Lieber ein teures Placebo als ein billiges
Wie die Resultate
einer recht überraschenden
Studie zeigen, beruht die Wirksamkeit eines
Medikaments nicht nur auf dessen chemischer
Zusammensetzung.
Die im März 2008 im renommierten „Journal
of American Medical Association“ veröffentlichte
amerikanische Studie wurde an 82 Testpersonen
durchgeführt. Dabei verstärkte
sich die Wirkung eines Placebos, wenn die
Testperson wusste, dass es sich um ein teures
Mittel handelte.
Die Studie verlief wie folgt: Um die subjektive
Schmerzempfindung zu messen, erhielt jeder
der 82 Teilnehmenden einen leichten Elektroschock
auf das Handgelenk. Die Testpersonen wurden
vor und nach der Verabreichung eines Placebos
erneut getestet.
Der Hälfte der Gruppe wurde mitgeteilt,
beim verabreichten Placebo handle es sich
um ein Schmerzmittel zum Preis von 2,5 Dollar.
Der anderen Hälfte wurde suggeriert,
das Placebo koste nur 10 Cents. 85% der Testpersonen,
die das teure Placebo eingenommen hatten,
berichteten von einem Rückgang ihrer
Schmerzen. Bei den Testpersonen, die das
billige Placebo eingenommen hatten, waren
es noch 61%.
Der für die Studie verantwortliche Dan
Ariely erklärte: „Die Ärzte
wollen glauben, das Medikament und nicht
die Begeisterung für eine Substanz sorge
für den grössten therapeutischen
Effekt. Nun ist aber die Macht der Interaktion
zwischen Patienten und Ärzten ernsthaft
in Frage zu stellen.“ |