Fragwürdiges
Verhalten der Universität
Freiburg
Das
Polizeiaufgebot war
teilweise auf die
Aktionen zurückzuführen,
die sich im Sommer
gegen Novartis
richteten. Die
Universität
Freiburg schloss
sich der voreingenommenen
Haltung zweifellos
an.
Nachdem bekannt
war, dass eine
weitere Ausgabe
von ZUGETIVE stattfinden
sollte, beschloss
die Universität
Freiburg, am selben
Tag eine Gegenveranstaltung
durchzuführen.
Sie kündigte „die
Mobilisierung der
gesamten wissenschaftlichen
Gemeinschaft“ an.
Geplant waren zahlreiche
Vorträge.
Im Rahmen von öffentlichen
Ständen sollte
die Bevölkerung über
die positiven Aspekte
von Tierversuchen
informiert werden.
Am Veranstaltungstag
selber war keine
Rede mehr von öffentlichen
Ständen. Die
Vorträge beschränkten
sich auf drei bis
vier Darbietungen
der üblichen
Redner, welche
stets die Tätigkeit
verteidigen, mit
der sie ihr tägliches
Brot verdienen.
Sie fanden vor
knapp sechzig jungen
Forschern und Studierenden
statt. In Anbetracht
der Tatsache, dass
alleine die medizinische
Fakultät tausend
Studierende zählt,
war dies äusserst
wenig. Zudem stellt
sich die Frage,
wie viele Studierende
sich einzig deswegen
eingefunden hatten,
um sich von ihren
Professoren später
keine Vorwürfe
anhören zu
müssen. Die „Mobilisierung
der wissenschaftlichen
Gemeinschaft“ schien
sich auf die oben
erwähnten
Redner und den
Rektor zu beschränken.
Von einigen Sicherheitsbeamten
umgeben stand dieser
als Türsteher
beim Eingang des
Auditoriums im
Einsatz.
Die
mangelnde Beteiligung
der Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler
war im Übrigen
recht erstaunlich.
Zwar liess der
Rektor der Universität
verlauten, „jedes
Individuum hat
ein Recht darauf,
sich eine eigene
Meinung zu diesem
Thema zu bilden“ (Anm.
d. Red.: Tierversuche).
Ein Dokument, das
auf diskrete Weise
allen Forscherinnen
und Forschern zugestellt
wurde, schlug aber
einen bedeutend
aggressiveren Ton
an. Darin war zu
lesen, die Organisatoren
von ZUGETIVE würden „mit
terroristischen
Methoden gegen
die medizinische
Forschung vorgehen“ und
man müsse
gegen „diese
Aktivisten zurückschlagen“.
Schliesslich wurde
die wissenschaftliche
Gemeinschaft „höflich
dazu aufgefordert“,
zur „Verteidigung
von Tierversuchen
beizutragen (sic!)“ und „ihre
nächsten Mitarbeitenden
entsprechend zu
motivieren“.
Dass die Universität
die Konfrontation
suchte, ist zu
bedauern. Dass
sie aber ihre Aktionen
mit der Begründung
absagte, die Forscher
hätten Angst
vor Angriffen an
ihrem Stand, ist
doch ziemlich erschreckend.
Dies umso mehr,
da die Hochschule
ihre Studierenden
aufforderte, sich
am Veranstaltungstag „aus
Sicherheitsgründen“ nicht
an die Universität
zu begeben. Tierversuche
sind in ethischer
Hinsicht inakzeptabel.
Es ist völlig
normal, dass die
Gegnerinnen und
Gegner solcher
Experimente ihren
Standpunkt öffentlich
darlegen können.
Mit dem Versuch,
sie als „Terroristen“ hinzustellen,
zeichnet die Universität
ein wenig schmeichelhaftes
Bild von sich als
Bildungsinstitution.
Links:
17.
März 2010
- Fortsetzung im
Zusammenhang
mit unserer Petition
16
september 2009
- Übergabe
der Petition„Stoppt
die Affenversuche
an der Universität
Freiburg“
11 Mai
2009 -
Start der
Petition von AG
STG, ATRA
und SLGV
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