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November 2006

Totalrevision der Tierschutzverordnung
Kommentar der SLGV

Der vom Bundesamt für Veterinärwesen vorgestellte Verordnungsentwurf bringt wohl einige Verbesserungen zugunsten der Tiere. Die Anhänge, mit denen die Mindestanforderungen zur Tierhaltung geregelt werden, stellen jedoch eine herbe Enttäuschung dar.

Mängel der neuen Verordnung

Die neue Verordnung weist verschiedene Mängel auf. So gibt es keinerlei Verbesserungen in Bezug auf die Haltung von Kaninchen in Käfigen. Wie bis anhin sind Abweichungen von den Minimalanforderungen erlaubt.
Auch die Schweine wurden vergessen. Ein 100 kg schweres Zuchtschwein hat Anspruch auf eine Bodenfläche von 0,9 m2. Zehn solche Schweine können somit in einer Box von drei auf drei Metern untergebracht werden.
Nicht geregelt wird die Haltung von Minipigs (kleine Schweine), die bei Tierversuchen eingesetzt werden. Dies ist ganz im Sinne der Versuchslabors.
Auch das Anbinden verschiedener Tierarten wird leider nicht ausdrücklich verboten. Für die Anwendung der neuen Normen gelten sehr lange Übergangsfristen (20 Jahre beim Anbinden von Rindern mit einem elektrischen Joch).

Entscheidende Verbesserungen
                                                                        
Das Anbindverbot für Pferde, Ziegen und Schafe stellt eine grosse Genugtuung dar. Weitere neue Verfügungen, welche die Zucht und das Erteilen von Bewilligungen zur Tierhaltung klar regeln, werden es den Behörden erlauben, künftig rascher einzugreifen und härter gegen skrupellose Tierhalter oder Tierzüchter vorzugehen.

Tierversuche – endlich mehr Transparenz

Mit der neuen Tierschutzverordnung wird endlich einer Forderung nachgekommen, die wir schon vor langem gestellt haben. Künftig wird genau feststehen, wie viele Tiere in den Labors unseres Landes eingesetzt werden. Züchtungen müssen offen gelegt und genau registriert werden. Diese Forderung hat bei den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bereits einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Sie machen sich Sorgen darüber, dass die Öffentlichkeit merkt, welch riesige Zahl von Tieren in den Versuchstierhaltungen dahinvegetiert. Bei gentechnisch veränderten Tiere und Defektmutanten müssen nach deren Produktion allfällige Leiden und Schäden dokumentiert werden. In der Folge stellen die Behörden eine Güterabwägung zwischen dem Interesse am Versuch und den von den Tieren erlittenen Schäden an.
Mit der neuen Verordnung müssen sämtliche Tierversuche gemeldet werden. Derzeit genügt in den meisten Fällen eine blosse Ankündigung. Selbst wenn die Versuche völlig absurd sind oder bereits tausendfach durchgeführt wurden, verfügen die Behörden über keinerlei Möglichkeiten, diese zu verbieten, wenn die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Tiere vor ihrer Verwendung töten.
Bis anhin konnten die Studierenden genötigt werden, Tiere so lange zu sezieren, bis sie keinerlei „Sensibilitäten“ den Vierbeinern gegenüber mehr entwickelten. Künftig werden solch skrupellose Professorinnen und Professoren andere Unterrichtsmethoden einsetzen und beispielsweise Alternativmethoden verwenden oder den Hochschulunterricht aufgeben müssen. Dies würde anderen Professorinnen und Professoren den Weg ebnen, denen Ethik und Respekt vor dem Leben mehr am Herzen liegt. 

Stellungnahme der SLGV zur neuen Verordnung

Als Tierschutzverband hätten wir natürlich gewünscht, dass in der neuen Verordnung die wirklichen Bedürfnisse der Tiere stärker berücksichtigt und diese besser gegen Missbräuche geschützt werden, unter denen sie insbesondere in den industriellen Zuchtbetrieben und den Versuchslabors allzu lange zu leiden hatten.
Die wissenschaftlichen und landwirtschaftlichen Kreise leisten jedoch heftigen Widerstand. Zu unseren Hauptanliegen gehört es deshalb, dass die in der Verordnung enthaltenen tatsächlichen Verbesserungen für die Tiere bei der Erarbeitung des Schlusstextes durch das eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement nicht gestrichen werden.
Statt Forderungen zu stellen, mit denen wir nicht durchkommen, ziehen wir es somit vor, uns für die konkreten Verbesserungen einzusetzen, die vom Bundesrat auch wirklich angenommen werden können. 


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