Das
Produkt von Sanofi dient dazu, das Übergewicht
gewisser Diabetiker zu bekämpfen.
Die erste Salve feuerte die Firma
auf die mächtige amerikanische
FDA (Food and Drug Administration)
los. Diese
hatte ein negatives Gutachten erlassen
und war der Überzeugung, das
Medikament könne schwere Depressionen
auslösen und bei gewissen Patienten
sogar zu Suizidversuchen führen.
Da das Gutachten der FDA von einer
anderen Studie bestätigt wurde,
hat Sanofi auf dem amerikanischen
Markt derzeit keine Chance. Dieser
wird auf jährlich rund drei
Milliarden Dollar geschätzt.
Zum eigentlichen
Skandal für
Sanofi kam es aber, es als die europäische
Presse über die Probleme des
Unternehmens in Amerika berichtete.
Seither stagnieren die Verkäufe
in Europa (zum Glück) und Sanofi
erklärte wütend: „Die
Berichte in der Boulevardpresse (...)
beunruhigen die Patienten und lösen
bei den Fachleuten des Gesundheitswesens
Zweifel aus.“ Um Ärzte
und Patienten zu einem Umdenken gegenüber
dem „Medikament“ zu bewegen,
zieht Sanofi umfassende Aktionen
in Betracht. So soll die „Diabetesgemeinschaft
(Ärzte, Kranke und Angehörige)
für eine Prestigekampagne mobilisiert
werden.“ Sanofi möchte
auch seine Ärztebesucher (vom
Labor bezahlte Händler) briefen,
damit diese die Ärzte überzeugen
können, die Vorbehalte gegenüber
dem Medikament haben.
Die durch die stagnierenden Verkäufe
von Acomplia bedingten rückläufigen
Einnahmen möchte Sanofi mit
einer „längeren Behandlungsdauer“ kompensieren.
Bezüglich der Verbreitung des
internen Dokuments gibt sich das
Pharamunternehmen in keiner Weise
einsichtig. „Einige Ungeschicklichkeiten
bei der Verfassung“ werden
zwar zugestanden. Wirklich bedauert
wird aber einzig die Tatsache, dass
das Dokument öffentlich gemacht
wurde. Auch hier machte sich die
Presse zum Feind des Unternehmens. |