Migros
ohne Gänseleber
Für das Geflügel stellt
das Jahresende keine festliche
Zeit dar. Gebraten und gefüllt
wird es in allen möglichen
Formen zubereitet, um auf unseren
Tellern zu enden.
Fleisch
gehört zu unserem
Ernährungsalltag. Sich nur
an vegetarische oder vegane Nahrungsmittel
zu halten, stellt oft ein mühsames
Unterfangen dar. In vielen Restaurants
beschränkt sich das „vegetarische
Menü“ bis heute auf
einen Teller Teigwaren mit Tomatensauce.
Auch bei Essenseinladungen stellt
ein Gast, für den ein spezielles
Mahl erforderlich ist, den Gastgeber
vor Probleme. Dabei ist überhaupt
nicht einzusehen, warum ein Essen
für einmal nicht vegetarisch
sein sollte. Verschiedene Nahrungsmittel
sollten aber auch überzeugte
Fleischliebhaber auf ihrem Teller
verweigern. Gewisse Tiere werden
unter so unwürdigen Bedingungen
gezüchtet und geschlachtet,
dass dies den Genuss, der mit den
entsprechenden Speisen verbunden
ist, hoffnungslos verderben dürfte.
Dem ist aber bei Weitem nicht so.
Sogar aktive Tierschützerinnen
und Tierschützer erfreuen
sich weiterhin an Froschschenkeln
(Die Schenkel werden den Fröschen
grösstenteils bei lebendigem
Leib herausgerissen. Anschliessend
verenden die Tiere elendiglich.),
Wachteln (in Batterien gezüchtet
und in erbärmlichen Käfigen
zusammengepfercht) oder Gänseleber.
Trotz den schrecklichen Zuchtbedingungen,
auf die seit Jahren hingewiesen
wird, ist die Herstellung dieser „Delikatesse“ in
keiner Weise rückläufig.
Ganz im Gegenteil geniessen zahlreiche
Konsumentinnen und Konsumenten
solche Leckerbissen. Unabhängig
davon, welche Qualitäten der
Leber von gestopften Tieren zugeordnet
werden, sollte ihr Genuss bei jedem
Individuum, welches ein bisschen
für das Leiden anderer Lebewesen
empfänglich ist, Schwindelgefühle
auslösen. Zwar versuchen die
Hersteller mit allen Mitteln, die
damit für die Tiere verbundenen
Leiden herunterzuspielen. So zeigen
sie beispielsweise Aufnahmen von
Betrieben, deren Zucht ihren Aussagen
gemäss respektvoll und ohne
Leiden für die Tiere erfolgt.
Zahlreiche Filme mit versteckter
Kamera beweisen jedoch, dass die
Realität auf solchen Farmen
ganz anders aussieht, wenn die
Kamerateams erst einmal abgezogen
sind. Dann bleiben gewaltsam intubierte
Tiere übrig, die rasch bis
zum Gehtnichtmehr gestopft werden
und wegen dem wiederholten Stopfen
und anderen Krankheiten unter Entzündungen
leiden. Die Herstellung von Gänseleber
ist für die Tiere mit unermesslichem
Elend und Leiden verbunden.
Allmählich bildet sich aber
ein öffentliches Bewusstsein.
Immer mehr Geschäfte, darunter
insbesondere COOP und DENNER, weigern
sich, Gänseleber von gestopften
Tieren zu verkaufen. Die Migros
verzichtet zwar darauf, dieses
Produkt in ihren Deutschschweizer
Filialen zu vertreiben. In der
Westschweiz und im Internet über
LeShop geht der Handel aber fleissig
weiter. Noch enttäuschender
ist jedoch die Tatsache, dass sogar
Werbung für die „Delikatesse“ gemacht
und im Rahmen von Kochkursen der
Migros-Klubschule auf deren beste
Zubereitungsart hingewiesen wird. |