Das grosse Fressen Ende Jahr. Immer
wieder.
Es wird uns
vorgeworfen, wir wiederholten uns.
Aber, was bleibt uns anderes übrig,
als immer und immer wieder den übermässigen
Konsum von Fleisch zu verurteilen, und
auf die verheerenden Folgen aufmerksam
zu machen: Hunger in vielen Teilen
der Welt, Vergiftung der Luft, des Wassers,
der Erde! Auch ansonsten zurückhaltende
Medien machen sich nun zu Sprecher sowohl
von Umweltschutz-Organisationen, als
auch von Tierschutzvereinen, und
beklagen die Zerstörungen des Lebensraums.
Sehen wir aber die Inserate in den Zeitungen,
fragen wir uns, ob unsere Informationen
irgendwelchen Effeckt haben: in den Supermärkten
werben unzählige Aktionen für billiges
Geflügel und billiges Fleisch aus
den Ostländern, aus Brasilien. Feinschmeckerlokale preisen
ihre "Delikatessen" an, heute
noch mehr als gestern, obwohl niemand
mehr vorgeben kann, nicht zu wissen,
wie das billige Fleisch in den Tierfabriken
entsteht. Genauso allgemein bekannt sind
die Methoden zur Herstellung von foie
gras, diesem mit einem perversen Nimbus
behafteten Statussymbol, ohne das gewissenlose
Snobs Weihnachts- und Neujahrsdiners
sich nicht vorstellen können.
Sind unsere Bemühungen zum Schutz
der Tiere also gescheitert? Ich selber
habe oft den Eindruck, einer Figur von
Cervantès zu gleichen….
Aber, wie Edmond Kaiser, Gründer
von Terre des Hommes und Sentinelles
sagte: "eher verzweifelt als überdrüssig",
dürfen wir nicht aufgeben!
Die Fleischfresser MUESSEN WISSEN, welche
schrecklichen Qualen sie den Tieren zufügen,
wenn sie das fleischgewordene Elend verzehren.
Leon Tolstoï, ein überzeugter
Vegetarier, dem Spott seiner Gäste
leid, hatte folgende Idee: er befestigte
am Stuhl jedes Gastes eine Gans, einen
Fasan oder eine Ente, dazu jedem
ein Messer. So hatte jeder Gast das Vergnügen,
sein Fleischgericht selbst umzubringen.
Sie, welche noch Fleisch konsumieren
- auch wenn Sie versichern, "nur
noch selten und nur noch wenig" -
haben Sie den Mut, eine Gans zu Tode
zu stopfen, eigenhändig ein Schweinchen,
ein Kalb, ein Lämmchen umzubringen?
Susanna Wachtl |