Kulturen
menschlicher Leberzellen
Eine
Gruppe deutscher und amerikanischer Forscher
hat bewiesen, dass es ein auf Kulturen
menschlicher Leberzellen beruhendes System
ermöglicht, die Toxizität medikamentöser
Substanzen während zwei bis drei
Wochen auf reproduzierbare Weise zu testen.
In Anbetracht der Tatsache, dass die
Zellen aus dem menschlichen Organismus
stammen, sind die erhaltenen Resultate
viel nachhaltiger als diejenigen, die
sich im Rahmen von Tierversuchen ergeben.
Nicht selten kommt es vor, dass sich
eine Substanz, die bei einem Tier in
keiner Weise schädlich ist, für
den menschlichen Organismus anschliessend
als toxisch erweist.
Auf
eine Modellsubstanz – das Acetaminophen
(APAP) - gestützt, haben die Forscher
bewiesen, dass die Leberzellen in Kontakt
mit dieser Substanz stets gleich reagierten.
Die Synthese der beiden in den Zellen
vorhandenen Proteine, dem Harnstoff und
dem Albumin (Eiweisskörper), war
in den ersten Stunden, nachdem die Zellen
mit der Substanz in Berührung gekommen
waren, gestört. Nach dem Entzug
von APAP wurde der Normalzustand nach
24 (Harnstoff) beziehungsweise 72 Stunden
(Albumin) wieder erreicht. Während
einer Gesamtdauer von 20 Tagen wurden
an einer Zelllinie vier Testzyklen durchgeführt,
die jedes Mal zu den gleichen Resultaten
führten. Dies zeigt, dass es möglich
ist, die gleiche Kultur menschlicher
Leberzellen mehrmals zu verwenden, um
sukzessive die Toxizität verschiedener
Komponenten zu testen.
Die
Validierung dieses Systems würde
es somit erlauben, einen Grossteil der
In-vivo-Toxizitätstests (Verwendung
von Tieren) durch In-vitro-Methoden (auf
kultivierten Zellkulturen basierend)
zu ersetzen.
Christel Forré
Artikel
aus der Ausgabe Nr. 26, 4/2009, S. 295-302
der Zeitschrift ALTEX |