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Juli 2011

Revision zur Jagdverordnung

Die vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) verfasste Revision der Jagdverordnung, die vom 18. April bis am 15. Juli 2011 in die Vernehmlassung geschickt wurde, überrascht in mehr als nur einer Hinsicht.
Bei der Lancierung der Vernehmlassung liess das BAFU verlauten: Die Verordnung muss den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden“. Die Aussage „den Bedürfnissen der Jäger“ wäre korrekter gewesen.

In ihrer Stellungnahme vom 4. Juli 2011, die sie an das BAFU weiterleitete, kritisierte die LSCV sowohl den Inhalt als auch die Form der neuen Verordnung mit der Schlussbemerkung: „Ist die Lobby der Jäger so wichtig, dass sie das BAFU dazu veranlasst, ebenso skandalöse als absurde Bestimmungen zu erlassen?“

Jagdparteien

Geschützte Arten, die sich von Wild ernähren? Jäger können diese abschiessen, wenn sie „bei der Anwendung der kantonalen Jagd- und Fischereiregeln beträchtliche Verluste verursachen.“ Das BAFU rechtfertigt solche Abschüsse, um „das Recht der Kantone auf eine ausgewogene Jagdnutzung“ zu erhalten. Die Jagdaktivität strebt somit nicht die Regulierung der Fauna an, sondern ermöglicht es Privatpersonen, gegen Bezahlung auf lebende Tiere zu schiessen.

Illegale Bestimmungen

Neu ist auch die Beschränkung der Schonzeiten (Zeiten, in denen die Jagd verboten ist) für Wildschweine und Kormorane. In diesem Fall schockiert die Änderung umso mehr, da sie bewusst gegen Art. 5 des Jagdgesetzes verstösst.
Eine Verordnung kann keine Bestimmungen erhalten, die gegen das Gesetz verstossen, auf das sie sich bezieht: das Gesetz muss geändert und dann die Verordnung angepasst werden. Für das BAFU ist das natürlich ein Problem, da das eidgenössische Parlament die Befugnis hat, das Gesetz zu ändern. Im vorliegenden Fall war es überhaupt nicht sicher, ob das Parlament diese Exzesse unterstützt. Das BAFU scheint es somit einfacher gefunden zu haben, seine Verordnung den persönlichen Wünschen und Interessen anzupassen. Dass dies mit einem Verstoss gegen das Gesetz verbunden ist, ist offensichtlich kein Problem.

Erlegung des Wildes mit dem Messer

Künftig wird es auch möglich sein, einem verletzten Tier mit dem Messer „einen Kammerstich“ zu versetzen, wenn „Fangschüsse Menschen oder erhebliche Sachwerte gefährden“.
Wie könnte es sein, dass ein Fangschuss eine Gefährdung darstellen könnte, wenn man sich einem verletzten Tier genügend nähern kann, um dieses abzustechen? In seinem erklärenden Bericht verzichtet das BAFU auf ein realistisches Beispiel.

Baujagd von Füchsen und Dachsen

Die Baujagd von Füchsen und Dachsen mit Hilfe eines Jagdhundes wird auch weiterhin erlaubt sein, obwohl es sich dabei um eine äusserst grausame Methode handelt. Nach Ansicht des BAFU ist das jährliche Abschlachten von 30‘000 Füchsen in der Schweiz notwendig, da diese Tiere schädlich seien und die Kleinfauna, darunter die Feldhasen, dezimieren würden. Wie der Kanton Genf, der keine Füchse abschiesst, aber über die grösste Hasenpopulation in der Schweiz verfügt, beweist, handelt es sich dabei um voreingenommene Behauptungen des BAFU. Wen erstaunt's? Aus dem Organigramm geht hervor, dass das Departement auf allen Ebenen über glühende Jagdanhänger verfügt. Dazu gehört beispielsweise Reinhard Schnidrig, Chef der Sektion Jagd, Wildtiere und Waldbiodiversität.

In ihrer Stellungnahme vom 4. Juli 2011, die sie an das BAFU weiterleitete, kritisierte die LSCV sowohl den Inhalt als auch die Form der neuen Verordnung mit der Schlussbemerkung: Ist die Lobby der Jäger so wichtig, dass sie das BAFU dazu veranlasst, ebenso skandalöse als absurde Bestimmungen zu erlassen?“


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