatischen Markt bei lebendigem Leib in Stücke gerissen wurden.
Das Gewissen der Konsumentinnen und Konsumenten hat aber Grenzen. Es kann durch einen günstigen Preis oder «Nichtwissenwollen» beeinflusst werden. Eine detaillierte Deklaration ist aber auf jeden Fall eine Verbesserung gegenüber der Situation vor dem 1. März.

Beispiele für Etiketten

Wie wird die Umsetzung der Verordnung kontrolliert?

Hier liegt das Problem. Werden die Kontrollen künftig tatsächlich durchgeführt? Das Kontrollorgan für die Verordnung ist das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Dieses Bundesamt hat bekanntlich schon in anderen Bereichen Mühe mit der Durchsetzung der geltenden Gesetze. Ob es in der Lage sein wird, diese Aufgabe wahrzunehmen, ist deshalb zweifelhaft. Das BLV versichert allerdings, dass es sein Kontrollpersonal verdoppelt hat und jährlich 600 Kontrollen durchführen will. Man wird sehen …

Inwiefern ist Rückverfolgbarkeit möglich?

Wer kontrolliert, ob eine auf der Etikette deklarierte «vorbildliche» Haltungsart in China auch tatsächlich vorbildlich ist und die Tiere nicht doch in enge Metallkäfige gepfercht dahinsiechen? Wie kann sichergestellt werden, dass auf einem Produkt die korrekte Tierart angegeben ist?
Das neue Tierschutzgesetz verbietet den Import von Hundefellen in die Schweiz. Die LSCV hat nach dessen Inkrafttreten im September 2008 mehrere verdächtige Felle in spezialisierten Labors testen lassen. Das Ergebnis: Die verschiedenen chemischen Behandlungen (und da sprechen Pelzbefürworter von einem Naturprodukt ...) hatten die DNA so weit zerstört, dass die Tierart nicht mehr festgestellt werden konnte.

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Die neue Verordnung in Kürze

Die Verordnung regelt den gewerblichen und privaten Handel mit Pelzen oder Pelzprodukten in der Schweiz. Sie gilt nicht für Felle von Pferden, Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen, Lamas und Alpakas.

Die neue Verordnung ist aufgrund der Motion Moser «Deklarationspflicht für Pelze» (08.3675) entstanden, die 2009 vom Parlament überwiesen wurde. Sie beauftragte den Bundesrat, die Rechtsgrundlagen dahingehend zu ändern, dass eine Deklarationspflicht für Pelze und deren Produkte geschaffen wird.

Verordnung über die Deklaration von Pelzen und Pelzprodukten
(Pelzdeklarationsverordnung)
http://www.admin.ch/opc/de/official-compilation/2013/579.pdf

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