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Presseschau

 

2011

November 2011

Misshandeltes Geflügel: Mc Donald’s wechselt den Lieferanten

Vor kurzem drehte die Tierschutzorganisation Mercy for Animals (Erbarmen für Tiere) mit versteckter Kamera ein Video im Zuchtbetrieb Sparboe Egg Farms. Dieses zeigte das wenig beneidenswerte Schicksal des Geflügels. So schwang ein Angestellter ein an einer Schnur aufgehängtes Huhn in der Luft herum. In den Käfigen mit lebendigen Hühnern wurden Kadaver während mehreren Tagen liegen gelassen usw. In einer Medienmitteilung erklärte die Fastfood-Kette McDonald’s, die nach der Ausstrahlung dieser Bilder um ihren guten Ruf fürchtete, ihren Lieferanten Cargill gebeten zu haben, sämtliche Versorgung mit Eiern der Sparboe Egg Farms einzustellen.
Solche an Tieren begangenen Missbräuche sind schockierend. Wie Nathan Runkle, Leiter von Mercy for Animals, erklärte, verstossen sie aber nicht gegen das Gesetz. So besteht kein bundesstaatliches Gesetz, welches die Art wie man mit Hühnern umgeht regelt. Gewisse Staaten verhalten sich ihren Betrieben gegenüber äusserst nachgiebig.

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Niederlande

Schächtverbot
 

Nach Schweden, Luxenburg, Norwegen und der Schweiz haben auch die Niederlande (mit 116 gegen 30 Stimmen) das rituelle Schlachten von Tieren ohne vorgängige Betäubung (Schächten) verboten.

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März 2011

Geflügel – Bestimmung des Geschlechts im Ei

Jedes Jahr werden Hunderte von Millionen männlicher Küken, welche für die Zucht von Legehühnern oder die Geflügelmast nutzlos sind, vergast oder lebendig zermalmt. Der grausame Akt erfolgt, sobald sie aus dem Ei geschlüpft sind. Alleine in der Schweiz werden jährlich 2,6 Millionen männliche Küken getötet.

Nun haben Tierärzte der Universität Leipzig (DE) eine Methode entwickelt, mit der sich das Geschlecht von Tieren ab dem achten Bebrütungstag bestimmen lässt. Das neue Verfahren, das auf dem Östrogengehalt der Eierschale beruht, könnte dem Kükenmassaker allmählich ein Ende bereiten. Langfristig sollte es die Verwendung der Spektroskopie sogar ermöglichen, das Geschlecht des Tieres ab dem ersten Bebrütungstag zu bestimmen. In der Folge könnten die nicht bebrüteten „männlichen“ Eier auf den Ernährungsmarkt gebracht werden.

2010


Gründung der Tierpartei Schweiz (TPS)

Die im Juli 2010 lancierte TPS möchte als prioritäres Ziel das Wohlbefinden der Tiere in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft thematisieren. Im Zusammenhang mit der Medienmitteilung, welche die Lancierung der neuen Partei ankündigte, erklärte Renato Pichler:
„Die Tiere selbst haben in Politik und Wirtschaft keine Interessensvertretung. Keine einzige politische Partei in der Schweiz setzt sich gemäss ihren Statuten für die Tiere ein. Diese Lücke wollen wir mit unserer Partei schliessen. Wir werden aufzeigen, dass Ethik auch in der Politik Einzug halten kann. Durch eine transparente, ehrliche und nachhaltige Politik werden wir versuchen, auch diejenigen zu politischem Engagement einzuladen, die damit bisher nichts zu tun haben wollten. Die Wähler können mit uns rechnen, wann immer die Interessen der Tiere auf dem Spiel stehen. Und dies ist öfters der Fall, als viele ahnen. Ein friedliches Zusammenleben zwischen Mensch und Tier ist nur möglich, wenn es beiden gut geht, deshalb gehört Menschenschutz ebenso zum Tierschutz wie Umweltschutz.“

Interessierte Personen können mit dem Sekretariat der TPS Kontakt aufnehmen oder ihre Website www.tierpartei.ch konsultieren.

Richtlinie der Tierpartei Schweiz

Die Tierpartei bekennt sich zu einer ethischen, auf Nachhaltigkeit und Respekt basierenden Grundhaltung. Zu ihren Schwerpunkten gehören insbesondere: 
- Schutz der Tiere und Förderung derer Interessen
- Sensibilisierung und Förderung eines artgerechten Umgangs mit Tieren
- Ersatz von Tierversuchen durch medizinisch und ethisch vertretbare Methoden
- Förderung einer innovativen, umweltverträglichen und ethisch-sozial vertretbaren Schweizer Wirtschaft
- Schutz und Förderung der natürlichen Lebensräume der Tiere

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Vertrieb der von Kate Amiguet von der Stiftung MART produzierten DVD

DVD „Derrière les portes“



Es gibt Natur- oder Tierschutzverbände, die locker geführt werden und zahlreiche beitragszahlende Mitglieder zählen, aber nicht gross etwas tun. Daneben gibt es Organisationen, die mit einer Handvoll Freiwilliger bemerkenswerte Arbeit leisten. Letzteres gilt für die Stiftung MART, welche diese DVD vertreibt. Es handelt sich um Bilder, die in den Jahren 2009 und 2010 auf Betrieben in den Kantonen Freiburg, Waadt und Wallis gedreht wurden, die Nutztiere halten. Gezeigt wird die erbärmliche Existenz von Schweinen, Hasen, Rindern und anderen Tieren. Einige von ihnen werden am hellichten Tag in vollkommener Dunkelheit gehalten. Andere sind in „Fleischfabriken“ zusammengepfercht. Zahlreiche Aufnahmen zeigen krasse Verstösse gegen das Gesetz. In diesen Kantonen, in denen die Zahl der Betriebe bei Weitem die den Kontrollbehörden zugestandenen Mittel übersteigt und Interventionen, um solchen aussergesetzlichen Praktiken ein Ende zu bereiten, durch den politischen Druck abgewürgt werden, sind derartige Bilder nur zu begrüssen. Diese DVD sollte herumgereicht werden.

Die DVD ist gratis erhältlich. Dauer: 52 Minuten. Informationen: www.mart.ch. Spenden und Unterstützung: PSchKto 17-651235-3

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Volksabstimmung vom 7. März 2010

Kein Tierschutzanwalt

Mit über 70,5% Nein-Stimmen wurde die Tierschutzanwalt-Initiative bachab geschickt. Der Bundesrat hatte sich klar dagegen ausgesprochen und zog es vor, lieber auf Information, Prävention und Kontrollen zu setzen. „Vorziehen“ heisst aber noch lange nicht „handeln“. Somit wird nichts geschehen – der Bundesrat beschäftigt sich inzwischen bereits lieber mit anderen Themen, die ihm am Herzen liegen.
Wenn die Bevölkerung mehrheitlich nur die Kritiken derjenigen im Kopfe hat, welche die Initiative ablehnten (Kosten, Verfahrensmissbrauch usw.), ist dies allenfalls auf die mangelnde Mobilisierung der Tierschutzverbände zurückzuführen. Diese verhielten sich, wie wenn sie das Thema gar nicht betreffen würde. Der Schweizer Tierschutz (STS), der die Initiative lancierte, glaubte hingegen leider tatsächlich, um die Abstimmung zu gewinnen, genüge es, sich an bekannte Persönlichkeiten zu wenden oder in den Medien teure Inserate zu schalten. Was eindeutig fehlte, war die Mobilisierung überzeugter Tierschützer vor Ort. Für die misshandelten Tiere, deren Peiniger höchstens eine symbolische Busse riskieren, ist dies äusserst bedauernswert. Im Übrigen wissen bis heute wohl nur wenige Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, dass bei einer Misshandlung ein Schweizer Tierschutzverband gar nicht als Zivilkläger auftreten kann. In anderen Ländern wie beispielsweise Frankreich ist dies hingegen sehr wohl der Fall. Als Reaktion auf die Kritik eines solchen Missstandes versicherten der Bund und diejenigen, die sich gegen einen Tierschutzanwalt ausgesprochen hatten, die neuen Bestimmungen würden die Behörden dazu zwingen, Tierquäler strafrechtlich zu verfolgen. Wie dies in Tat und Wahrheit aussieht, hat man im April gesehen. Da hatten einige alkoholisierte Festbrüder auf „barbarische Weise“ ein Lamm getötet, das sie auf einem jurassischen Bauernhof gestohlen hatten. Vor Gericht müssen sie sich aber einzig wegen Diebstahl und Sachbeschädigung verantworten.

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China

Elf Tiger in einem Zoo verhungert

Wie das Zentrum zum Schutz von Wildtieren in Shenyang berichtet, sind im Zoo von Liaoning (Nordosten Chinas) in den ersten drei Monaten dieses Jahres elf Tiere verendet. Sechs davon sollen am gleichen Tag umgekommen sein. Bereits im November 2009 waren zwei ausgehungerte Tiger geschlachtet worden, nachdem sie einen Wärter angegriffen hatten. Der im Jahr 2000 eröffnete Zoo wird von den Online-Reisebüros als erstrangige nationale Institution zur Beobachtung von Wildtieren angepriesen. In Tat und Wahrheit kämpft der Tierpark seit mehreren Jahren mit Geldproblemen und hält Tiger in winzigen, feuchten Käfigen.

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Dänemark

Journalistin vergiftet zwölf Fische: Freispruch

Nicht nur in den Labors werden stumpfsinnige Versuche durchgeführt. Um die Toxizität eines Shampoos zu beweisen, fand es eine dänische Journalistin des Staatsfernsehens interessant, ein Muster in ein Aquarium zu leeren, das dreizehn Fische enthielt. Die Agonie der Tiere wurde gefilmt und in einer Konsumentensendung ausgestrahlt. Innert drei Tagen verendeten zwölf Fische. Ein Tierarzt reichte gegen die Journalistin Klage ein und beschuldigte sie, den Fischen unnötige Leiden verursacht und gegen das für Versuchstiere geltende Gesetz verstossen zu haben. Nachdem die Journalistin 2009 von einem dänischen Gericht als schuldig anerkannt worden war, forderte sie einen Freispruch. Im März 2010 gab ihr das Appellationsgericht in Kopenhagen Recht. Dieses ging davon aus, der durchgeführte Test „obliege nicht dem europäischen Übereinkommen zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Wirbeltiere“. Zudem liess es verlauten, es sei „nicht ausreichend bewiesen, dass die Journalistin bei den Fischen Angst und Leiden ausgelöst habe“. Letztere erklärte sich als „sehr zufrieden mit dem sehr klaren Urteil. Dies stellt einen grossen Sieg für die Arbeitsfreiheit der Journalisten dar. Ich war keine Fischpeinigerin und habe die Regeln des Tierschutzes nicht verletzt, wie das Urteil beweist.“

Auszug aus dem Video der dänischen Sendung Kontant, in der die Journalistin Lisbeth Koelster 2004 die Fische vergiftete

2008


Schweiz

Schlecht gehaltene Esel im Tessin
 
Im April entdeckte der Tessiner Tierschutz ein Dutzend Esel, die in einem schlammigen Gehege voller Exkremente gehalten wurden. Die Hufe einer Eselin waren so lang, dass sie sich kaum bewegen konnte. An den im gleichen Gehege gehaltenen Männchen stellte der Kantonstierarzt zudem Bissspuren fest. Seit mehreren Jahren weist der Tierschutz auf die schlechten Haltebedingungen von Einhufern im Tessin hin.

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Ägypten

 

Kuh wegen eines Fussballspiels Kehle durchgeschnitten

Vor einem obskuren Spiel gegen Angola kam das ägyptische Team im Februar auf die Idee, einer Kuh die Kehle durchzuschneiden. „Das bringt Glück“, kündigten die Spieler an. Ein Fotograf der Presseagentur Reuters, der die Szene für die Öffentlichkeit festhielt, meinte: „Die Spieler umkreisten die Kuh und stiessen sie zu Boden. Einer tötete sie, indem er ihr ein Messer in die Kehle stach.“

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Deutschland
 
Katze aus dem Fenster geworfen

Mit der Erklärung, nach der Trennung von seiner Freundin sei ihm „die Sicherung durchgebrannt“, gestand ein Berliner, die Katze seiner ehemaligen Lebensgefährtin aus dem Fenster geworfen zu haben. Die Katze starb und der Mann wurde zu sieben Monaten Haft unbedingt verurteilt. In der Schweiz hätte er für das gleiche Vergehen eine bedingte Geldstrafe von 500 Franken erhalten.


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