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Januar 2008

Mitteilung : Anzeige eines Pelzhändlers gegen die Antipelzkampagne der LSCV

Offensichtlich ermutigt durch die Attacken von SwissFur gegen zwei, von Tierschutzorganisationen durchgeführte Antipelzkampagnen im letzten Oktober, hat der Neuenburger Pelzhändler "Au Tigre Royal" die Gelegenheit ergriffen, um gegen die von der Schweizer Liga gegen Vivisektion aufgezogene Antipelzkampagne bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission1 Beschwerde einzureichen.

"Nur MONSTER tragen noch PELZ", so der Wortlaut unseres Posters. "Dieses Plakat verunglimpft unseren Berufsstand durch irreführende und verletzende Behauptungen", empört sich der Pelzhändler in seiner Beschwerde vom 29. Dezember 2007.

Die Schweizer Liga gegen Vivisektion erklärt in ihrer Stellungnahme an die Lauterkeitskommission vom 21. Januar 2008 :

1) ihr Recht zur freien Meinungsäusserung;
2) dass das Plakat weder als "irreführend noch als unnötig verletzend" bezeichnet werden kann. Es soll die Leute in Bezug auf die Pelzfrage zu einer Stellungnahme anregen. Den Leuten soll bewusst gemacht werden, dass Pelzträger Verantwortung übernehmen.
3) Der Ausdruck „MONSTER“ bezieht sich auf eine Person, die durch ihr Äusseres erschreckt. Er kann sich auch auf Hässlichkeit und Grausamkeit beziehen und steht im Widerspruch zum Image, das von der Pelzwerbung mit ihren Plakaten, Magazinen, Medien und Modeschauen gefördert wird. Pelz tragende Frauen werden als Symbole für Schönheit, Eleganz und Weiblichkeit dargestellt.

Die kläglichen Einschüchterungsversuche von Pelzhändlern gegenüber Tierschutzorganisationen die über die Grausamkeit dieses Handels berichten, sind wirkungslos. Die Schweizer Liga gegen Vivisektion ermutigt alle Pelzhändler sich über die Grausamkeit und Nutzlosigkeit dieses Handels Gedanken zu machen und sich einer Tätigkeit mit mehr Ethik und weniger Geschäftemacherei zuzuwenden.


Klage von "Tigre Royal"

Au Tigre Royal SA
Rue de l'Hôpital 6
2000 Neuchâtel

Neuenburg, 29. Dezember 2007

Sehr geehrte Damen und Herren

Entrüstet nehme ich zur Kenntnis, dass gegen die Pelzhändler eine Kampagne geführt wird, ohne dass diese eine strafbare Handlung begangen hätten. Sie verkaufen einzig Produkte, deren Vertrieb in unserem Land erlaubt ist.

Ein derartiges Verhalten gegenüber unserem Berufsverband ist sehr unfair. Mit ihrem Vorgehen wollen die Tierschützer die Aktivität der kritisierten Handwerker sowie die von ihnen verkaufte Ware in den Schmutz ziehen. Das Plakat mit dem abgemagerten Rotfuchs ist dafür ein gutes Beispiel. Diese Tiere werden nicht wegen ihrem Fell gejagt, sondern wegen der Artenregelung. Plakate mit den Slogans « Seuls les montres portent encore de la Fourrure » (Nur Monster tragen noch Pelz) und « Les massacres d'animaux pour la mode, non merci » (Tiermassaker für die Mode, nein danke) dienen dazu, die Tätigkeit solcher Händler in Verruf zu bringen.

Pelze haben ihre Daseinsberechtigung in unserer Gesellschaft. Sie stammen von Zuchttieren wie Toskanaschaf und Zickel oder von Tieren wie Bisam, australisches Kaninchen, Opossum, Fuchs, Präriewolf usw., die gejagt werden, um die Überbevölkerung zu kontrollieren und zu verhindern, dass die Tiere Schaden anrichten.

Mit dem Einhämmern solcher Werbeschlagwörter soll den Pelzgeschäften ein Ende bereitet werden. Für die entsprechenden Berufe hat ein derartiges Vorgehen schlimme Konsequenzen. Jahr für Jahr müssen Modeschöpfer, Pelzhändler, Gerber und Geschäftsleute ihre Tätigkeit aufgeben. Den Tierschützern ist dies egal. Ihre Verbände setzen sich für den Vegetarismus und die Abschaffung jeglicher Tiernutzung ein.

Freundliche Grüsse

François Monnier


Antwort der LSCV an die Lauterkeitskommission

Thônex, 21. Januar 2008

Nr. 105/08 – Beschwerde vom 29. Dezember 2007

Sehr geehrte Damen und Herren

Wir danken Ihnen für Ihr Schreiben die Beschwerde betreffend, die Herr Monnier wegen unserem Plakat „Nur Monster tragen noch Pelz“ gegen uns einreichte.

Bei der 1892 gegründeten Schweizer Liga gegen Vivisektion (nachstehend LSCV) mit Gerichtsstand in Genf handelt es sich um einen anerkannten gemeinnützigen Tierschutzverband im Sinne von Art. 60 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches. Die SLGV übt keine Geschäftstätigkeit aus.

1. In den „Grundsätzen Lauterkeit in der kommerziellen Kommunikation“ heisst es unter Art. 1.4 wie folgt: „Gemeinnützige und religiöse Propaganda gilt nicht als kommerzielle Kommunikation.“ Da die LSCV eine gemeinnützige Organisation darstellt, gelten diese Grundsätze somit nicht für sie. Der Pelzhändler kann sich auch nicht auf Art. 3.5 mit dem Titel „Vergleichende Werbung“ beziehen, da es sich beim vorliegenden Fall nicht um einen Vergleich zwischen zwei Produkten handelt.

2. Der Pelzhändler kann sich nicht darauf berufen, betroffen zu sein, da (1) die Gruppe der Pelzhändler zu gross ist, als dass sich jede zugehörige Person in ihrer Ehre verletzt fühlen könnte und (2) sich die Werbung in keiner Weise auf die Pelzhersteller bezieht. Bei unserer Argumentation stützen wir uns auf einen Bundesgerichtsentscheid (BGE 100 IV 43), der zu folgendem Schluss gekommen ist: „Der gegen eine grössere Mehrzahl von Personen gerichtete allgemeine Angriff ist nicht geeignet, den Ruf des Einzelnen zu schädigen, wenn keine Abgrenzung es erlaubt, einen engeren Personenkreis festzustellen, der sich von der Gesamtheit unterscheidet.“

3. Wie dem auch sei, das Plakat kann weder als irreführend noch als unnötig verletzend bezeichnet werden. Es ist auch nicht trügerisch, da es sich nicht um eine informative Werbung handelt, die über ein Produkt falsch informiert. Man kann auch nicht davon ausgehen, es handle sich um eine unnötig verletzende Werbung, da das Plakat eine starke öffentliche Reaktion hervorrufen, Fragen aufwerfen und einen Sachverhalt in Frage stellen soll. Es soll die Leute in Bezug auf die Pelzfrage zu einer Stellungnahme anregen. Den Leuten soll bewusst gemacht werden, dass Pelzträger Verantwortung übernehmen.

4. Der Ausdruck „Monster“ bezieht sich auf eine Person, die durch ihr Äusseres erschreckt. Er kann sich auch auf Hässlichkeit und Grausamkeit beziehen und steht im Widerspruch zum Image, das von der Pelzwerbung mit ihren Plakaten, Magazinen, Medien und Modeschauen gefördert wird. Pelz tragende Frauen werden als Symbole für Schönheit, Eleganz und Weiblichkeit dargestellt.

5. Der Kläger hat seine Beschwerde zudem sehr allgemein formuliert. Obwohl er ausführliche Unterlagen beigelegt hat, konnte er nicht beweisen, dass unser Plakat irreführend oder unnötig verletzend sein soll.

6. Mit diesem Plakat nehmen wir einzig unser Recht auf Meinungsfreiheit wahr.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir Sie auf folgende Fakten hinweisen:

7. Die Herstellung und Valorisierung von Pelzprodukten hat in der Schweiz keine Tradition. Die Wildtierzucht, wie sie für die Pelzherstellung noch immer betrieben wird, ist in unserem Land seit dreissig Jahren verboten.
Das vom Schweizer Volk 1978 angenommene und in Kraft getretene Tierschutzgesetz (TSchG) beruht auf dem Grundsatz, Tiere sollten so behandelt werden, dass ihren Bedürfnissen in bestmöglicher Weise Rechnung getragen wird. Diesem Grundsatz stimmte das eidgenössische Parlament bei der Annahme der vollständigen Revision des Tierschutzgesetzes im Jahr 2005 mit grosser Mehrheit zu. Besonders unhaltbare Videos, die misshandelte und in Stücke gerissene Tiere auf chinesischen Märkten im Jahr 2005 zeigten, bewogen das Parlament dazu, den Import von Katzen- und Hundefellen in der Schweiz ausdrücklich zu verbieten.
Bei der Wildtierzucht, wie sie in Russland, Kanada und immer häufiger auch in asiatischen Ländern betrieben wird, wird den Bedürfnissen der gehaltenen Tierarten in keiner Weise Rechnung getragen. Die Pelzhändler mögen wohl einige wissenschaftliche Studien nennen, welche die negativen Auswirkungen solcher Haltungsbedingungen auf die Tiere herunterspielen. Den wenigen Untersuchungen dieser Art stehen aber zahlreiche Studien gegenüber, die derartige Tierzuchten klar verurteilen. Der Verkauf gewisser Pelze ist in der Schweiz zwar tatsächlich erlaubt. Die dafür verwendeten Rohstoffe stammen aber in den meisten Fällen aus Herstellungsarten, die in der Schweiz verboten sind.

8. Bei der Behauptung des Klägers, Tiere würden gejagt und getötet, um keinen Schaden anzurichten, handelt es sich um eine subjektive Einschätzung, die jeglicher Grundlage entbehrt.
Die Faunabewirtschaftung wird nicht nur in jedem Land, sondern auch in den Schweizer Kantonen äusserst unterschiedlich gehandhabt. In Bezug auf die jagdbaren und als „schädlich“ erachteten Arten verfügen alle über unterschiedliche Regelungen. Übrigens hat der Kanton Genf die Jagd vor über dreissig Jahren abgeschafft. Dank einer sorgfältigen Bewirtschaftung und einer Neugestaltung der Biotope konnte ein neues Gleichgewicht hergestellt werden, ohne dass der Mensch heute stark eingreifen muss. Reguliert wurde einzig der Wildschweinbestand1, was hauptsächlich auf den Druck der Landwirte in einer Region zurückzuführen war, die über zahlreiche Rebparzellen verfügt.
Innerhalb von dreissig Jahren hatte der Kanton nur eine Invasion dieser Tiere zu beklagen, die in den Nachbarkantonen als „schädlich“ gelten.

Den Berufsstand mit dem Vertrieb eines durch die Jagd erlangten Produktes in Verbindung zu bringen, wie dies der Kläger tut, ist trügerisch. Wie SwissFur erklärt, stammen „90% der für den Pelzsektor verwendeten Felle von Bauernhof- oder Zuchttieren“. Trotzdem ist es klar, dass SwissFur als Zusammenschluss von fünfzig Schweizer Pelzfachgeschäften und Kürschnern für den Schweizer Handel nicht repräsentativ ist. Trotzdem geht aus den regelmässig veröffentlichten Statistiken hervor, dass nur 20-25% der Felle auf dem weltweiten Pelzhandel aus der Jagd oder Fangjagd stammen.

8. Der Kläger behauptet auch, dem Pelzhandel gehe es schlecht. Aus Statistiken der International Fur Trade Federation2 geht jedoch leider hervor, dass dieser seit 1998 regelmässig zunehmende Verkäufe verzeichnet. Wenn in der Schweiz einige mit dem Pelzhandel verbundene Berufe am Verschwinden sind, so ist dies eher auf ein Desinteresse an der düsteren Tätigkeit zurückzuführen. Sollten unsere Informationskampagnen aber dazu gedient haben, die junge Generation für die mit diesem Handel verbundenen Grausamkeiten zu sensibilisieren und dazu anregen, einen anderen Berufsweg zu ergreifen, so haben die Aktionen positive Auswirkungen gezeigt. Dies würde uns sehr freuen.

Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und grüssen Sie herzlich

Max Moret
Präsident

Luc Fournier
Vizepräsident


Anmerkungen:

1 Statistiken der Regulierungsabschüsse von Säugetieren im Kanton Genf
2006: Wildschweine (157), Füchse (4), Hasen (5), Katzen (5)
2005: Wildschweine (178), Füchse (3), Hasen (2), Katzen (3)
Quelle: SFPNP, Département du Territoire, Genf

2 Weltweiter Pelzhandel: Ein Wachstumsmarkt
Gemäss der neuesten Befragung der IFTF zum Geschäftsjahr 2003/2004 belaufen sich die weltweiten Verkäufe von Pelzen, Pelzbesätzen und -zubehör auf rund 12,77 Milliarden US $. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme von 9,1 %. Seit 1998, als die IFTF diese Umfrage bei ihren Mitgliedern lancierte, nahmen die Verkäufe ständig zu. Während sie im Jahr 2000 noch 9,143 Milliarden US $ betrugen, waren es 2004 bereits 11,7 und 2005 sogar 12,77 Milliarden US $.
Quelle: International Fur Trade Federation
http://www.federationnationaledelafourrure.fr/index.php?id_page=5&lang=fr#monde

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Schweizerische Lauterkeitskommission

Die Schweizerische Lauterkeitskommission ist das ausführende Organ der Stiftung der Schweizer Werbung für die Lauterkeit in der kommerziellen Kommunikation, der alle bedeutenden Organisationen der schweizerischen Kommunikationsbranche angehören.


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