Ein Yoghurt bleibt ein Yoghurt
Die Firma
Danone zieht ihr Gesuch zur Validierung
ihrer Produkte Actimel und Activia zurück, nachdem die European
Food Savety Authority (EFSA) verlauten
liess, der therapeutische Wert dieser
Produkte sei in keiner Weise wissenschaftlich
bewiesen.
Für Danone stellt dies eine Niederlage
dar. Das Unternehmen wird sich bei seinen
Werbekampagnen künftig nicht mehr
auf die gesundheitlichen Vorzüge
der beiden Produkte berufen können.
Diese machen über 10% des Umsatzes
aus. Als Hauptkonkurrent von Danone ist
auch Nestlé seit rund fünfzehn
Jahren im Ernährungsbereich tätig.
Mit 3'500 Angestellten im Rahmen des
Netzwerks „Entwicklung und Produktetests“,
die auf 17 Standorte verteilt sind, stellt
sein in der Westschweiz basiertes Forschungszentrum
seinen wichtigsten wissenschaftlichen
Pool dar. Von der Werbung angeregt, welche
die Pharmaunternehmen im Rahmen ihrer
Forschungen betreiben, stellt das Unternehmen
seine Zentren als „stete Quelle
neuer Ideen und wissenschaftlicher Erkenntnisse“ dar,
welche „die Pipeline der Nestlé-Produkte
nähren“.
Um die Pipeline guter Ideen nähren
beziehungsweise den Umsatz steigern zu
können, fallen Tausende von Tieren
Tierversuchen zum Opfer. Schuld daran
sind Milchprodukte jeglicher Verwendungsart,
von denen eine überflüssiger
ist als die andere. Auch die Presse berichtet über
tolle Entdeckungen und beweist damit
einen wenig kritischen Geist. Sie ist
vielmehr der Ansicht, solche Produkte
könnten zu neuen Therapien führen.
Dies zeigt beispielsweise der im Jahr
2008 veröffentlichte Artikel mit
dem Titel „Die Bakterien, wertvolle
Zutaten unserer Ernährung“.
„Die Probiotika, diese Nahrungsmittel, die lebende Bakterien enthalten,
sollen eine wohltuende Wirkung haben. Dies hat eine an Mäusen durchgeführte
Studie bewiesen.
Ein aus Forschern aus London und der
Firma Nestlé (Nestlé Research
Center, Lausanne) bestehendes Team befasst
sich seit einiger Zeit ausführlich
mit der Frage. 2006 hatten die Wissenschaftler
die Bakterienflora des Mäusedarms
durch Mikroorganismen von Menschen ersetzt.
Die recht verheerende Wirkung hatte den
Stoffwechsel der armen Mäuse weitenteils
in Mitleidenschaft gezogen. Dieses Jahr
wiederholte das Team den Versuch und
fügte der Nahrungsmittelration der
Mäuse eine der im menschlichen Darm
vorhandenen Bakterien bei. Gemäss
den in der Zeitschrift Molecular Systems
Biology veröffentlichten Resultate
sind die Auswirkungen diesmal recht positiv.
Nach einer zweiwöchigen Behandlung
analysierten die Forscher eine Reihe
von Stoffwechselmarkern in Exkrementen,
Urin, Blut und Leber. Die Wissenschaftler
hoffen, dass ihre Studie zu neuen Therapien
führt, bei denen Probiotika verwendet
werden.“
Zwei Jahre später haben diese unnötigen
Versuche mit Mäusen zu keiner neuen
Therapie geführt. Dies hindert Nestlé aber
nicht daran, zahlreiche Versuche fortzuführen.
Einige davon werden mit öffentlichen
Geldern der EU finanziert. |