Sehr geehrte Damen
und Herren,
liebe Besucherinnen und
Besucher
Im
Namen der Schweizer
Liga gegen Vivisektion,
die diesen Wettbewerb
veranstaltet, heisse
ich Sie herzlich willkommen
und danke Ihnen für
Ihr Erscheinen.
Bevor
wir zur Preisverleihung
schreiten, möchte
ich daran erinnern,
in welchem Kontext
dieser Wettbewerb lanciert
wurde. Nachdem 1995
zwei Volksabstimmungen
zur Abschaffung von
Tierversuchen gescheitert
waren, hat sich die
Schweizer Liga gegen
Vivisektion durch eine Änderung
ihrer Statuten dazu
verpflichtet, die Entwicklung
von Alternativmethoden
zu unterstützen.
Dies soll es langfristig
ermöglichen, die
Verwendung von Tieren
für die medizinische
Forschung einzustellen.
Trotz riesiger Fortschritte,
die diesbezüglich
erzielt wurden, nimmt
man fünfzehn Jahre
später die mangelnde
Unterstützung
von Alternativmethoden
konsterniert zur Kenntnis.
Als Wissenschaftler,
der stets mit In-vitro-Modellen
gearbeitet hat, kann
ich bestätigen,
dass Forschungen ohne
Tierversuche einen
ständigen Kampf
bedeuten. Forscher,
welche die Verwendung
von Tieren ablehnen,
werden in den wissenschaftlichen
Kreisen schlecht aufgenommen.
Vor allem mangelt es
aber an Finanzierungsquellen
für Alternativmethoden.
Die Stiftung Forschung
3R stellt das einzige öffentliche
Organ dar, welches
sich in der Schweiz
in diesem Bereich betätigt.
Seit ihrer Gründung
im Jahr 1987 betrug
ihr jährliches
Budget aber nie mehr
als eine Million Franken.
Dies erklärt,
warum die Stiftung
in ihrem zwanzigjährigen
Bestehen nur rund hundert
Projekte unterstützte.
Unzureichend ist die
Unterstützung
von Alternativmethoden
durch die Stiftung
3R auch, wenn man sie
den 280 Millionen Franken
gegenüberstellt,
welche die Abteilung
III „Biologie
und Medizin“ des
Schweizerischen Nationalfonds
zur Förderung
der wissenschaftlichen
Forschung erhält.
Ein Grossteil dieser
Gelder fliesst in Tierversuche
an Universitäten.
Verglichen mit den
800 bis 900 neuen Tierversuchen,
die jedes Jahr in der
Schweiz bewilligt werden,
wirken auch die fünf
bis sechs Projekte,
welche die Stiftung
Forschung 3R jährlich
finanziert, recht schäbig.
Nach
Ansicht der breiten Öffentlichkeit
sind Tierversuche für
die medizinische Forschung
erforderlich, da keine
anderen Mittel für
die Untersuchung von
Krankheiten zur Verfügung
stehen. Wenn aber genügend
Mittel für Alternativmethoden
aufgewendet würden,
wäre es rasch
möglich, die zahlreichen
Versuche zu ersetzen,
bei denen derzeit Vierbeiner
wie Nagetiere, Hunde
oder Affen zum Einsatz
gelangen.
Aus diesen Gründen
lanciert die Schweizer
Liga gegen Vivisektion
eine Informationskampagne
zu Alternativmethoden.
Dies erfolgt insbesondere
im Rahmen einer öffentlichen
Plakatkampagne. Angesichts
dieser Kampagne wurde
beschlossen, einen
Wettbewerb zur Gestaltung
der französisch-
und deutschsprachigen
Plakate auszuschreiben.
Die 1'200 Werbeträger
in den Formaten F4
(89,5x128 cm) und F12
(268,5x128 cm) werden
vom 19. Mai bis am
2. Juni 2010 in den
Kantonen Zürich,
Basel, Bern, Waadt,
Genf, Freiburg, St.
Gallen, Wallis, Neuenburg
und Aargau aufgehängt.
Eingereicht
wurden rund 80 Projekte
aus der Schweiz,
Frankreich, Deutschland
und Italien. Sie
stammen von Grafikstudierenden,
Fachleuten oder überzeugten
Tierschützern.
Wir danken allen Teilnehmenden
ganz herzlich für
die Zeit und Energie,
die sie für die
Gestaltung ihrer Projekte
aufgewendet haben.
Viele sind von sehr
guter Qualität
und den zehn Jurymitgliedern,
die sich am 20. März
trafen, fiel die Wahl
nicht leicht.
Nach mehreren Beratungen
hatten aber doch drei
Plakate die Nase vorn.
Vor
der öffentlichen
Bekanntgabe der drei
Preisträger möchte
ich den Spezialpreis
erwähnen, den
der Ligavorstand für
vier Plakate verliehen
hat. Die Preisträger
erhalten jeweils Fr.
500.-.
Die Preise gingen an
Fanny Vaucher aus Lausanne,
Konrad Mollet aus Solothurn,
Nicolas Perrin von
der Agentur 28g in
Freiburg und Simon
Keller von der Agentur
KGB Schweiz in Zürich.
Bei
den deutschsprachigen
Plakaten ging der dritte
Preis an Tom Hänni
aus Bern. Er wurde
für die visuelle
Qualität seiner
Arbeit ausgezeichnet.
Die Entscheidung für
den ersten und zweiten
Preis fiel sehr knapp
aus und erforderte
mehrere Diskussionsrunden.
Schliesslich ging der
zweite Preis an Julia
Bruderer aus Zürich.
Ihr Plakat überzeugte
durch seine Komposition
und grafische Qualität.
Das Rennen machte zu
guter Letzt Nadine
Colin aus Zürich.
Die Jury begründete
ihre Wahl mit der visuellen
Auswirkung, die von
einem Strassenplakat
zu erwarten ist. Das
Thema weist darauf
hin, dass jegliche
Herstellung von Medikamenten
auf den Leiden der
Tiere beruht, während
dies bei Alternativmethoden
nicht der Fall ist.
Wir
hoffen, dass diese
Plakatkampagne auf
reges öffentliches
Interesse stossen und
dazu beitragen wird, über
die Möglichkeiten
einer besseren Forschung
ohne Tierversuche zu
informieren, die wirklich
im Dienste der Volksgesundheit
steht. |