Eingereichter
Text
Ich bitte den Bundesrat, folgende
Fragen zu beantworten:
1. Wie sind
die Ziele und die Leistungen zur
Zielerreichung der Stiftung Forschung
3R überprüfbar?
2. Welche
Erfolgskriterien wurden bestimmt,
um ein bewilligtes Projekt als "erfolgreich abgeschlossen" zu
bewerten?
3. Gibt
es eine systematische Überprüfung
oder eine Erfolgskontrolle der Leistungen
und Zielerreichung der Stiftung Forschung
3R? Wenn ja, wie sieht diese aus?
4. Worin
liegt konkret der tierschützerische
Benefit der Tätigkeiten der Stiftung,
und wie sind hier die Erfolgskriterien
bestimmt?
5. Was wird zugunsten der Versuchstiere
konkret durch die Leistungen der Stiftung
und der bewilligten Projekte erreicht?
6. Was wird
die Stiftung zukünftig
tun, um der steigenden Anzahl Gesuche
gerecht zu werden und mehr Gesuche/Projekte
zu fördern?
7. Wie viele
Stiftungsbeiträge
werden zusätzlich benötigt,
um jährlich mindestens 50 Prozent
der eingehenden Gesuche/Projekte entsprechend
zu fördern?
8. Was wird
die Stiftung konkret in Zukunft unternehmen,
um die Umsetzbarkeit und Nachhaltigkeit
der bewilligten Projekte besser zu
unterstützen?
Begründung
Die Stiftung
Forschung 3R bezweckt, die Forschung
auf dem Gebiet der Alternativmethoden
zu Tierversuchen durch Finanzierung
von Forschungsprojekten zu fördern.
Sie unterstützt vordringlich Projekte
zur Erforschung neuer Methoden oder
zur Weiterentwicklung bekannter Methoden
(Validierung von Methoden), welche
im Sinne der 3 R (Reduce, Refine, Replace/Vermindern,
Verbessern, Vermeiden) gegenüber
der heutigen Tierversuchspraxis praktisch
anwendbare Verbesserungen versprechen.
Für das Jahr 2008 wurden Beiträge
in der Höhe von 850 000 Franken
an die Stiftung gegeben (je 425 000
Franken von Bund und Interpharma).
Tatsächlich unterstützt wurde
für 555 000 Franken, und auf Ende
2008 hat die Stiftung noch 560 000
Franken an nichtverbrauchten Beiträgen
zur Verfügung. Für das Jahr
2010 stehen rund 500 000 Franken für
Projekte zur Verfügung. Seit 2001
steigt die Anzahl Beitragsgesuche immer
wieder an (15 Gesuche 2001,13 Gesuche
2002, 25 Gesuche 2003, 24 Gesuche 2004,
17 Gesuche 2005, 23 Gesuche 2006, 14
Gesuche 2007, 28 Gesuche 2008) - jedoch
ist die Anzahl genehmigter Projekte
seither konstant bei vier bis sechs
pro Jahr. Das löst einige Fragen
aus. Es ist beispielsweise nicht ersichtlich,
welche geförderten Projekte der
Stiftung konkret wie vielen Tieren
pro Jahr den Tierversuch ersparen.
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Antwort
des Bundesrates vom 25.08.2010
1. Bei der
Stiftung Forschung 3R handelt es sich
um eine privatrechtliche Stiftung.
Gemäss deren Angaben wird jedes
der von ihr finanzierten Projekte in
einer erweiterten Kurzfassung und mit
den Ergebnissen auf ihrer Website (http://www.forschung3r.ch/index.html)
publiziert. Die Kurzfassungen der laufenden
Projekte werden jährlich auf den
neuesten Stand gebracht. Bei abgeschlossenen
Projekten sind die Auswirkungen auf die
3R beschrieben und die publizierten Arbeiten
aufgelistet. Insofern sind diese Informationen
allgemein zugänglich und überprüfbar.
2. Nach Angaben
der Stiftung Forschung 3R evaluiert
der Expertenausschuss das Projekt bereits
während dessen Ablauf.
Ob ein bewilligtes Projekt als "erfolgreich
abgeschlossen" bewertet werden kann,
wird unter anderem daran bemessen, ob
die wissenschaftliche Publikation überzeugt.
Weiter wird beurteilt, welche Bedeutung
das Projektergebnis für den Tierschutz
(3R-Grundsätze) hat.
3. Gemäss der Stiftung Forschung
3R wird eine individuelle Überprüfung
und Erfolgskontrolle der Projektarbeiten
vorgenommen. Die laufenden Projekte werden
jeweils von einem Experten begleitet.
Der wissenschaftliche Berater rapportiert
dem Stiftungsrat jährlich über
die Erfolge bzw. Probleme in diesen Projekten.
Bei abgeschlossenen Projekten unterbreitet
er dem Stiftungsrat aufgrund der Beurteilung
des begleitenden Experten und der Evaluation
durch den Expertenausschuss eine Würdigung
des Projekts. Nach einem abgeschlossenen
Projekt prüft der Expertenausschuss
insbesondere, ob eine nachhaltige Bearbeitung
durch die Stiftung anzustreben ist, damit
die 3R-Relevanz des abgeschlossenen Projekts
erhöht werden kann.
4./5. Die
Forschungsergebnisse zeigen Verbesserungsmöglichkeiten für
Replace, Reduce, Refine (Vermeiden, Vermindern,
Verbessern) von Tierversuchen in der
Forschung auf. Es wird keine Statistik über
nichtdurchgeführte Tierversuche
geführt. Im Jahr 2009 ist die Zahl
der in Tierversuchen verwendeten Tiere
gemäss Statistik des Bundesamtes
für Veterinärwesen gesunken.
In den Jahren zuvor war der Anstieg der
Anzahl Tiere in Versuchen bedeutend geringer
als die Zunahme der Forschungstätigkeit
auf dem Gebiet von "Life Sciences" und
geringer als die Zunahme der Forschungs-
und Entwicklungsgelder in der Industrie.
6. Nach Angaben
der Stiftung Forschung 3R limitieren
die zur Verfügung
stehenden Mittel ihre Aktivitäten.
Es erscheint ihr nicht zweckmässig
zu sein, die vorhandenen Mittel zur Teilfinanzierung
auf eine grössere Anzahl Gesuche
aufzuteilen.
7. Laut der
Stiftung Forschung 3R umfassen die
Gesuche jährlich Begehren von
etwa 4 000 000 Franken. Die Forschungsbeiträge
belaufen sich auf etwa 645 000 Franken
pro Jahr. Damit können zusätzlich
zu den laufenden Projekten jährlich
3 bis 6 neue Projekte finanziell unterstützt
werden. Um 50 Prozent der Gesuche mit
3R-relevanten Fragestellungen (teil)finanzieren
zu können, würde die Stiftung
Forschung 3R gemäss ihren Angaben
jährlich etwa 1 500 000 Franken
an zusätzlichen Mitteln benötigen.
8. Um in der
Umsetzung neuer Methoden in die Praxis
weitere Fortschritte erzielen zu können, hat die Stiftung Forschung
3R erklärt, sie wolle in Zukunft
mehr bestrebt sein, neben ihrer Kernaufgabe,
der Ausrichtung von Forschungsbeiträgen,
eine aktivere Rolle als nationale Plattform
zur Verbreitung des 3R-Gedankens in der
Schweizer Forschergemeinde wahrzunehmen.
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Erstbehandelnder
Rat
Nationalrat
Mitunterzeichnende
(7)
Birrer-Heimo Prisca, Donzé Walter,
Ingold Maja, Jans Beat, Moser Tiana
Angelina, Stump Doris, Zisyadis Josef
http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20103576 |