Dezember 2010

Das grosse Fressen Ende Jahr. Immer wieder.

Es wird uns vorgeworfen, wir wiederholten uns. Aber, was bleibt uns anderes übrig, als immer und immer wieder den übermässigen Konsum von Fleisch zu verurteilen, und auf die verheerenden Folgen aufmerksam zu machen:  Hunger in vielen Teilen der Welt, Vergiftung der Luft, des Wassers, der Erde! Auch ansonsten zurückhaltende Medien machen sich nun zu Sprecher sowohl von Umweltschutz-Organisationen, als auch von Tierschutzvereinen,  und beklagen die Zerstörungen des Lebensraums.
Sehen wir aber die Inserate in den Zeitungen, fragen wir uns, ob unsere Informationen irgendwelchen Effeckt haben: in den Supermärkten werben unzählige Aktionen für  billiges Geflügel und billiges Fleisch aus den Ostländern, aus Brasilien. Feinschmeckerlokale  preisen ihre "Delikatessen" an, heute noch mehr als gestern, obwohl niemand mehr vorgeben kann, nicht zu wissen, wie das billige Fleisch in den Tierfabriken entsteht. Genauso allgemein bekannt sind die Methoden zur Herstellung von foie gras, diesem mit einem perversen Nimbus behafteten Statussymbol, ohne das gewissenlose Snobs Weihnachts- und Neujahrsdiners sich nicht vorstellen können.
Sind unsere Bemühungen zum Schutz der Tiere also gescheitert? Ich selber habe oft den Eindruck, einer Figur von Cervantès zu gleichen….
Aber, wie Edmond Kaiser, Gründer von Terre des Hommes und Sentinelles sagte: "eher verzweifelt als überdrüssig", dürfen wir nicht aufgeben!
Die Fleischfresser MUESSEN WISSEN, welche schrecklichen Qualen sie den Tieren zufügen, wenn sie das fleischgewordene Elend verzehren.
Leon Tolstoï, ein überzeugter Vegetarier, dem Spott seiner Gäste leid, hatte folgende Idee: er befestigte am Stuhl jedes Gastes eine Gans, einen Fasan oder eine  Ente, dazu jedem ein Messer. So hatte jeder Gast das Vergnügen, sein Fleischgericht selbst umzubringen.
Sie, welche noch Fleisch konsumieren - auch wenn Sie versichern, "nur noch selten und nur noch wenig" - haben Sie den Mut, eine Gans zu Tode zu stopfen, eigenhändig ein Schweinchen, ein Kalb, ein Lämmchen umzubringen?

Susanna Wachtl