Jedes
Jahr mehr Tiere
Mit
731'883 Tieren im Jahre 2008
haben die Universitäten ihren „Konsum“ erneut
erhöht. Das Bundesamt für
Veterinärwesen (BVET) kommentiert dies gelassen, die Tierversuche
an den Universitäten hätten „mit
8% deutlich zugenommen“.
In der Pharmaindustrie seien sie
aber „um 11% zurückgegangen“.
Bereits 2007 hatte das BVET erklärt,
die Verwendung von Tieren an den
Universitäten „habe
mit 10% deutlich zugenommen“.
In der Pharmaindustrie „sei
sie aber um 8% zurückgegangen“.
Können die Universitäten
diese Explosion der in ihren Labors
verwendeten Tiere rechtfertigen,
die mit Steuergeldern finanziert
werden? Was leisten die so genannten „Ethikkomitees“ an
den Universitäten, die gewährleisten
müssen, dass im Rahmen jeder
Studie „die kleinste notwendige
Anzahl Tiere eingesetzt wird“ (TSChG
Art. 137)? Sie legen die Hände
in den Schoss. Dies aus gutem Grund,
führen doch die Mitglieder
dieser Alibikomitees selber Tierversuche
durch. In Bezug auf die Behörden
und alle übrigen kantonalen
Kommissionen beweist unser Solothurner
Dossier, dass jeder mit den ihm
zugestandenen Mitteln nach eigenem
Gutdünken vorgeht. Das Schweizer
Gesetz wird in Bezug auf die Tierversuche
oft als das „weltweit restriktivste“ bezeichnet.
Was nützt aber ein Gesetz,
das niemand anwendet?
....................................................................................................................................................
Unseren
Lesern, die über
ein gutes Gedächtnis verfügen,
ist mit Sicherheit aufgefallen,
dass wir bei diesem Artikel den
gleichen Titel verwenden wie letztes
Jahr. Seit acht Jahren werden in
unserem Land jährlich mehr
Tiere verwendet. Diesmal bekundet
sogar das Bundesamt für Veterinärwesen
Mühe, die Situation zu erklären.
Möglicherweise mit dem Ziel,
die Gemüter zu beruhigen und
den Vorwurf zu vermeiden, jedes
nur erdenkliche Szenario zu tolerieren,
versichert es in seiner Pressemitteilung
vom 16. Juli, „Die
Zunahme an Hochschulen und Spitälern
widerspiegelt wohl die Ausweitung
der Forschungsaktivitäten
in der Schweiz“.
Liegen
wirklich genügend
Informationen vor, um eine solche
Behauptung zu stützen? Am
2. August dieses Jahres kontaktierten
wir das BVET, um Informationen
zur verwendeten Methode und ihren
Quellen zu verlangen. Die Antwort
des Bundesamtes fiel recht erstaunlich
aus:
„Bis anhin gibt es keine Statistik zu den Geldern, die in diesem Bereich
in die Schweizer Forschung investiert werden. Trotzdem lässt sich dem
Wert nach bestätigen, dass mehr solche Gelder gewährt werden. Dies
ist auf die Entschlüsse des Parlaments zurückzuführen, die Ausbildung,
Forschung und Innovation in den Jahren 2008-2011 zu fördern. Diese Aussage
scheint uns nicht unbedeutend zu sein, denn auf den ersten Blick könnte
angesichts der zunehmenden Anzahl Labortiere der Eindruck entstehen, dass in
der Schweiz keine Alternativmethoden verwendet werden. Das trifft jedoch nicht
zu, obwohl ihre Anwendung noch intensiviert werden muss und kann“.
So
etwas! Dabei vermittelten diese Statistiken unserer Ansicht nach den Eindruck,
dass unsere kantonalen Behörden (inklusive BVET) nichts dagegen unternahmen,
um der Verschwendung von Tieren an unseren Universitäten ein Ende zu bereiten.
Jedenfalls ist es völlig unzulässig, dass das BVET aufgrund einer
Hypothese eine Behauptung aufstellt. Dies umso mehr, da die Information von
den Medien in grossem Stile verbreitet und auch vom Bundesrat aufgegriffen
wurde.
Zudem ist es recht absurd, die
zunehmende finanzielle Unterstützung
mit einem „logischen“ Anstieg
der Anzahl Labortiere zu verbinden.
Schliesslich weisen die gleichen
Statistiken auf einen Rückgang
der 2008 bewilligten Versuche um
16,9% im Vergleich zum Vorjahr
hin. |