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August 2011 - Diana Vaud – Das Gesetz ist für die anderen

Ehemaliger Präsident der Waadtländer
Jäger verurteilt

Im Oktober 2010 liess sich Jean-Louis Grivet, Präsident der Waadtländer Jäger, von einer Journalistin von Radio suisse romande (RSR) auf eine Treibjagd begleiten, die er mit drei weiteren Jägern veranstaltete. Während des Interviews erhielt er einen Anruf von einem Kollegen, dem er seine Position mitteilte.

Gemäss der eidgenössischen Jagdverordnung ist es untersagt, beim Erlegen von Wild Funkgeräte zu benutzen. Die Fondation MART (Mouvement pour les animaux et le respect de la Terre) reichte deswegen beim Regierungsstatthalteramt des Waadtländer Nordjuras eine Beschwerde ein.
„Wenn die Verwendung eines Telefons in äusserst beschränkten Fällen zulässig ist, so ist sie schlichtweg verboten, um die Jagd zu kommentieren und insbesondere Wild zu erlegen. Solche technische Mittel zu verwenden, stellt ein gutes Mittel dar, um sich zu vergewissern, dass das Tier seinen Verfolgern nicht entkommt. Man lässt ihm so keine Chance“, erklärte ein Mitglied von MART.

Jean-Louis Grivet versuchte, sich zu verteidigen, und berief sich darauf, die Jagdpartie nur „simuliert“ zu haben, um der Journalistin „Tiere zu zeigen“. Also sozusagen eine Art Touristensafari… Der zu einer Busse von Fr. 50.- (das vom Gesetz vorgesehene Minimum) verurteilte Jäger legte Rekurs ein. Die Organisation MART ihrerseits wandte sich wegen des geringen Bussenbetrags an die Staatsanwaltschaft.

Die Busse wurde im August 2011 bestätigt. Die Staatsanwaltschaft wird keinen Rekurs einlegen. Jean-Louis Grivet verzichtet ebenfalls auf eine Beschwerde. „Wenn man die Probleme betrachtet, mit denen unsere Gesellschaft zu kämpfen hat, dann schmerzt es mich, mit solchen Dummheiten Zeit zu verlieren“, beklagte er sich. Jean-Louis Grivet ist offensichtlich der Ansicht, das Gesetz gelte nur für die anderen und ihm stehe es frei, das Wild nach eigenem Gutdünken abzuschlachten. Seiner Ansicht nach ist die Verwendung von Mobiltelefonen gang und gäbe: „Dann können Sie gleich alle Waadtländer Jäger verklagen“, erklärte er. Über die Ethik des Verbandes sagt dies wohl alles.

Als Präsident des Waadtländer Jagdverbandes war Jean-Louis Grivet (der dieses Amt inzwischen abgegeben hat) schon 2005 angezeigt worden. Damals hatte er es unterlassen, dem Büro für den Erhalt der Fauna (Service de conservation da la faune) den Abschuss von zwei Rehen zu melden. Nachdem er zuerst zu einer strengen Busse verurteilt worden war, kam er dank der Schützenhilfe des damaligen Staatsrates Charles-Louis Rochat mit einer blossen Verwarnung davon.


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