Eidgenössische Wahlen vom 23. Oktober 2011


Wir sind auf Abgeordnete angewiesen, welche sich
für die Anliegen der Tiere einsetzen
 

Am 23. Oktober wählen die 20 Kantone und 6 Halbkantone der Schweiz die 200 Abgeordneten des Nationalrates (NR) und die 46 Abgeordneten des Ständerates (SR). Diese bilden die Bundesversammlung und somit das Schweizer Parlament.

Ohne die Unterstützung der Parlamentarierinnen und Parlamentarier ist keine grössere Aktion oder Entwicklung im Sinne des Tierschutzes möglich. Nur sie können in einer der beiden Kammern Vorstösse (Motionen, parlamentarische Initiativen, Interventionen) einreichen.
Mit Ausnahme der im Juli 2010 lancierten neuen Tierpartei Schweiz (TPS) gibt es keine Partei, die sich für den Tierschutz einsetzt. Die meisten verfügen aber über Kandidatinnen und Kandidaten, die ein offenes Ohr für entsprechende Anliegen haben. Somit ist es wichtig, diese zu unterstützen, aber auch diejenigen von der Liste zu streichen, die für ihre Aktionen gegen den Tierschutz bekannt sind.

Funktionsweise des Parlaments

Unser Parlament besteht aus zwei Kammern: dem Nationalrat mit 200 Mitgliedern und dem Ständerat mit 46 Mitgliedern.
National- und Ständerat tagen separat. Sie verfügen über die gleichen Kompetenzen. Für die Beschlüsse der Bundesversammlung ist aber die Zustimmung beider Räte erforderlich. Somit ist ein vom Nationalrat eingereichtes und bewilligtes Geschäft (z.B. eine Motion, die auf ein Verbot von Robbenfellen abzielt) auch vom Ständerat zu bewilligen, um umgesetzt werden zu können. Lehnt der Ständerat den Vorstoss ab, geht dieser zum Nationalrat zurück, der ihn ändern, aufheben oder unverändert wieder dem Ständerat zukommen lassen kann. Wenn der Ständerat den Vorstoss ein zweites Mal ablehnt, gilt dieser als endgültig begraben.

Somit ist es wichtig, über Parlamentarierinnen und Parlamentarier zu verfügen, die sich in beiden Räten für den Tierschutz aussprechen und entsprechend abstimmen. Derzeit reicht der Nationalrat nämlich regelmässig Vorstösse zugunsten der Tiere ein. Ebenso regelmässig werden diese aber vom Ständerat abgelehnt.

Nationalrat

Der Nationalrat, dem Politikerinnen und Politiker angehören, welche sich für den Tierschutz einsetzen, hat viele Vorstösse eingereicht. Mit 8 eingereichten (darunter 5, welche Tierversuche und ihre Finanzierung durch die öffentliche Hand betreffen) und 9 unterstützten Vorstössen ist die Grüne Maya Graf die aktivste Tierschützerin im Parlament. Dicht auf den Fersen folgen ihr die Grünliberale Tiana Angelina Moser (ZH) und die SP-Politikerin Pascale Bruderer (AG). Zahlreiche weitere Parlamentarierinnen und Parlamentarier setzen sich ebenfalls für die Tiere ein. Dazu gehören Geri Müller (Grüne/AG), Doris Stump (SP/AG), Anita Lachenmeier-Thüring (Grüne/BS), Therese Frösch und Franziska Teuscher (Grüne/BE), Margret Kiener Nellen (SP/BE), Marie-Thérèse Weber-Gobet (CSP/FR), Antonio Hodgers und Ueli Leuenberger (Grüne/GE), Francine John-Calame (Grüne/NE), Joseph Lang (SGA/ZG), Louis Schelbert (Grüne/LU), Brigit Wyss (Grüne/SO), Yvonne Gilli (Grüne/SG), Christian van Singer und Adèle Thorens Goumaz (Grüne/VD), Marlies Bänziger, Mario Fehr, Chantal Galladé und Daniel Jositsch (SP/ZH), Bastien Girod und Katharina Prelicz-Huber (Grüne/ZH), Martin Bäumle und Thomas Weibel (GPL/ZH).

Ständerat

Im Gegensatz zum Nationalrat scheint der Ständerat nur Politikerinnen und Politiker zu umfassen, die den Anliegen der Tiere gleichgültig gegenüber stehen. Die Protokolle der Kommissionssitzungen sorgen mit den darin festgehaltenen Äusserungen für Konsternation. In diesem erlesenen Rat, in dem hochgestochene Diskussionen geführt werden, macht man sich im Allgemeinen über den Tierschutz lustig. Allerhöchstens wird ein Tierschutzprojekt dann unterstützt, wenn „das Volk“ über das Gegenteil entrüstet sein könnte und eine Wiederwahl gefährdet wäre.
Mit Ausnahme der SP-Politikerin Anita Fetz (BS) verdient derzeit kein Ständeratsmitglied die Stimme von Tierschützerinnen und Tierschützern. Wir hoffen vielmehr, dass Christine Egerszegi-Obrist (AG) und Anne Seydoux-Christe (JU) nicht mehr gewählt werden. Beide setzen sich für Tierversuche ein.

.....................................................................................................................................................

Analyse der Stimmen sowie der unterstützten oder
eingereichten Vorstösse

Die Klassifizierung der Parlamentarierinnen und Parlamentarier erfolgte nach Analyse der Geschäfte (Initiative, Motion, Interpellation usw.), welche die Politikerinnen und Politiker im Tierschutzbereich (Schutz, Zucht, Jagd usw.) hauptsächlich während der Legislaturperiode 2007 – 2011 unterstützt hatten. Wir konsultierten auch das Interessenregister (Organ, in dem sie eine Rolle spielen, z.B. Verbände, Unternehmen usw.) aller Parlamentarierinnen und Parlamentarier sowie die Protokolle der Kommissionssitzungen und berücksichtigten die Stellungnahmen. Die Klassifizierung erfolgte ausschliesslich mit dem Ziel, festzustellen, welche Parlamentarierinnen und Parlamentarier den Tierschutz unterstützten. Die politische Zugehörigkeit oder die Stellungnahme in einem anderen Bereich wurden nicht berücksichtigt.

All diese Informationen sind auf der Website des Eidgenössischen Parlaments veröffentlicht (www.parlament.ch) und können dort eingesehen werden. Eine Suche erfolgt ausgehend von der Nummer des Geschäfts, z. B. Nr. 09.428 für die parlamentarische Initiative der Nationalrätin Pascal Bruderer „Importverbot für tierquälerisch hergestellte Pelzprodukte“. Ausgehend von dieser Suche ist es möglich, die Entwicklung des eingereichten Geschäfts zu verfolgen: Annahme oder Ablehnung durch die zuständige Kommission der beiden Kammern, Sitzungsprotokolle usw.

Die wichtigsten konsultierten Geschäfte tragen folgende Nummern (die beiden ersten Zahlen geben das Einreichungsjahr an): 11.5267, 11.3664, 11.3635, 11.3499, 11.1034, 10.3775, 10.5474, 10.4104, 10.4010, 10.3605, 10.3576, 10.3575, 10.3264, 10.3098, 10.3008, 10.1010, 09.1084, 09.5420, 09.5013, 09.5010, 09.4290, 09.428, 09.4128, 09.4044, 09.3979, 09.3951, 09.3892, 09.3812, 09.3723, 09.3650, 09.3458, 08.3704, 08.3675, 08.3432, 08.3537, 08.3356, 08.3154, 08.3046, 08.2017, 08.036, 08.1058, 07.417, 07.3848, 07.3345, 07.3131, 07.1105, 06.464, 05.5268, 03.3149.

 

Derzeit gewählte Parlamentarierinnen und Parlamentarier, die sich für die
Legislaturperiode 2012 – 2015 bewerben

Folgende Politikerinnen und Politiker unterstützen den Tierschutz:

(fett gedruckt die besonders aktiven Politikerinnen und Politiker)

Aargau
Pascale Bruderer (SP), NR
Geri Müller (Grüne), NR

Max Chopard-Acklin (SP), NR

Basel-Land
Maya Graf (Grüne), NR
Susanne Leutenegger-Oberholzer (SP), NR

Basel-Stadt
Anita Fetz (SP), SR
Beat Jans (SP), NR
Anita Lachenmeier-Thüring (Grüne), NR
Silvia Schenker (SP), NR

Bern
Evi Allemann (SP), NR
Alec von Graffenried (Grüne), NR
Margret Kiener Nellen (SP), NR
Franziska Teuscher (Grüne), NR

Hans Stöckli (SP), NR
Marianne Streiff-Feller (EVP), NR
Ursula Wyss (SP), NR

Freiburg
Jean-François Steiert (SP), NR
Marie-Thérèse Weber-Gobet (CSP), NR

Genf
Luc Barthassat (CVP), NR
Antonio Hodgers (Grüne), NR
Ueli Leuenberger (Grüne), NR

Carlo Sommaruga (SP), NR

Graubünden
Andrea Hämmerle (CVP), NR

Luzern
Louis Schelbert (Grüne), NR

Neuenburg
Francine John-Calame (Grüne), NR

St. Gallen
Hildegard Fässler-Osterwalder (SP), NR
Yvonne Gilli (Grüne), NR

Schaffhausen
Hans-Jürg Fehr (SP), NR

Schwyz
Andy Tschümperlin (SP), NR

Solothurn
Brigit Wyss (Grüne), NR
Bea Heim (SP), NR

Tessin
Marina Carobbio Guscetti (SP), NR

Thurgau
Edith Graf-Litscher (SP), NR

Waadt
Jacques Neirynck (CVP), NR
Christian van Singer (Grüne), NR
Adèle Thorens Goumaz (Grüne), NR

Zug
Josef Lang (SGA), NR

Zürich
Marlies Bänziger (Grüne), NR
Martin Bäumle (GPL), NR
Jaqueline Fehr (SP), NR

Doris Fiala (PRD), NR
Chantal Galladé (SP), NR
Bastien Girod (Grüne), NR

Andreas Gross (SP), NR
Maja Ingold (EVP), NR
Tiana Angelina Moser (GPL), NR
Daniel Jositsch (SP), NR
Katharina Prelicz-Huber (Grüne), NR

Kathy Ricklin (CVP), NR
Barbara Schmid-Federer (CVP), NR
Daniel Vischer (Grüne), NR
Thomas Weibel (GPL), NR

Die vollständige Klassifizierung der 246 Parlamentarierinnen und Parlamentarier kann hier eingesehen werden

Folgende Politikerinnen und Politiker sprechen sich für Tierversuche oder klar gegen den Tierschutz aus:

(fett gedruckt die besonders aktiven Politikerinnen und Politiker)

Aargau
Corina Eichenberger-Walther (PRD), NR
Christine Egerszegi-Obrist (CVP), SR
Ruth Humbel Näf (CVP), NR

Bern
Andreas Brönnimann (EDU), NR
Hans Grunder (BPD), NR
Rudolf Joder (SVP), NR

Christa Markwalder (FDP), NR
Simon Schenk (SVP), NR
Eric von Siebenthal (SVP), NR
Hansruedi Wandfluh (SVP), NR

Freiburg
Jean-François Rime (SVP), NR

Genf
Yves Nidegger (SVP), NR
André Raymond (SVP), NR

Graubünden
Theo Maissen (CVP), SR

Jura
Anne Seydoux-Christe (CVP), SR

Luzern
Yvette Estermann (SVP), NR
Josef Kunz (SVP), NR
Ruedi Lustenberger (CVP), NR
Felix Müri (SVP), NR
Pius Segmüller (SVP), NR
Georges Theiler (FDP), NR

Nidwalden
Edi Engelberger (FDP), NR

Neuenburg
Laurent Favre (PRD), NR
Yvan Perrin (SVP), NR
Sylvie Perrinjaquet (PRD), NR

Obwalden
Christoph von Rotz (SVP), NR

St. Gallen
Elmar Bigger (SVP), NR
Erica Forster (FDP), SR
Thomas Müller (CVP), NR
Walter Müller (FDP), NR

Schwyz
Pirmin Schwander (SVP), NR

Solothurn
Elvira Bader (CVP), NR
Rolf Büttiker (FDP), SR

Tessin
Ignazio Cassis (FDP), NR
Filippo Lombardi (CVP), SR
Fulvio Pelli (FDP), NR

Thurgau
Werner Messmer (FDP), NR

Uri
Gabi Huber (FDP), NR

Wallis
Christophe Darbellay (CVP), NR
Jean-René Fournier (CVP), SR
Jean-René Germanier (FDP), NR
René Imoberdorf (CVP), SR

Waadt
André Bugnon (SVP), NR
Olivier Français (FDP), NR
Alice Glauser-Zufferey (SVP), NR
Isabelle Moret (FDP), NR
Guy Parmelin (SVP), NR
Pierre-François Veillon (SVP), NR

Zug
Marcel Scherer (SVP), NR
Gerhard Pfister (CVP), NR

Zürich
Max Binder (SVP), NR
Toni Bortoluzzi (SVP), NR
Markus Hutter (FDP), NR
Hans Kaufmann (SVP), NR
Filippo Leutenegger (FDP), NR
Christoph Mörgeli (SVP), NR
Ruedi Noser (FDP), NR
Natalie Rickli (SVP), NR
Ulrich Schlüer (SVP), NR

Die vollständige Klassifizierung der 246 Parlamentarierinnen und Parlamentarier kann hier eingesehen werden