23 November 2009 - Kampagne für die Einstellung des Gänseleberverkaufs bei der Migros

Migros ohne Gänseleber

Für das Geflügel stellt das Jahresende keine festliche Zeit dar. Gebraten und gefüllt wird es in allen möglichen Formen zubereitet, um auf unseren Tellern zu enden.

Fleisch gehört zu unserem Ernährungsalltag. Sich nur an vegetarische oder vegane Nahrungsmittel zu halten, stellt oft ein mühsames Unterfangen dar. In vielen Restaurants beschränkt sich das „vegetarische Menü“ bis heute auf einen Teller Teigwaren mit Tomatensauce. Auch bei Essenseinladungen stellt ein Gast, für den ein spezielles Mahl erforderlich ist, den Gastgeber vor Probleme. Dabei ist überhaupt nicht einzusehen, warum ein Essen für einmal nicht vegetarisch sein sollte. Verschiedene Nahrungsmittel sollten aber auch überzeugte Fleischliebhaber auf ihrem Teller verweigern. Gewisse Tiere werden unter so unwürdigen Bedingungen gezüchtet und geschlachtet, dass dies den Genuss, der mit den entsprechenden Speisen verbunden ist, hoffnungslos verderben dürfte. Dem ist aber bei Weitem nicht so. Sogar aktive Tierschützerinnen und Tierschützer erfreuen sich weiterhin an Froschschenkeln (Die Schenkel werden den Fröschen grösstenteils bei lebendigem Leib herausgerissen. Anschliessend verenden die Tiere elendiglich.), Wachteln (in Batterien gezüchtet und in erbärmlichen Käfigen zusammengepfercht) oder Gänseleber.
Trotz den schrecklichen Zuchtbedingungen, auf die seit Jahren hingewiesen wird, ist die Herstellung dieser „Delikatesse“ in keiner Weise rückläufig. Ganz im Gegenteil geniessen zahlreiche Konsumentinnen und Konsumenten solche Leckerbissen. Unabhängig davon, welche Qualitäten der Leber von gestopften Tieren zugeordnet werden, sollte ihr Genuss bei jedem Individuum, welches ein bisschen für das Leiden anderer Lebewesen empfänglich ist, Schwindelgefühle auslösen. Zwar versuchen die Hersteller mit allen Mitteln, die damit für die Tiere verbundenen Leiden herunterzuspielen. So zeigen sie beispielsweise Aufnahmen von Betrieben, deren Zucht ihren Aussagen gemäss respektvoll und ohne Leiden für die Tiere erfolgt. Zahlreiche Filme mit versteckter Kamera beweisen jedoch, dass die Realität auf solchen Farmen ganz anders aussieht, wenn die Kamerateams erst einmal abgezogen sind. Dann bleiben gewaltsam intubierte Tiere übrig, die rasch bis zum Gehtnichtmehr gestopft werden und wegen dem wiederholten Stopfen und anderen Krankheiten unter Entzündungen leiden. Die Herstellung von Gänseleber ist für die Tiere mit unermesslichem Elend und Leiden verbunden.

Allmählich bildet sich aber ein öffentliches Bewusstsein. Immer mehr Geschäfte, darunter insbesondere COOP und DENNER, weigern sich, Gänseleber von gestopften Tieren zu verkaufen. Die Migros verzichtet zwar darauf, dieses Produkt in ihren Deutschschweizer Filialen zu vertreiben. In der Westschweiz und im Internet über LeShop geht der Handel aber fleissig weiter. Noch enttäuschender ist jedoch die Tatsache, dass sogar Werbung für die „Delikatesse“ gemacht und im Rahmen von Kochkursen der Migros-Klubschule auf deren beste Zubereitungsart hingewiesen wird.

Aktion „Postkarte gegen Gänseleber“

Wir bitten alle Leserinnen und Leser, ihren Unmut kundzutun und der Migros die Karte zu schicken, die man auch über das Büro der Liga erhalten kann. Es handelt sich dabei um eine Aktion der Vereinigung „Migros ohne Gänseleber“, die von der SLGV und verschiedenen Tierschutzorganisationen unterstützt wird.
Andere Aktionen wie Informationsstände, das Verteilen von Flugblättern oder Veranstaltungen vor den Westschweizer Migros sind geplant.


Mit diesen Aktionen möchten wir die Migros darauf aufmerksam machen, dass sich die Förderung eines Nahrungsmittels, dessen Herstellung mit so viel Leiden verbunden ist, als nicht besonders ehrenvoll erweist.

All diejenigen, welche diese Aktion unterstützen möchten, konsultieren am besten den Veranstaltungskalender auf der Website www.migras.ch oder nehmen direkt Kontakt mit der Migras auf: contact@migras.ch.

Methoden zur Herstellung von Gänseleber

Bei der Gänseleber handelt es sich um das Organ von Gänsen oder Enten, die durch Überfütterung krank gemacht wurden. Diese Tiere werden mehrmals pro Tag mittels eines 20 bis 30 cm langen Metallrohrs gewaltsam gestopft, welches durch die Kehle bis zum Magen eingeführt wird. Während zwei bis drei Wochen nehmen die Tiere in wenigen Sekunden eine solche Maismenge auf, dass ihre Leber bis zehnmal grösser ist als normal. Viele Tiere sterben vor dem geplanten Schlachtdatum.
Die bei einem einzigen Stopfvorgang verwendete Maismenge würde bei einem Menschen einer Nahrungsaufnahme von 10 kg entsprechen.